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LAWerleben - 2/2021

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Servicewelt

Servicewelt Kommunikation wird bei den Mitarbeitenden großgeschrieben – für ein wertschätzendes Miteinander: (von links Shiu Yie Furze, Susanne Walser, Julia Rieger und Nils Brenner) Gemeinsam ein starkes Team TEXT: SARAH SCHNEIDER | BILD: ANNIKA SCHWAB In unseren Gewerken arbeiten Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zusammen. Wie schaffen es die Teams, ein gutes und wertschätzendes Miteinander aufzubauen und zu erhalten? Die Antwort lautet: Kommunikation. Miteinander reden, zu Wort kommen lassen, zuhören und gehört werden. Shiu Yie Furze ist Gruppenleiterin unserer WfbM im Catering. Sie betreut derzeit 18 Beschäftigte sowie Praktikanten vom Berufsbildungsbereich (BBB) und umliegenden Schulen. Alle sind in die Abläufe eingebunden, die Mehrheit von ihnen arbeitet entweder eigenverantwortlich mit oder hat jemanden aus der Küche unterstützend zur Seite. „Was uns im Catering so stark macht, ist ganz klar, dass wir offen miteinander sprechen, sei es bei unseren regelmäßigen Meetings oder zwischen Tür und Angel“, sagt Shiu Yie Furze. „Wir als WfbM gehören einfach dazu und das beruht vor allem auf unserem engen Austausch. Das schafft gegenseitiges Verständnis und Vertrauen und das spüren alle in unserem Team“, ergänzt Furze. Arbeiten Beschäftigte Seite an Seite mit Mitarbeitenden, geht sie regelmäßig mit diesen ins Gespräch und informiert sich über die beschäftigte Person: Was kann sie besonders gut, wo benötigt sie Unterstützung, welche Persönlichkeitsmerkmale machen sie aus. Mit diesem Wissen gelingt die Zusammenarbeit besser und die WfbM-Beschäftigten erfahren mehr Unterstützung für ihre individuellen Entwicklungsziele. Einen weiteren Baustein für eine gelingende Zusammenarbeit bilden regelmäßige Besprechungen mit den verwaltenden Bereichen im Catering. „Wir vernetzen uns jeden Morgen über Microsoft Teams für 15 bis 30 Minuten. Wir schauen uns die anstehenden Aufgaben an und unterstützen uns gegenseitig, wenn es klemmt“, informiert Shiu Yie Furze. „An unserem Feedbackmittwoch üben wir uns im Rückmeldung geben – offen und ohne Vorbehalte.“ Ein Entscheidungs- und Reflektionsmeeting bietet dem Team Zeit und Raum auch für umfangreichere Themen. Hier stellt Furze gerne jemanden aus der Catering-WfbM vor. „Je mehr wir voneinander wissen, je offener wir miteinander sprechen, desto besser sind wir als Team“, bringt Shiu Yie Furze es auf den Punkt. 8 2|2021

Grüne Welt Ein herrlicher Ausflug TEXT: NOBERT MÖHRLE, UWE WENDTLAND Nachdem der Inzidenzwert weiter gesunken war und die coronabedingten Beschränkungen gelockert wurden, beschlossen wir den Werkstattausflug stattfinden zu lassen. Allerdings in kleineren Gruppen zu unterschiedlichen Terminen und Zielen. Zu acht ging es etwa Anfang Juli nach Überlingen zur Landesgartenschau. Morgens schüttete es wie aus Kübeln, wovon wir uns aber nicht aufhalten ließen. Als wir am wundervollen Bodensee ankamen, konnte man die Menschen an zwei Händen abzählen. Trotz Regen spazierten wir freudig mit Regenschirm und -jacke durch die Landesgartenschau. Wir schlossen uns einer inklusiven Führung an, die Uwe Wendtland und ein eh- renamtlicher Gästeführer gemeinsam machten. Sie war sehr spannend, aufschlussreich und gab viele Einblicke hinter die Kulissen der Landesgartenschau. Unsere Gruppe schlenderte über das Gelände und kehrte zur Mittagszeit in ein nettes kleines Wirtshaus ein, wo es Schnitzel mit Pommes für uns gab. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof schleckten wir Eis und bewunderten dabei die wunderschönen Blümchen. Glücklich, müde und erschöpft setzten wir uns in den Zug und fuhren zurück. Im Gespräch mit Danja Kranz – stellvertretende Werkstattleitung (Holding), Leitung Jobcoaching, Sozialdienst INTERVIEW UND BILD: SVENJA KRANZ Frau Kranz, Sie sind seit elf Jahren in der Stiftung Liebenau? Ich begann 2010 als stellvertretende Werkstattleitung und Sozialdienst in der LiSe. Später habe ich den Bereich Jobcoaching aufgebaut, den ich seither leite. Mein Aufgabenbereich hat sich jetzt im Juni erweitert zur stellvertretenden Werkstattleitung und Sozialdienst in der Holding, als der Kollege Kai Wilde in den Ruhestand ging. Was sind die Aufgaben in Ihrer neuen Position? Ich begleite die Aufnahme von Menschen, die bei uns arbeiten wollen oder den Wechsel in andere Bereiche. Ich kooperiere mit dem Werkstattrat, begutachte Prozesse und Abläufe in den Werkstätten auf Gesetzeskonformität und entwickle Konzepte mit. Verwaltung und Dokumentation gehören zu meinen Aufgaben wie auch die Organisation von Veranstaltungen wie Betreuerversammlungen und Sommerfeste. Ein großer Teil meiner Arbeit ist das Konfliktmanagement. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Unsere Werkstätten sind in Bezug auf das Bundesteilhabegesetz schon ganz gut aufgestellt und in den letzten Jahren wurden tolle Konzepte entwickelt. Ich wünsche mir, dass sie noch mehr mit Leben gefüllt und zusammen umgesetzt werden. Damit das Ziel der Inklusion in der Gesellschaft verwirklicht werden kann, müssen wir unsere Sichtweisen ändern. Die Trennung zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen gilt es aufzuheben. Dann braucht es Worte wie „Behinderung“ oder „Unterstützungsbedarf“ gar nicht mehr. 2|2021 9

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