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Seelsorgekonzept der Stiftung Liebenau

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Menschen fragen nach

Menschen fragen nach der Sinnhaftigkeit des Lebens. Hier sind die Seelsorger als verständnisvolle Zuhörer gefragt. Für alte, pflegebedürftige Menschen bedeutet das Leben im Heim einen Bruch in ihrer Biografie. Nicht mehr so zu leben wie früher, alte Gepflogenheiten aufzugeben, neue zu lernen, das gewohnte soziale Umfeld zu verlassen, sich in ein ungewohntes einzufinden stellt hohe Anforderungen an Menschen im Alter, die auf Pflege angewiesen sind. Nicht selten bricht beim Gefühl, am ungewohnten Ort mit Einschränkungen leben zu müssen, die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens auf. Für viele Hochbetagte stellt sich angesichts des nahen Todes die Lebensbilanzfrage. Ein würdiges Sterben ist der Wunsch vieler Klienten in der ambulanten und stationären Altenhilfe. 3. Die Antworten der Seelsorge Seelsorge in der Stiftung Liebenau lässt sich auf die Lebenssituation von Klienten und Mitarbeitern in verschiedenen Lebensphasen dialogisch ein. Sie agiert auf drei verschiedenen Ebenen 2 . Zunächst auf der existenziellen Ebene: Es fragen Menschen nach der Sinnhaftigkeit des Lebens. Hier sind die Seelsorger als verständnisvolle Zuhörer gefragt, die möglichst genau die Fragen ihres Gegenübers aufnehmen. Sie nehmen hier vor allem die Rolle des Begleiters bei Lebensproblemen und in Lebenskrisen 2 Nach: Martin Lechner, Martin Schwer (Hrsg.), Werkbuch religionssensible Erziehungshilfe, Berlin: Pro BUSINESS 2009 10

ein. Sie verstehen sich als Unterstützer bei Fragen der Identitätsfindung. Bei Kindern und Jugendlichen begleiten sie Prozesse des Erwachsenwerdens mit ihren typischen Fragen. Auf einer zweiten Ebene stellen sich die Seelsorger den indirekten oder direkten religiösen Fragen der Klienten. Auch hier handeln Seelsorger als Lebensbegleiter, die bei der religiösen Suche Orientierung geben und, wenn nötig, den Kontakt zu Fachleuten anderer Religionen vermitteln. Auf einer dritten Ebene agieren Seelsorger auf einer spezifisch christlichen Ebene und bringen sich – wo gewünscht und benötigt – mit den bewährten seelsorgerlichen Angeboten der katholischen Kirche ein: Sie beten gemeinsam mit den Klienten, erteilen Religionsunterricht, gestalten und leiten spezielle Gottesdienste für alte, behinderte und kranke Menschen, taufen, hören die Beichte, spenden die Krankensalbung, assistieren bei Trauungen und gestalten Beerdigungen. Falls dies gewünscht wird oder bestimmte Regeln es nötig machen, vermitteln Seelsorger der Stiftung Liebenau auch Kollegen aus den zuständigen Kirchengemeinden. Bei Klienten mit anderen christlichen Bekenntnissen und Nichtchristen vermitteln die Seelsorger ebenfalls Kontakte, die dem religiösen Bekenntnis der Betroffenen gerecht werden. 11

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