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LAWerleben - 1/2021

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Grüne Welt Wenn er

Grüne Welt Wenn er nicht da ist, merkt man es sofort TEXT UND BILD: CLAUDIA WÖRNER Franz-Josef Rahmer arbeitet seit 30 Jahren in der Zierpflanzengärtnerei der Stiftung Liebenau und ist damit der dienstälteste Werkstattmitarbeiter. Der Langenargener liebt die Ordnung und weiß genau, wo was hingehört. Er schätzt die vielfältige Arbeit mit den Pflanzen im Jahreslauf. Geranien stutzen und auseinander rücken, Balkonkästen bepflanzen, an der wechselnden Blumendekoration in der Liebenauer Kirche mitarbeiten und bei der Bepflanzung der Gräber auf dem Friedhof helfen: Franz- Josef Rahmers Aufgabengebiet in der Zierpflanzengärtnerei ist sehr vielfältig. Nach 30 Jahren kennt er die Abläufe längst und weiß genau, wo alles hingehört. „Ich Mit Pflanzen auf Du und Du: Franz-Josef Rahmer arbeitet seit 30 Jahren in der Zierpflanzengärtnerei der Stiftung Liebenau. mag keine Unordnung und räume gern auf“, erzählt der 55-jährige Werkstattmitarbeiter der Liebenauer Arbeitswelten. Ihm sei wichtig, dass die Dinge an ihrem Platz sind und man nicht lang suchen muss. Nicole Voßberg, Fachkraft für Arbeit und Bildung, kann das nur bestätigen: „Wenn Franz-Josef mal nicht da ist, merkt man es sofort.“ Ein alter Hase, der weiß, was ansteht Aktuell ist Franz-Josef Rahmer in der Zierpflanzengärtnerei der dienstälteste Mitarbeiter. „Keiner ist so lange da wie er“, sagt Nicole Voßberg. Vor 30 Jahren sei die Arbeit körperlich anstrengender gewesen, erinnert er sich an die Anfangszeit. Als „alter Hase“ sucht er sich seine Tätigkeiten inzwischen überwiegend selbst, und je nach Jahreszeit weiß er, was ansteht. Coronabedingt ist es im Moment etwas ruhiger in den Gewächshäusern. Aber wenn von April bis Juni der Verkauf läuft, gibt es für die Werkstattmitarbeitenden wieder genug zu tun. „Blumentöpfe sauber ausspülen, Pflanzen ausputzen, gießen und für den Verkauf vorbereiten“, nennt Franz- Josef Rahmer ein paar Beispiele. Natürlich kennen viele Stammkundinnen und -kunden den Werkstattmitarbeiter seit vielen Jahren. „Mir gefällt es, wenn sich die Leute an den Pflanzen freuen“, sagt er und lächelt dabei. Keine Frage – auch er selbst mag die Pflanzen samt der mit ihnen verbundenen Arbeit gern. Täglich kommt Franz-Josef Rahmer von Langenargen an seinen Arbeitsplatz. „Ich lebe bei meiner Schwester und ich fahre schon immer mit dem Zug nach Meckenbeuren und dann weiter mit dem Bus nach Liebenau“, berichtet er. In seiner Freizeit macht er sehr gern Spaziergänge entlang des Bodensees oder fährt mit seinem Fahrrad. 8 1|2021

Grüne Welt In der Gemüsegärtnerei der Stiftung Liebenau gibt es immer etwas zu tun: Bei der Zusammenstellung der Ware für Wiederverkäufer ist Sascha Dilgers Hilfe gefragt. Kartoffeln sind sein Spezialgebiet TEXT UND BILD: CLAUDIA WÖRNER Vom Aussäen und Pflanzen über die Pflege bis hin zur Ernte und der Vorbereitung für den Verkauf: In der Gemüsegärtnerei der Stiftung Liebenau gibt es für 19 Werkstattbeschäftigte zahlreiche und ganz unterschiedliche Tätigkeiten. Das ganze Jahr über werden auf den Wochenmärkten von den Kunden in der Region angebaute Kartoffeln nachgefragt. Sascha Dilgers Arbeit besteht darin, sie im Vorfeld sorgfältig abzuwiegen und in Papiertüten zu verpacken. Bereits seit 15 Jahren ist Sascha Dilger in der Gemüsegärtnerei tätig. „Mir gefällt die Arbeit hier einfach gut“, bringt der 42-Jährige seine langjährige Motivation auf den Punkt. An der Digitalwaage redet ihm keiner rein und er gibt sich viel Mühe, die Kartoffeln genau abzuwiegen. „In jeder Tüte sind zwei Kilo, auf gar keinen Fall weniger.“ Findet der Werkstattbeschäftigte eine faule Kartoffel, sortiert er sie selbstverständlich aus. Auch die Triebe der über den Winter gelagerten Kartoffeln entfernt er sorgfältig. Sechs Papiertüten mit je zwei Kilo passen in eine Kiste. Rund 360 Kilo festkochende Kartoffeln und 180 Kilo mehlige Kartoffeln wiegt und verpackt Sascha Dilger pro Woche ab. Wenn er nebenher Radio hören kann, passt es. Verständnis für Zahlen ist wichtig Susanne Nahrmann achtet als Fachkraft für Arbeit und Bildung in der Gemüsegärtnerei darauf, dass die Werkstattbeschäftigten mit ihren ganz unterschiedlichen Kompetenzen und Bedürfnissen weder über- noch unterfordert sind. „Für Sascha Dilgers Arbeit ist zum Beispiel das Zahlenverständnis wichtig“, erläutert sie. Holt er etwa die Ware für die Wiederverkäufer aus dem Lager oder dem Kühlraum, gilt es auch hier, Ware wie Gurken und Salatköpfe nachzuzählen oder Möhren und Tomaten zu wiegen. Kleine Botengänge, um in der Landwirtschaft Äpfel abzuholen oder Gemüse in die Hauptküche zu bringen, sind für ihn eine willkommene Abwechslung. Weniger gern springt er beim Binden der Petersiliensträußchen ein oder putzt den Boden. Selbstständig mit dem Bus zur Arbeit Sascha Dilger ist vor drei Jahren von der St. Lukas-Klinik nach Pfingstweid in eine Wohngemeinschaft gezogen. Seine Arbeit in der Gemüsegärtnerei wollte er aber keinesfalls aufgeben. Lieber fährt er jeden Tag mit dem öffentlichen Bus nach Liebenau und zurück. Auch das Umsteigen am Tettnanger Bärenplatz hat er gut eingeübt. „Wir sind ja zu zweit, das klappt gut“, erzählt er. 1|2021 9

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