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Zeittöne Herbst/Winter 2020/2021 - Stiftung Liebenau

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LebensquaLität Ältere

LebensquaLität Ältere Menschen und Digitalisierung Ein Gespräch zum achten Altersbericht der Bundesregierung che Möglichkeiten. Wir arbeiten intensiv daran, für unsere Einrichtungen die besten Lösungen zur Anwendung zu bringen. Dabei laufen wir keinesfalls den rasanten, oft verführerischen Entwicklungen hinterher. Wir prüfen vielmehr genau wieviel Technik ist verträglich. Wo sind die Grenzen? Wir wollen die digitale Zukunft bedarfsgerecht gestalten. Im Vordergrund steht dabei: Alle Angebote verstehen wir als dienend. Ich will damit sagen: Wir sind offen für alle Entwicklungen, die menschliche Zuwendung stärken, also entweder unsere Fachkräfte zuseit 1993 gibt es den so genannten altersbericht, der seitdem in jeder Legislaturperiode von der Bundesregierung veröffentlicht werden muss. Die Berichte zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland haben die Aufgabe Impulse für politische Entscheidungsprozesse zu geben und enthalten konkrete empfehlungen der jeweiligen Kommission. in dieser Legislatur hat die Kommission die größten gesellschaftlichen Veränderung in den Blick genommen, die seit der industrialisierung von den Menschen angenommen und gelebt werden muss: Die Digitalisierung. Welche auswirkungen das für den alltag von alten und älteren Menschen haben kann und hat, welche Chancen und herausforderungen darin stecken und welche Veränderungsprozesse eingeleitet werden müssen, erläutert Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der Pflegegesellschaften der Stiftung Liebenau. herr Dr. Lahl, der altersbericht hat sich einem thema angenommen, das auf vielen ebenen das potenzial haben soll, die Lebenssituation älterer Menschen erheblich zu verbessern. teilen sie diese position? Ja, da kann ich gut mitgehen. Und ich bin sehr froh, dass sich der Bund dieser Thematik endlich auch für die große Bevölkerungsgruppe der alten und älteren Menschen annimmt. Ich möchte aber gerne differenzieren. Digitalisierung ist ein großes Wort für viele unterschiedli­ gunsten der Zeit für unsere Bewohnerinnen und Bewohner entlasten oder einen unmittelbaren Gewinn an Lebensqualität für sie versprechen. Können sie ein beispiel für den gewinn an Lebensqualität durch Digitalisierung nennen? Eines? Lassen Sie mich zunächst über die Chancen der Kommunikation und begegnung sprechen. Die Pandemie, die uns Mitte März diesen Jahres gezwungen hat, unsere Einrichtungen zum Schutz der dort lebenden Menschen zu schließen, hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig menschliche Begegnung ist. Sie war aber über Wochen nicht möglich. Es war für viele nicht leicht, damit umzugehen. Das gilt auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn ich also die Digitalisierung im Bereich der Kommunikation und Information betrachte, dann war sie in der Zeit als wir die Einrichtungen für Besuche schließen mussten und der unmittelbare Kontakt nach draußen einfach nicht mehr möglich war, eine große Hilfe. Die Angehörigen konnten Videos schicken, unsere Mitarbeitenden haben dabei unterstützt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner diese auch sehen konnten oder sie haben Videotelefonate organisiert. Für unsere Fachkräfte war das natürlich eine plötzlich anzunehmende Zusatzaufgabe, für die offensichtlich die meisten durch ihren privaten Alltag bereits qualifiziert waren und so engagiert dazu beigetragen haben, Begegnungen wenigstens digital zu ermöglichen. An dieser Stelle möchte ich ihnen meinen Dank aussprechen, dass Sie sich auf dieses neue Format einließen. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner hatten zum ersten Mal Kontakt mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Das ersetzt natürlich weder das Bedürfnis nach realen Begegnungen, noch soll es das. Aber wir haben erkannt: Digitale Kommunikation, etwa mit entfernt wohnenden Angehörigen, die weniger oft zu Besuch kommen können, wird auch für die Zeit nach der Pandemie ein immer wichtiger werdendes Tool in allen Phasen des Älterwerdens sein. Ich bin aber nicht der Meinung, dass Digitalisierung zum Selbstzweck werden darf. Menschen brauchen Menschen. Ältere Menschen haben auch das Recht, sich auf nichts Neues mehr einlassen zu wollen. Das ist zu respektieren. Andere haben regelrecht Freude daran entwickelt und sich so eine neue Welt erschlossen, die sie näher an ihre Liebsten 16 zeittöne Lebensqualität zeittöne Lebensqualität 17

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