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wir 2 / 2018

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2 inhalt editorial 3 Leitartikel 3 Termine 4 Bundesteilhabegesetz: ein Quantensprung 6 Langjährige Mitarbeiter geehrt Jörg Munk Geschäftsführer Förderverein St. Gallus 7 Malen auf XXL-Rahmen Schwerpunkt: Meine Geschichte gehört zu mir 8 Die ganz persönliche Lebensgeschichte 10 Vertraut seit mehr als 45 Jahren 11 Wie Brücken zu den anderen 12 Ich erzähl dir, wie es früher war 13 Leben in der Stadt ist toll 15 Objektive Fakten ohne Poesie 16 Der Weg zum positiven Selbstbild Fachlich – menschlich – gut 17 Neuer Rektor der Don-Bosco-Schule 18 Fachtag: „Hilfe – Gewalt“ 20 50 Jahre Liebenauer Arbeitswelten 22 Teilhabe in der Bodenseegemeinde 23 Jede hat das Recht „Nein“, zu sagen 24 Leben auf der Galgenhalde 25 Protestaktionen rund um den 5. Mai 26 Nachrufe 28 Die Liebenau Teilhabe im Überblick 28 Impressum Titelfoto: Jugendliche auf dem Hegenberg setzen sich mit der eigenen Biografie und der der anderen auseinander. Foto: Stephan Becker Liebe Leserin, lieber Leser, jeder kennt sie, die wiederkehrenden Anekdoten innerhalb der Familie oder des Freundeskreises. Manchmal reicht ein Stichwort und die ganze Familie lacht über Dinge, die womöglich schon lange zurückliegen. Gemeinsam Erlebtes – egal ob lustig oder traurig – verschafft Zugehörigkeit und Identität. Vertraute und bekannte Menschen kennen einen mehr oder weniger großen Teil der eigenen Biografie. Bei Menschen mit Behinderungen ist es häufig anders: Zum einen sind sie nicht immer oder nicht dauerhaft im Familienleben oder einem festen Freundeskreis verankert, weil sie zum Beispiel in speziellen Einrichtungen leben, lernen oder arbeiten. Menschen mit Behinderungen haben häufig etliche Umzüge und Abschiede hinter sich. Persönliche Bezüge sind befristet und zerfallen nach einem Umzug. Während der Großteil der Bevölkerung mit den persönlichen Habseligkeiten umzieht, besteht die Gefahr, dass manchen Menschen mit Behinderungen bei einem Ortswechsel oft wenig aus der Vergangenheit erhalten bleibt. Erschwerend kann teilweise die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit sein, um sich anderen Menschen mitteilen zu können. In der aktuellen „wir“ erfahren Sie, wie es möglich wird, der Lebensgeschichte von Menschen mit Einschränkungen „ein Gesicht“ zu geben. Dem gesetzlichen Betreuer hilft manchmal die jahrzehntelange Bekanntschaft mit der zu Betreuenden, richtige Entscheidungen für sie zu treffen. Sein Wissen kann er an die Mitarbeiter weitergeben. Der junge Mann, der in einem Einzimmerapartment in der Stadt wohnt, erinnert sich gerne an Reisen, sowohl mit ehemaligen Mitbewohner, als auch mit der Familie. Für einen Bewohner ist es wohltuend die bekannten Bilder auf der Collage, die seine Zimmerwand ziert, zu studieren. Egal ob Collage, Foto- oder ICH-Buch: Sie helfen Menschen mit Behinderungen mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Besonderes Einfühlungsvermögen bedarf die Biografiearbeit mit traumatisierten Menschen, damit sie einen Weg zu einem positiven Selbstbild finden können. Jörg Munk

