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Jahresbericht 2019 der Stiftung Liebenau

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1945 Endlich enden Krieg

1945 Endlich enden Krieg und Besatzung Die alliierten Truppen erreichen Liebenau am 29. April 1945. Die in der Heil- und Pflegeanstalt stationierte kleine deutsche Wachmannschaft wird verhaftet und nach Ravensburg gebracht. Die zivilen Internierten und die Zwangsarbeiter können nach und nach in ihre Heimat zurückkehren. 1950er Jahre Die Modernisierung beginnt Auch in den 1950er Jahren übersteigt die Anzahl der Aufnahmegesuche den vorhandenen Platz in der Heil- und Pflegeanstalt Liebenau. Ein genau geregeltes Bauprogramm sieht neben der Schaffung mehrerer neuer Bauten auch die Modernisierung der alten Gebäude vor. In dieser Zeit entsteht in Liebenau unter anderem das St. Anna-Haus und die Gärtnerei mit dem angeschlossenen Gewächshaus. Auch die Verwaltung und Personalpolitik werden modernisiert. Das Vermögen der Stiftung wird nutzbringend angelegt und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden zusätzliche Altersvorsorge und höhere Gehälter beschlossen. 1968 Die Haltung gegenüber Menschen mit Behinderungen Menschen mit Behinderungen werden gefördert und gefordert ändert sich in dieser Zeit grundlegend. Bisher bestand der Umgang mit den Menschen in der Heil- und Pflegeanstalt Liebenau vor allem darin, die verschiedenen Temperamente und Ausprägungen der jeweiligen Behinderungen durch Disziplinierung in den Griff zu bekommen. Immer mehr ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte werden nun eingesetzt, mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern und Fähigkeiten zur Eigenständigkeit zu entwickeln. (10) 10 1970 1970 feiert die Heil- und Pflegeanstalt Liebenau ihr Aus der Heil- und Pfleganstalt wird die Stiftung Liebenau 100-jähriges Bestehen. Sie nennt sich nun offiziell Stiftung Liebenau. Zu dem neuen Namen kommt auch ein Logo, eine stilisierte Abbildung des barmherzigen Samariters, ein Appell zu aktiv gelebter Nächstenliebe. 1973 Die Krankenstube entwickelt sich zum Fachkrankenhaus Die im Anbau des Schlosses untergebrachte Krankenabteilung wird 1973 zu einem Fachkrankenhaus ausgebaut. Nachdem die Barmherzigen Schwestern 1975 die Stiftung Liebenau verlassen haben, zieht das Fachkrankenhaus, die spätere St. Lukas-Klinik, in das frei gewordenen St. Anna-Haus. (11) 1980 Im Schloss findet nun Fort- und Weiterbildung statt Das Schloss Liebenau erfährt 1980 umfassende Umbauten und eine Renovierung. Der alte Anbau auf der Westseite des Schlosses wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein großzügiger Aufzugturm, der das Schloss barrierefrei macht. Das Schloss dient der Stiftung Liebenau seither als Schulungsund Fortbildungszentrum. (12) 11 12 13 38 Schwerpunkt

1980 Jugendliche bekommen die Chance zur Berufsausbildung Für Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf wird 1980 in Ravensburg das Berufsbildungswerk Adolf Aich eröffnet. In der Ausbildung in über 50 Berufen und Berufsvorbereitung werden hier bis heute Menschen nach ihren individuellen Fähigkeiten gezielt gefördert. Zusätzlich bietet das Berufsbildungswerk auch ein vielfältiges Angebot für Erwachsenenbildung und Schulungsangebote für externe Betriebe. (13) 1990 Die Stiftung Liebenau bietet Hilfen für Senioren Mit der Übernahme des Altenheimes St. Antonius in Friedrichshafen entsteht 1990 die Altenhilfe als ein bedeutendes neues Aufgabenfeld der Stiftung Liebenau. Ein modernes Konzept der Altenhilfe unterstützt ein selbstbestimmtes Älterwerden und setzt sich die Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner in das soziale Leben vor Ort zum Ziel. 1995 Die Organisation verändert sich, die Stiftung wird dezentraler Die Stiftung Liebenau ist inzwischen bedeutend gewachsen. Neue Tätigkeitsfelder wie das Fachkrankenhaus und die Altenhilfe machen eine Umstrukturierung dringend notwendig, um auch weiterhin reibungsfreie Abläufe und eine effiziente Verwaltung garantieren zu können. Die etablierten Tätigkeitsfelder werden in fünf selbstständige und gemeinnützige Tochtergesellschaften mit eigener Geschäftsführung gebündelt. 1998 In Bregenz beginnt der Weg zur Internationalisierung Neben Aktivitäten in Deutschland weitet die Stiftung Liebenau ihr Engagement 1998 auch nach Bregenz in Österreich aus. Im selben Jahr beteiligt sich die Stiftung in Bulgarien an der Gründung des Bulgarisch-Deutschen Sozialwerks. Ein erster Schritt zu einem international agierenden Unternehmen ist damit gemacht. 2004 folgen Einrichtungen in der Schweiz, 2009 in Italien und 2013 auch in der Slowakei. (14) 2015 Spätestens seit 1970 betont das Logo der Stiftung Liebenau Die Stiftung Liebenau hilft, wenn Menschen Unterstützung brauchen gelebte christliche Nächstenliebe. Aus Stiftungsmitteln werden daher auch innovative Projekte realisiert, die aus Regelleistungen nicht finanziert werden: zum Beispiel generationsübergreifende Wohnformen, Hospizarbeit und Hilfen für Familien in Krisensituationen. Im Herbst 2015 finden geflüchtete Menschen aus Syrien und dem Irak ihr Obdach in Liebenau. 2020 Unterwegs in eine inklusive Zukunft Die Stiftung Liebenau setzt sich für eine inklusive Gesellschaft ein. Sie legt fachliche Schwerpunkte auf die Förderung von Autonomie und sozialer Teilhabe und die bedarfsgerechte Begleitung von Menschen mit schweren und mehrfachen Einschränkungen. Mit innovativen Quartiersprojekten setzt sie Akzente in der Entwicklung neuer Altenhilfemodelle. Um die Existenz und Unabhängigkeit der Stiftung Liebenau dauerhaft zu sichern, steht die wirtschaftliche und wettbewerbsfähige Gestaltung ihrer Angebote ebenso im Fokus wie ein gesundes Wachstum und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen. Die Richtschnur ihres Handelns ist und bleibt seit 150 Jahren und in Zukunft ihre Haltung: Dem Menschen partnerschaftlich zugewandt, in Respekt vor seiner Individualität und Würde. (15) (aw, mk) 14 15 Schwerpunkt 39

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