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Jahresbericht 2020 der Stiftung Liebenau

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Stiftung Liebenau Bericht des Vorstandes „Coronapandemie”: So heißt das Wort des Jahres 2020, das die Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt hat. In der Stiftung Liebenau ist das Wort des Jahres ein anderes: „Solidarität”. Solidarität, Gemeinschaftsgefühl, Verantwortung fürund miteinander haben das Leben in diesem Jahr in besonderer Weise bestimmt. Den größten Verdienst daran haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die – ob in Pflege, Teilhabe, Schule oder Therapie, im Management, Catering oder in der IT – gemeinsam Wege gefunden haben, mit der Krise nicht nur zurechtzukommen, sondern mit großer Flexibilität und Einsatzbereitschaft das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Solidarität haben wir auch erlebt bei den Führungskräften, die über Ländergrenzen hinweg einander unterstützt und beraten haben, und auch bei unseren Partnern im Sozialbereich, die nicht Besitzstände gewahrt, sondern Lösungen geteilt haben. Ihnen allen an dieser Stelle einen sehr, sehr großen Dank! 2020: Ein Jahr im Ausnahmezustand Waren wir in der Stiftung Liebenau im Januar 2020 noch voller Vorfreude in ein reichhaltiges Jubiläumsjahr gestartet, traf uns die Coronapandemie im Februar umso härter. Als in Oberschwaben noch Fasnet gefeiert wurde, kam der erste Hilferuf aus unseren Einrichtungen in Italien. Die deutschen Kollegen reagierten solidarisch und schickten einen Bus voller Schutz- und Desinfektionsmaterialien über die Alpen. Nur wenig später traten die ersten Infektionen in Deutschland auf. Nun halfen den Verantwortlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die italienischen Erfahrungen zu Prävention und Umgang mit Erkrankten. Dennoch waren auch wir keineswegs vorbereitet auf das, was in den folgenden Wochen auf uns zukommen sollte. Klar war zunächst nur: Es galt, Mitarbeitende und betreute Menschen bestmöglich zu schützen. Im ersten Lockdown hieß die Antwort: Kontaktvermeidung um jeden Preis. Und der Preis war hoch: Alltagsstrukturen gingen verloren, Menschen fühlten sich einsam. Es folgte ein „Hoffnungssommer”. In der Stiftung Liebenau richteten wir uns auf eine „neue Normalität” ein, auf langsames Hochfahren. Doch die Ernüchterung folgte schon nach wenigen Wochen. Vor allem in den deutschen Einrichtungen, die im Frühjahr nur wenige Infektionen zu verzeichnen hatten, stiegen die Zahlen rapide, der Grad an Erschöpfung wuchs. Der Beginn der Impfungen ließ erneut Hoffnung aufkommen, aber auch Skepsis. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren müde und überlastet, zum Teil auch verunsichert. Nicht alle sahen die Impfung als Erlösung. Die Infektionszahlen erzählen eine bittere Geschichte: Im Jahr 2020 haben sich in den Einrichtungen der Stiftung Liebenau in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien 688 Menschen mit Corona infiziert, 396 betreute Menschen und 292 Mitarbeitende. 41 Menschen, die in unseren Einrichtungen lebten und betreut wurden, sind im vergangenen Jahr an oder mit dem Virus gestorben. Menschen mit ganz individuellen Lebensgeschichten, deren Tod Trauer und Bestürzung ausgelöst hat. Ihre letzte Lebenszeit in Würde zu gestalten, war unter Coronabedingungen nicht leicht. Und dennoch haben die Mitarbeitenden das möglich gemacht. Auch gelang es trotz Coronabedingungen in den meisten Situationen, den Familien zu einem Abschied zu verhelfen. Mitarbeitende unter Druck Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war das Jahr 2020 in vielerlei Hinsicht ein besonders belastendes Jahr. Zur Sorge um die eigene Gesundheit kam in vielen Bereichen erhebliche Mehrarbeit hinzu. Die ohnehin angespannte Personalsituation in Pflege und Betreuung wurde noch enger, Entlastungsangebote wie zum Beispiel Supervisionen noch geringer. In anderen Arbeitsbereichen musste Kurzarbeit angeordnet werden. Vor allem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Catering, in der Reinigung, in technischen Bereichen oder im Fahrdienst gab es wegen des Wegfalls von Angeboten nicht ausreichend Beschäftigung – auch dies eine Belastung für die Betroffenen. 12 Stiftung Liebenau

Das Jahr 2020 in Zahlen 411 MENSCHEN MIT TEILHABEBEDARF IM AMBULANT BETREUTEN WOHNEN 8257 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER 2195 EHRENAMTLICH ENGAGIERTE 5214 PATIENTEN DER AMBULANZEN 52 Mio. EURO INVESTITIONEN 1251 KUNDEN DER SOZIALSTATIONEN 2396 Tonnen WÄSCHE 12500 FESTMETER HOLZEINSCHLAG 1200 ARBEITSPLÄTZE FÜR MENSCHEN MIT TEILHABEBEDARF 431 Mio. EURO ERLÖS (KONSOLIDIERT & ADDIERT) 65 HÄUSER DER PFLEGE 2457 TEILEHMENDE AN FORT- UND WEITERBILDUNG 521 KINDER IN KINDER- TAGESSTÄTTEN 51 2807 BETREUTE PCS 547 AUSZUBILDENDE MIT FÖRDERBEDARF 1179 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER 435 HEIMGEBUNDENE WOHNUNGEN 119 STANDORT- KOMMUNEN WOHNHÄUSER FÜR MENSCHEN MIT TEILHABEBEDARF 317 WEIDERINDER Alle Zahlen beziehen sich auf die Stiftung Liebenau, ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie sonstige zugeordnete Rechtsträger sowie die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist gemäß der jeweiligen Beteiligungsquote. Stand 31.12.2020. Stiftung Liebenau 13

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