3 termine Leitartikel Anstrengend schöne Arbeit Mal ehrlich: Manchmal nervt es schon, zur Arbeit zu müssen. Unterm Strich aber ist Arbeit zentraler Bestandteil im Leben der meisten Menschen: Man gehört dazu und leistet seinen Teil an der Produktivität einer Gesellschaft. Das Geleistete und Geschaffene macht stolz und stark. Genauso ist es auch für Menschen mit Behinderungen. Auch für sie ist Arbeit anstrengend, aber eben auch sinnstiftend. Was dabei nicht so ganz zusammengeht: Von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren sie offensichtlich weniger: Laut Bundesarbeitsagentur waren im Jahr 2016 7,8 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung arbeitslos, der Anteil arbeitsloser Menschen mit Schwerbehinderung lag im gleichen Zeitraum bei 12,4 Prozent. Und dies obwohl ihr Recht auf Arbeit in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist, die auch Deutschland unterschrieben hat. Gründe für diese Entwicklung gibt es wahrscheinlich verschiedene. Zum einen scheint es Unternehmen weniger schwer zu fallen, eine Ausgleichsabgabe zu bezahlen, anstatt die gesetzliche Quote von Mitarbeitern mit Schwerbehinderung einzuhalten. Geld abzugeben scheint bequemer, als einen adäquaten Arbeitsplatz zu schaffen. Durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) sollen Unternehmen stärker ihrer Verantwortung nachkommen, Menschen mit Behinderung Arbeit zu bieten und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung werden sie dafür vom Bund mit dem so genannten „Budget für Arbeit“ unterstützt. Ein Grund könnte aber auch sein, dass sich Menschen mit Behinderungen bislang nur ein sehr unbedeutendes Vermögen anhäufen konnten und dadurch kaum Anreize verspürten für eine solide berufliche Laufbahn oder Karriere. Auch hier soll sich Einiges ändern. Das Schonvermögen für Menschen mit Behinderungen wird sukzessive zuerst auf 25.000 und dann auf 50.000 Euro im Jahr 2020 angehoben. Mit dem Vermögen, das darüber hinausgeht, müssen Assistenzleistungen mitfinanziert werden. Auch das Einkommen und das Vermögen des Partners darf ab 2020 nicht mehr angerechnet werden. Menschen mit geistiger Behinderung können Vermögen bis 5.000 Euro anstatt bisher 2.600 Euro ansparen. Die Sinnhaftigkeit von Arbeit ist das eine, dass sie sich finanziell lohnt, das andere. Anne Oschwald, Redakteurin Übrigens: Die Liebenauer Arbeitswelten feiern dieses Jahr 50-jähriges Bestehen. Schauen Sie doch vorbei beim Liebenauer Sommerfest am 8. Juli 2018, bei dem es Aktionen und Informationen rund um das Thema Arbeit gibt. Mehr unter www.stiftung-liebenau.de/sommerfest 16. Juni 2018 Rosenharzer Sommerfest 24. Juni 2018 Liebenauer Konzert 25. Juni 2018 Ausstellungsbeginn „Echt mein Recht“ Rosenharz 7. Juli 2018 Fußballturnier, Open Air Disco Liebenau 8. Juli 2018 Sommerfest, 50 Jahre Liebenauer Arbeitswelten Liebenau 13. Juli 2018 AIP Sommerfest mit Gottesdienst Wangen-Schauwies 30. September 2018 Erntedankfest-Gottesdienst Liebenau 30. September 2018 Liebenauer Konzert 1. November 2018 Allerheiligen Gottesdienst und Gräberbesuch Liebenau 8. November 2018 Martinsfeier mit Laternenumzug Hegenberg 12. November 2018 Martinsfeier mit dem Kindergarten Liebenau 20. November 2018 Ev. Gottesdienst Buß- und Bettag Rosenharz 2. Dezember 2018 Beginn der Herbergsuche Rosenharz 9. Dezember 2018 Beginn der Herbergsuche Hegenberg, Liebenau 14. und 15. Dezember 2018 Liebenauer Winterfeuer 15. Dezember 2018 Liebenauer Konzert 24. Dezember 2018 Krippenfeier Rosenharz, Hegenberg, Liebenau 25. Dezember 2018 Festgottesdienst Rosenharz, Hegenberg, Liebenau

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