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LAWerleben - 1/2021

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Werkstattwelt Selbst

Werkstattwelt Selbst gefaltete Blume als Eintrittskarte TEXT UND BILD: SUSANNE SCHLOSSER Wegen Corona ist die Landesgartenschau (LGS) 2020 in Überlingen ausgefallen. Wohin nun mit dem ganzen Werbematerial? Das fragten sich die Initiatoren der LGS. In Zusammenarbeit mit der Liebenau Teilhabe ergaben sich neue Perspektiven für übriggebliebenes bedrucktes Papier. Die für 2020 geplante Landesgartenschau in Überlingen musste wegen Corona leider kurzfristig verschoben werden. Da die Eröffnung schon geplant war, waren Werbemittel wie Prospekte, Plakate, Werbebanner und Flyer schon gedruckt, wurden nun aber überflüssig. Schließlich waren sie nicht mehr aktuell. Wohin nun mit dem vielen bedruckten Papier? Das überlegte sich das LGS-Team und suchte Partner. In den verschiedenen Förder- und Betreuungsbereichen (FUB) der Liebenau Teilhabe ist das Gestalten mit verschiedenen Materialien wie Stoffen, Papier und Holz zu nützlichen Produkten ein Schwerpunkt. Fachkräfte für Arbeit und Bildung unterstützen Menschen mit Beein- 2 1|2021

Werkstattwelt trächtigungen und führen sie an die einzelnen Arbeitsschritte heran. Diese sind so gegliedert, dass jeder selbst oder unter Anleitung die Arbeit ausführen kann. Eva Müllerschön arbeitet im FUB in Rosenharz und arbeitet schon seit vielen Jahren mit Papier, aus dem sie mit den Beschäftigten ansprechende und nützliche Dinge herstellt. Im Herbst 2020 stellte sie kurz entschlossen mit zwei Beschäftigten ihre Papierproduktideen beim Vertrieb der LGS vor. Aus alt mach neu: Diese Idee überzeugte die LGS und so bekam die Liebenau Teilhabe den Auftrag. So viel Papier Die Überraschung war groß, als die 21 Paletten – 20 Tonnen! – Papier geliefert wurden. Rasch wurden daraus 100 Klemmbretter, 5000 Samentüten, Grußkarten, 300 Notizbücher und 5000 Blumen. Eva Müllerschön bat die Arbeitsbereichsleiter der Liebenau Teilhabe um Unterstützung. „Das Tolle am Blumenfalten ist, dass die Werkstätten ortsübergreifend ganz schnell zusammenarbeiten konnten,“ sagte sie. Von Bad Waldsee über das KuBiQu in Ravensburg bis Leutkirch, von Markdorf bis Liebenau, von Amtzell bis zur Arbeitsgruppe bei Ravensburger wurde geschnitten, gefaltet und geklebt. Fleißig waren zudem auch Beschäftigte, die wegen Corona zu Hause bleiben mussten und ehemalige Beschäftigte in Rente. Die Papierblumen sollten zur Eröffnungsfeier am 9. April 2021 fertig sein: für Besucherinnen und Besucher eine mit viel Herz gefaltete Blüte als Eintrittskarte. Im Gespräch mit: Klaus Bussenius, Arbeitsbereichsleiter der WfbM Liebenau DAS INTERVIEW FÜHRTE: MELA- NIE ROSENBERGER, MITGLIED IM REDAKTIONSTEAM DER WFBM LIEBENAU | BILD: BRIGITTE ARFF Was war Ihr letzter Job? Betriebsleiter im Berufsbildungswerk in Ravensburg. Dort war ich verantwortlich für die Ausbildung der Logistikberufe Fachlageristen und Fachkräfte Lagerlogistik mit insgesamt 50 Auszubildenden. Wo sind Sie geboren? Ich bin in Weingarten geboren. Was war Ihr erster Beruf? Ich bin gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann. Wo haben Sie in der Stiftung Liebenau angefangen? Ich habe im März 1997 in der Stiftung Liebenau angefangen – damals in den hauswirtschaftlichen Servicebetrieben im Bereich als Einkäufer. Warum haben Sie den Job hier gewählt? Diesen Job habe ich ausgewählt, weil ich sehr gerne mit Menschen mit Behinderungen zusammenarbeite. Ich spüre eine große Herzlichkeit und Ehrlichkeit. In einer WfbM tätig zu sein, das hat einen ganz großen Reiz für mich, und ich habe hier auch ein super Team. Alle bringen sich toll ein, sodass man hier in dieser Werkstatt zusammen was bewegen kann. Wichtig ist ein guter Teamgedanke, Qualität und Zuverlässigkeit für die Menschen hier in Liebenau und für unsere Auftragspartner. Was machen Sie gerne, wenn Sie nicht bei der Arbeit sind? Meine Hobbys: Ich bin ein Naturmensch – das heißt ich bin sehr gerne draußen in der Natur und dort bin ich auch sehr viel beim Fahrradfahren und Wandern. 1|2021 3

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