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Jahresbericht 2019 der Stiftung Liebenau

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Stiftung Liebenau Bericht des Vorstandes Im September 2019 mussten wir mit tiefer Bestürzung Abschied nehmen von Sebastian Schlaich, Geschäftsführer und Chefarzt der Liebenau Kliniken und Geschäftsführer der Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration. Mit ihm haben wir einen Menschen verloren, der persönlich und fachlich die Stiftung Liebenau wesentlich geprägt hat. Seit 1980 hatte er in unterschiedlichen Funktionen hier gewirkt und wurde überall geschätzt und anerkannt, für seine ärztliche Kompetenz, sein überzeugtes Eintreten für seine jungen Patienten, vor allem aber für seine Menschlichkeit. Seither führt seine Kollegin Irmgard Möhrle- Schmäh allein die Geschäfte der Liebenau Kliniken. Seine Nachfolgerin in der Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration ist Katharina Kraft, zugleich Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der St. Lukas-Klinik. Zum Jahreswechsel 2020 änderte sich die Geschäftsführung der Liebenau Schweiz. Im Januar 2020 hat Reto Geiger die Nachfolge der bisherigen Geschäftsführerin Renate Klein angetreten. Sie bleibt jedoch weiterhin Mitglied im Verwaltungsrat der Gesellschaft (siehe auch S.64). Liebenau Beratung und Unternehmensdienste. Engelbrecht war in den Jahren 1993 bis 2008 bereits im Stiftungsverbund tätig, darunter in der Geschäftsführung der Fachkliniken Wangen, des Christlichen Sozialwerks in Sachsen und in der LBU AG, zunächst eine Beteiligung der Liebenau Beratung und Unternehmensdienste, später eine eigenständige Aktiengesellschaft mit dem Schwerpunkt SAP-Entwicklung. Mit dem Ehrenzeichen der Stiftung Liebenau haben wir im November zwei Menschen geehrt, die für die fachliche Entwicklung im Aufgabenfeld Gesundheit Beeindruckendes geleistet haben. Dr. Edgar Kessler und Wolfgang Oppolzer haben viele Jahre gemeinsam die Geschicke der St. Lukas- Klinik verantwortet, Bestehendes gesichert und Innovatives geschaffen. Wolfgang Oppolzer war eher nach außen orientiert, mit viel Freude an Neuentdeckungen, immer rührig. Dr. Edgar Kessler bewahrte den Blick aufs Innere, bedacht auf Konsolidierung des Bestehenden und Halten des Qualitätsanspruchs. Dabei haben beide immer den Blick nach vorn gerichtet, in die Zukunft der Klinik. In der Holding gab es personelle Veränderungen: Um die internationalen Aktivitäten zur Personalgewinnung strategisch zu bündeln und weiterzuentwickeln, wurde eine Stabsstelle „International Training and Recruiting” geschaffen. Die Leitung liegt bei Frank Moscherosch, der dafür seine Geschäftsführertätigkeit in der Liebenau Service reduziert hat. Den größten Teil der Geschäftsführungsaufgaben in der Liebenau Service hat Christian Braun, zugleich Geschäftsführer der Liebenau Berufsbildungswerk und der Liebenau Gebäude- und Anlagenservice, übernommen. Die inhaltliche Begleitung und Umsetzung des digitalen Wandels im Stiftungsverbund ist Aufgabe einer weiteren dem Vorstand zugeordneten Stabsstelle. Seit Januar 2020 hat Martin Engelbrecht diese Aufgabe übernommen, wie auch die Abteilungsleitung der Zentralen IT innerhalb der Ehrenzeichen für Dr. Edgar Kessler und Wolfgang Oppolzer. 16 Stiftung Liebenau

Wirtschaftliche Entwicklungen Personalknappheit, Sanierungskosten, technischer Ausbau: Das Jahr 2019 war wirtschaftlich herausfordernd, und obwohl die Nachfrage nach unseren sozialen Leistungen nach wie vor hoch ist, kann das Ergebnis nicht zufriedenstellen. Der Fachkräftemangel, der inzwischen alle Aufgabenfelder erreicht hat, verhinderte, dass im Jahr 2019 alle vorhandenen Plätze belegt werden konnten, und führte zu höheren Ausgaben für Personalgewinnung, Personalmanagement und Leasing-Kräfte. Hinzu kamen Mehrbelastungen infolge der Landesheimbauverordnung in Baden-Württemberg und zusätzliche Aufwendungen wegen ordnungsrechtlicher Vorgaben. Auch der digitale Ausbau der Stiftung, der Ausbau der Akademie Schloss Liebenau und weitere strategische Entwicklungen führten zu zusätzlichen Ausgaben. Die laufenden Erträge aus Finanzanlagen sind im Vergleich zum Vorjahr um circa 24 Prozent zurückgegangen. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen für die Bezuschussung von nicht finanzierten Projekten und für freiwillige Leistungen. Investitionen 41,7 Mio. Euro flossen im vergangenen Jahr in Bau- und Sanierungsvorhaben (siehe dazu auch nebenstehende Tabelle). Allerdings sind die Investitionen nur noch eingeschränkt planbar. Fachpolitische Entwicklungen kreuzen sich mit wirtschaftlichen Strategien. Wir müssen uns fragen, ob Heim- und Betriebsbauten in 20 oder 30 Jahren überhaupt noch benötigt werden, obwohl die Nutzungsdauer mindestens 33 Jahre beträgt. Der Ausbau technischer Assistenzsysteme in der Pflege bringt zwar einen deutlichen Mehrwert für Sicherheit und Selbstständigkeit der Nutzer, aber zunächst keine personelle und damit finanzielle Entlastung. Nötige Investitionen in Konversions- und Dezentralisierungsprojekte werden aufgrund politischer Entscheidungen nicht voll gedeckt. Und angesichts der enorm gestiegenen Baukosten lassen sich kaum noch verträgliche Mietpreise realisieren. Bauvorhaben 2019 Baubeginn Amtzell Waldburg Bad Wurzach Friedrichshafen Fertigstellung Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen (18 Plätze), Arztpraxis und offenem Quartierstreff; Gesamtkosten 3,7 Mio. Euro* Haus der Pflege (30 Plätze); Gesamtkosten 5,1 Mio. Euro* ServiceWohnen mit 15 Heimgebundenen Wohnungen; Gesamtkosten 3,9 Mio. Euro Sanierung Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen (34 Plätze); Gesamtkosten 2,2 Mio. Euro* Sanierung Franziskuszentrum; Gesamtkosten 27 Mio. Euro Hegenberg Umbau und Sanierung Haus Kolumban (22 Plätze, 4 Wohnungen und 2 Gästeplätze), Sozialtherapeutische Wohnheime (2x24 Plätze)* Tettnang Haus der Pflege (45 Plätze) mit 10 Heimgebundenen Wohnungen* Friedrichshafen Wohnhaus für Menschen mit und ohne Behinderungen (8 Plätze, 5 Wohnungen)* Vogt Sozialtherapeutisches Wohnheim mit angegliederter Tagesstruktur (24 Plätze)* Ulm-Wiblingen Haus der Pflege (45 Plätze)* Singen Wohnhaus (28 Plätze) und eine Förder- und Betreuungsstätte (20 Plätze)* * Der Bau dieser Gebäude wurde und wird realisiert mit Hilfe folgender Fördergeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg | Aktion Mensch | Deutsche Fernsehlotterie | Software AG | Stiftung Wohnhilfe Stiftung Liebenau 17

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