Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Jahren

wir 2 / 2018

  • Text
  • Menschen
  • Liebenau
  • Stiftung
  • Teilhabe
  • Behinderungen
  • Behinderung
  • Arbeit
  • Liebenauer
  • Gewalt
  • Lebensgeschichte

24 Leben und arbeiten in

24 Leben und arbeiten in Ravensburg Eingebettet ins Wohn-Quartier RAVENSBURG – 24 Menschen mit unterschiedlichem Assistenzbedarf sind unlängst in ihr neues Zuhause gezogen: mitten im Quartier Galgenhalde in der Ravensburger Weststadt. Hier erhalten die Menschen mit Behinderungen notwendige Unterstützungsangebote durch die Stiftung Liebenau. Eine verlässliche Tagesstruktur erhalten sie außerdem in den Räumen des neuen kup. Ravensburg in der Parkstraße mit Beschäftigungen aus den Bereichen Kunst, Bildung und Qualifizierung (kurz: KuBiQu). Vor dem Einzug konnten Interessierte noch einen Blick ins neue Wohnhaus auf der Ravensburger Galgenhalde werfen, das sich harmonisch in das Quartier einfügt. Das Gebäude ist aufgeteilt in drei Wohnungen, jeweils mit Einzelzimmern und einem Einzelappartement. Umrahmt wird es von einer großzügigen Grünanlage. Von den Parkbänken bieten sich Aussichten auf Ravensburg mit seinen Türmen. In unmittelbarer Nähe vom Haus befinden sich Läden für den täglichen Bedarf, aber auch die Kirchengemeinden, Banken, eine Apotheke und verschiedene Ärzte. Der nahe gelegene „Rahlentreff“, ebenfalls unter Leitung der Stiftung Liebenau, bietet Räumlichkeiten und verschiedene Angebote im Quartier, an denen sich auch die neuen Bewohner beteiligen können. Das benachbarte Pflegeheim St. Meinrad (Stiftung Liebenau) kocht nicht nur für die neuen Bewohner. Sie können auch an den dortigen Gottesdiensten oder an dem regelmäßigen Offenen Café teilnehmen. Das Wohnhaus besticht durch Großzügigkeit, hochwertige Materialien und ein lichtdurchflutetes Ambiente. Die Küchen und Zimmerausstattungen wurden vom Berufsbildungswerk Adolf Aich (Stiftung Liebenau) hergestellt. Fernseh-, Telefon- und Internetanschluss sind in jedem Zimmer verfügbar. Die Bewohner kommen zum Großteil aus dem Landkreis Ravensburg. Der Neubau entstand nicht zuletzt deswegen, weil viele Menschen mit Unterstützungsbedarf dort wohnen wollen, wo andere auch leben – nämlich mitten in der Stadt oder Gemeinde. Dieses Recht ist in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert. Zudem wird durch den Bau eines solchen Hauses den gesetzlichen Vorgaben der Landesheimbauverordnung und der Rahmenvereinbarung mit dem Landkreis Ravensburg zur Dezentralisierung von Komplexstandorten Rechnung getragen. Verlässliche Tagesstruktur Seit Juni erhalten auch einige Bewohner der Galgenhalde im kup.Ravensburg in der Parkstraße eine zuverlässige Tagesstruktur. Das Gebäude wurde in Kooperation von Prisma und der Stiftung Liebenau errichtet. Das Besondere daran: In dem Gebäude siedeln sich viele unterschiedliche Firmen aus den Bereichen Innovation, Technologie und Kreativwirtschaft an. In dieser Fülle von Unternehmen bietet der sogenannte KuBiQu 30 Menschen mit Behinderungen Beschäftigungen aus Kunst – Bildung – Qualifizierung. Der Tagesablauf wird jeweils individuell gestaltet: ganz nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Mit dabei ist der Kooperationspartner Arche in Ravensburg. Partner sind außerdem das Theater Ravensburg, die Musikschule Ravensburg, die Schule für Gestaltung, die katholische Kirchengemeinde Liebfrauen, die Kuppelnau-Schule sowie das Institut für soziale Berufe. Die zentrale Lage des kup.Ravensburg und die gemeinsame Nutzung durch viele Akteure bietet Möglichkeiten für Inklusion und Teilhabe. Ein zukunftsweisendes Modell für moderne Stadtquartiere. Anne Luuka, Anne Oschwald Der Neubau fügt sich harmonisch in das Quartier Galgenhalde und das benachbarte Pflegeheim St. Meinrad ein. Foto: Luuka

