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LAWerleben - 1/2021

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Liebenauer Arbeitswelten

Liebenauer Arbeitswelten Redaktionsteam tagt virtuell TEXT UND BILD: BRIGITTE ARFF Seit es die Zeitschrift LAWerLeben gibt, arbeitet im Hintergrund auch ein Redaktionsteam an den Inhalten. Bis eine Ausgabe erscheint, treffen sich Mitarbeitende und Werkstattbeschäftigte aus den drei Gesellschaften der Liebenauer Arbeitswelten regelmäßig. Sie sammeln Themen, diskutieren und entscheiden über Texte und Bilder. Alles hatte sich perfekt eingespielt. Doch dann kam die Pandemie… Seit Monaten schon fand keine Redaktionssitzung unter Beteiligung unserer Werkstattbeschäftigten statt, um zum Schutz aller Beteiligten beizutragen. Eine Sitzung in großer Runde ist derzeit undenkbar. Doch die Pandemie bot eine große Chance, die auch genutzt wurde: Inzwischen sind viele Mitarbeitende des Bereiches Arbeit und Bildung „Profis“ bei digitalen Zusammenkünften. Ein guter Zeitpunkt war gekommen, die Beschäftigten wieder enger miteinzubinden. So fanden die Sitzungen für diese Ausgabe erstmals virtuell statt. Solange die Pandemie keine größeren persönlichen Treffen zulässt, ist dies eine gute Alternative, um alle zu beteiligen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen – darüber sind sich alle im Team einig. Wunscharbeitsplatz in der Schlosserei TEXT UND BILD: CLAUDIA WÖRNER Michael Weinmann ist einer von sieben Werkstattbeschäftigten in der Stiftung Liebenau Technische Dienste. In der Schlosserei hat der 28-Jährige mit Unterstützungsbedarf 2011 seinen Wunscharbeitsplatz bei den Liebenauer Arbeitswelten gefunden. Wenn der Friedrichshafener morgens um 7.30 Uhr in der Schlosserei ankommt, stellt er zuerst das rote Fensterchen des Kalenders auf das Datum des Tages. Dann kann es losgehen. Zu seinen Aufgaben gehört zum Beispiel, Löcher in einen Stahlträger zu bohren. Die Ständerbohrmaschine bedient er selbstständig und er weiß genau, welchen Bohrer er verwenden muss. Ob es darum geht, Stahl zu grundieren oder fertig zu lackieren, oder eine Schweißnaht abzubeizen und anschließend zu polieren: Schlosser Jörg Hutschneider kann sich auf seinen Mitarbeiter verlassen, mit dem er als Betriebspate seit sieben Jahren eng und gut zusammenarbeitet. Mit dabei ist der Beschäftigte auch auf Baustellen, um etwa ein Geländer oder ein Schild zu montieren. „Ich glaube, dass ich hier in der Schlosserei noch lange arbeiten werde“, blickt der junge Mann zuversichtlich in die Zukunft. 10 1|2021

Liebenauer Arbeitswelten Bezüglich der Aufgaben von Franziska Sauter (von links) sind Ulrike Schulta (Kindergartenleiterin), Fatma Tokalakoglu (Jobcoach der Liebenauer Arbeitswelten) und Mentorin Katrin Huber in enger Abstimmung. Betriebsintegrierter Arbeitsplatz TEXT UND BILD: CLAUDIA WÖRNER Mit ihrer Arbeitsstelle im Kindergarten Kluftern ging für Franziska Sauter aus Fischbach ein Herzenswunsch in Erfüllung. Gelang ihr damit doch vor fast drei Jahren der Schritt von der Werkstatt der Liebenau Service (LiSe) auf den ersten Arbeitsmarkt und damit in Richtung Normalität. Rechtlich ist ihr betriebsintegrierter Arbeitsplatz zwar einem in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) gleichgestellt, aber die Tätigkeit fühlt sich für die junge Frau ganz anders an. In erster Linie ist Franziska Sauter in der Hauswirtschaft des Kindergartens Kluftern beschäftigt. „Wir sind ein Ganztageskindergarten und da fällt viel Wäsche an. In diesem Bereich ist sie für uns eine sehr große Hilfe“, berichtet Kindergartenleiterin Ulrike Schulta. Morgens schneidet die 30-Jährige Äpfel für Die Vorteile für Arbeitgeber Für Menschen mit Unterstützungsbedarf eignen sich besonders einfache und zeitintensive Routineaufgaben, die die anderen Mitarbeitenden entlasten. Findet ein Mensch einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz, wird er ebenso wie das Unternehmen von Jobcoaches der Liebenauer Arbeitswelten unterstützt. die Vesperpause und kocht Tee. Für die Ruhezeit der Kleinen richtet sie die Bettchen her. Außerdem kümmert sie sich darum, dass die Schränke mit den Bastelmaterialien immer aufgefüllt und sortiert sind. Sie sorgt für Ordnung im Garderobenbereich und im Gummistiefelregal, kehrt die Böden und jetzt, in der Coronazeit, ist das regelmäßige Desinfizieren der Tische und Handläufe eine ganz wichtige Tätigkeit. Auch von den Eltern sei die neue Mitarbeiterin sehr positiv aufgenommen worden. „Und von den Kindern sowieso.“ Jobcoach unterstützt Sie kenne den Geburtstag jeder Erzieherin. „Jede bekommt dann eine Karte von mir“, erzählt Franziska Sauter nicht ohne Stolz. Inzwischen genügt es, wenn der Jobcoach der Liebenauer Arbeitswelten einmal in der Woche in den Kindergarten kommt, um zu besprechen, was gerade ansteht. „Aber nach wie vor ist der regelmäßige Austausch zwischen Jobcoach Fatma Tokalakoglu und uns Mentorinnen ganz wichtig, damit der Alltag auf dem ersten Arbeitsmarkt für Franziska gut funktioniert“, so Katrin Huber. „Wir bedauern alle, dass wegen Corona leider alles ein wenig anders aussieht“, sagt Ulrike Schulta. „Franziska ist und bleibt für unser Team aber eine Bereicherung.“ 1|2021 11

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