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Stiftung Liebenau Broschüre Quartiersarbeit 2018

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Daseinsvorsorge Die

Daseinsvorsorge Die Mitverantwortung der Kommune Der demografische Wandel verändert die Struk tur der Gesellschaft und erfordert auch in der kommunalen Politik und Verwaltung einen Blickwechsel und die Neuausrichtung des Handelns. Wenn wir Daseinsvorsorge in Zukunft nicht mehr nur noch als Bereitstellen von Dienstleistungen und Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ausschließlich als passive Leistungsempfänger betrachten wollen, dann ist für diesen Paradigmenwechsel ein gemeinsamer Lernprozess notwendig. Ein Lernprozess, den die Träger sozialer Dienstleistungen, die Bürgerinnen und Bürger und die kommunalen Verwaltungen und ihre politischen Repräsentanten im Gleichklang bewältigen sollten. Den Kommunen kommt in diesem Prozess eine besondere Verantwortung bei der Sicherung und Ausgestaltung der Daseinsvorsorge unter neuen Vorzeichen zu. Dabei wird das inklusive Quartiersmanagement zu einem zentralen Instru ment des Handelns. Die Kommunen sind es, die im Rahmen ihrer Sozialplanung die Strukturen und Ressourcen für gelingendes Quartiersmanagement schaffen müssen. Denn Quartiersmanagement kann Antworten darauf finden, wie gesellschaftliches und soziales Leben so gestaltet werden kann, dass alle Menschen im Quartier so lang wie möglich selbstbestimmt leben können und gleichzeitig die Unterstützung finden, die sie brauchen. Für die Kommunen eröffnen sich darüber hin aus neue Möglichkeiten, die Entwicklung der Strukturen für die Versorgungslandschaft so zu gestalten, dass sie auf das Quartier und seine Bewohnerinnen und Bewohner passgenau zugeschnitten werden können. Dabei agiert das hauptamtliche Quartiersmanagement an der Schnittstelle von Selbstund Nachbarschaftshilfe und professionellen sozialen sowie pflegerischen Dienstleistungen. Davon profitieren junge Familien ebenso wie ältere Menschen. Aus der Aufgabenstellung der hauptamtlichen Quartiersmanagerinnen und -manager ergibt sich auch die Organisation von Bürgerbeteiligungsprozessen. Beteiligungsprozesse dienen dem Erkenntnisgewinn und der Aktivierung der Bürger. Sie können in Gremien münden, denen verschiedene kommunale Akteure angehören, die sich gemeinsam um das Quartier kümmern und Lösungen finden. Dies geschieht jedoch nicht von selbst. Es müssen Instrumente entwickelt und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Entscheidend sind daher die finanzielle Absicherung qualifizierter, hauptamtlicher Quartiersmanager und ein zentraler Quartierstreff, der allen Bürgerinnen und Bürgern offensteht. Hier sind die Kommunen in der Pflicht. Das Zusammenspiel von Kommunen, Trägern sozialer und pflegerischer Dienstleistungen sowie Bürgerinnen und Bürgern im Quartier gelingt umso besser, je passgenauer wir die Strukturen hierfür schaffen. 14 15

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