Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Monaten

LAWerleben - 2/2021

  • Text
  • Wwwstiftungliebenaude
  • Gemeinsam
  • Wfbm
  • Schwab
  • Annika
  • Stiftung
  • Arbeitswelten
  • Liebenau
  • Arbeit
  • Menschen
  • Liebenauer

Grüne Welt Täglich im

Grüne Welt Täglich im Einsatz für den Freizeitpark TEXT UND BILD: CLAUDIA WÖRNER Müllrunde im Ravensburger Spieleland: Die Beschäftigten der Grünlandgruppe des Garten- und Landschaftsbaus leeren jeden Morgen 120 Mülleimer in dem Freizeitpark. Morgens um 8.30 Uhr im Ravensburger Spieleland: Im Freizeitpark ist außer Vogelgezwitscher nichts zu hören und die Fahrgeschäfte stehen noch still. Die Zeit bis zur Öffnung um 10 Uhr nutzen die Werkstattbeschäftigten der Grünlandgruppe des Garten- und Landschaftsbaus, um das größte Spielzimmer der Welt für die Besucher in Ordnung zu bringen. Sie leeren die Mülleimer, jäten Unkraut, mähen den Rasen, pflegen die Blumenbeete und rechen die Kieswege. Die morgendliche Tour durchs Ravensburger Spieleland ist für die acht bis zwölf Werkstattbeschäftigten der Grünlandgruppe genau festgelegt. Insgesamt 120 Mülleimer, verteilt über das gesamte Gelände, gilt es in der Hauptsaison täglich zu leeren und mit neuen Müllsäcken auszustatten. Jeder Sack wird doppelt verknotet und landet auf dem Fahrzeuganhänger. Nicht jedes Eispapier und jeder Trinkbecher findet den Weg in den Mülleimer. Schnell sind auch sie mit dem Müllzwicker eingesammelt. Gut zwei Kilometer sind die Beschäftigten bei ihrer Tour unterwegs. Dann fliegen die prall gefüllten Säcke mit Schwung in die Müllpresse. „Aktuell verlassen wir den Park bevor die ersten Besucher kommen, damit wir keine Kontakte haben und beim Arbeiten keine Masken tragen müssen“, berichtet Marianke Harras, Fachkraft für Arbeit und Bildung im Garten- und Landschaftsbau. Jeder wisse, was er zu tun habe und kenne sich auf dem weitläufigen Gelände gut aus. Mit der Pflege der Blumenbeete würde das eingespielte Team im Sommer bereits morgens um 6 Uhr beginnen. „Die meisten fangen gern früh an, denn dann ist der Feierabend auch entsprechend früher.“ Die Routine und die täglich gleichen Abläufe geben den Beschäftigten die notwendige Sicherheit. „Gleichzeitig können sie in ihrem jeweiligen Rahmen selbstständig arbeiten und sie wissen, dass ihre Arbeit wichtig und wertvoll ist“, sagt Harras. Sollen sich die Besucher des Spielelands doch wohl fühlen. Die Männer und Frauen mit ihren jeweiligen Einschränkungen seien durchweg gerne im Freien und nehmen dafür auch die Arbeit bei jedem Wetter in Kauf. „Ihnen liegt diese Tätigkeit mit viel Bewegung einfach besser, als die Arbeit in einer Werkstatt mit mehr Leuten auf engerem Raum“, weiß die Fachkraft. 10 2|2021

Liebenauer Arbeitswelten Inklusion durch Wohnen und Arbeiten TEXT UND BILD: CLAUDIA WÖRNER Fünf Einzimmer- und eine Zweizimmer-Wohnung stehen in Eriskirch für Menschen mit Unterstützungsbedarf, die ambulant betreut werden, kurz vor der Fertigstellung. Mitten in der Gemeinde sollen sie nicht nur wohnen, sondern auch bei der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützt werden. Die sechs kleinen Wohnungen befinden sich zusammen mit zwei weiteren in einem neuen, dreistöckigen Haus der Plümer Wohnbau GmbH im Eriskircher Ortsteil Schlatt. Gemietet von der Stiftung Liebenau ist Inklusion in der Gemeinde für die Menschen, die hier leben werden, das erste Ziel. „Dazu gehört, dass man idealerweise an dem Ort arbeitet, an dem man wohnt“, erläutert Danja Kranz, Leiterin des Jobcoachings der Liebenauer Arbeitswelten. Assistenz erhalten die Menschen mit Unterstützungsbedarf im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens der Liebenau Teilhabe. „Die Unterstützung orientiert sich am individuellen Bedarf der Klienten und beinhaltet sowohl Hilfe durch Fachkräfte als auch durch Alltagsbegleiter“, sagt Jilmara Allgaier, Leiterin der Ambulanten Dienste Bodenseekreis. Da sich in Eriskirch keine weiteren Einrichtungen der Behindertenhilfe befinden, verspreche das Wohnen in dem neuen Gebäude für die Menschen ein hohes Maß an Normalität. wegen Arbeitsmöglichkeiten für seine Klienten umgehört. „Die Offenheit ist auf jeden Fall da“, stellt Danja Kranz fest. Kontakte geknüpft hat sie unter anderem bereits mit Industrie- und Handwerksbetrieben, dem lokalen Obstgroßhandel, Gastronomie, Einzelhandel und Bauernhöfen. „Erste Praktika laufen schon im Haus der Pflege und im Kindergarten Mariabrunn“, berichtet sie. Nur wenige Schritte von der Eriskircher Ortsmitte finden die zukünftigen Bewohner vor Ort alle notwendigen Einrichtungen vom Lebensmittelgeschäft über Bäckerei, Wochenmarkt und Café bis hin zur Apotheke. Eine gute Busverbindung nach Friedrichshafen und Tettnang sorgt für Mobilität. Der Einzug ist im Spätsommer geplant. Erste Kontakte mit Betrieben geknüpft Das Besondere an diesem Projekt der Stiftung Liebenau in Eriskirch ist, dass die Kombination von Wohnen und einer Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in der Gemeinde angestrebt wird. Bereits vor Abschluss der Mietverträge hat sich das Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten deshalb vor Ort in den Betrieben Kurz vor der Fertigstellung sind in Eriskirch sechs Wohnungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Sie sollen hier nicht nur leben, sondern auch in der Gemeinde auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten. 2|2021 11

Stiftung Liebenau Österreich