25 Zusammen sind wir stärker Jedes Jahr rund um den 5. Mai finden Aktionen in verschiedenen Gemeinden und Städten im Rahmen des Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt: Klienten der Stiftung Liebenau in Meckenbeuren, Lindau, Lindenberg, Überlingen, Leutkirch, Dußlingen, Tuttlingen und Wangen im Allgäu beteiligten sich an den bundesweiten Veranstaltungen. Mit den Aktionen soll für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen geworben und auf ihre Situation in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Der Protesttag wurde angeregt von Aktion Mensch, die die Aktionen auch finanziert. LINDAU – Rund 50 Personen feierten den ersten inklusiven Jugendgottesdienst in Lindau. Vorbereitet und gestaltet wurde er von Jugendlichen der inklusiven Tipi-Gruppe, einem Angebot von luv junge Kirche in Kooperation mit der Stiftung Liebenau in Lindau. Unter dem Motto „Allein bin ich stark – zusammen sind wir stärker“ nahmen sich die Jugendlichen der Frage an, welche Position sie im Fußball spielen würden und wie sie dabei Hilfe von ihrem Trainer, der im übertragenen Sinne Gott sein kann, erhalten. Mit einem gemütlichen Beisammensein bei Sandwiches und Fußball-Cakepops klang der Abend aus. MECKENBEUREN – Tradition hat die Veranstaltung auf dem Wochenmarkt in Meckenbeuren. In diesem Jahr kam die neue Bürgermeisterin Elisabeth Kugel zum Stand, um sich zu informieren und mit den Akteuren auszutauschen. Sie versprach, sich für barrierefreie Busse einzusetzen, um möglichst vielen Menschen in Meckenbeuren Mobilität zu ermöglichen. Die Werkstattbeschäftigten und die Bewohner von Meckenbeuren und Brochenzell verschenkten Rosenharzer Kekse zusammen mit einem Gutschein für Kaffee am Nachbarstand. Die vielen Gespräche drehten sich unter anderem auch um Wohnangebote für Menschen mit Behinderung.. LINDENBERG – Bei strahlendem Sonnenschein wurden die Besucher am Huttag der Stadt Lindenberg von Clown Stefan unterhalten. Er führte vorbeischlendernde Damen mit extravaganten Hüten über seinen roten Teppich und zog die Blicke damit auf den Aktionsstand der verschiedenen Träger der Behindertenhilfe im Landkreis Lindau. Hier konnte man mit einem Rollstuhl die Barrierefreiheit der Umgebung testen, was Landtagsabgeordneter Dr. Leopold Herz gerne in Anspruch nahm: Besonders einprägsam war für ihn, dass er bei der Vorstellung der Hutkönigin außer den Rückenansichten der vor ihm stehenden Besucher kaum etwas sah. Die Aktivisten freuen sich, wenn viele Politiker sich einmal Zeit nehmen und diese Selbsterfahrungsübung absolvieren. TUTTLINGEN – In der „Mitmach“-Meile konnten die Besucher verschiedene soziale Einrichtungen und Unternehmen kennenlernen, sich über deren Angebote informieren, kreativ sein und Spiele machen. Ein Teil des Bühnenprogramms gestalteten auch Menschen mit Behinderung: Zuerst spielte Pascal Heizmann auf seiner Veeh-Harfe drei Lieblingslieder. Die inklusive Jazztanzgruppe, „Die Jäzzis“, zeigte zwei Tänze aus dem Musical „Tabaluga – Es lebe die Freundschaft“. Die Gruppe ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung Liebenau, der Fördergruppe Johann-Peter-Hebel Schule Tuttlingen, des FED (Familienentlastender Dienst e. V.) und der Volkshochschule Tuttlingen. Fabian Berenth heizte den Zuschauern mit Live-Rap und Beatbox ein und verkaufte sogar seine erste eigene CD.

Stiftung Liebenau Österreich