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Jahresbericht 2018 der Stiftung Liebenau

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IN KUNST UND KÜCHE

IN KUNST UND KÜCHE VONEINANDER LERNEN Jung trifft Alt in Gmunden Der Jüngste ist 14, die Älteste 94 Jahre alt: Seit drei Jahren treffen sich Jugendliche der Neuen Mittelschule Gmunden einmal in der Woche mit Seniorinnen und Senioren des Hauses St. Josef. Während sie zeichnen, malen, gestalten oder auch kochen und backen, kommen sie ins Plaudern, tauschen sich aus und erfahren so einiges voneinander. Alljährlicher Höhepunkt: die Ausstellung der besten Werke im Rathaus Gmunden. Mit dem Projekt „Jung trifft Alt” gehört Gmunden zu den „Gesunden Gemeinden Österreichs”. Wer nicht mehr dran gedacht hat, erfährt es spätestens beim Frühstück: Heute ist Donnerstag. Heute kommen die Schulkinder wieder zum Malen. „Dann ist die Vorfreude groß, und einige Bewohnerinnen und Bewohner wollen am liebsten gleich in die Kunstwerkstatt im ersten Stock”, erzählt Hausleiter Thomas Adler. Dort bereiten sie mit Projektleiterin Angelika Trawöger schon mal die Arbeitsplätze vor und spitzen die Stifte an. Um zehn Uhr kommen die Jugendlichen aus der Neuen Mittelschule Gmunden (NMS). Mal fünf, mal sechs bilden zusammen mit den älteren Menschen eine Gruppe von maximal zwölf Teilnehmenden. „Damit sich Beziehungen entwickeln können, sollten eine Zeit lang mög- 52 Schwerpunkt

Diskussionen und zu Werken, die im Wortsinn aus den Rahmen fielen. „Diesem Miteinander von generationenübergreifendem Arbeiten und sozialem Lernen gebührt ein festlicher Abschluss”, findet Doris Kollar-Plasser, Regionalleiterin in der Stiftung Liebenau. So ist das jährliche Thema auch immer Titel der Ausstellung, die Schulleiter Roman Herbst im darauffolgenden Jahr im Rathaus Gmunden organisiert und die große Beachtung findet. 70 Gäste kamen zur Vernissage im Herbst 2018. Zu besonderen Gelegenheiten kommen die Schüler der NMS auch ins Haus, um gemeinsam mit den älteren Menschen zu kochen oder zu backen. Schon Tage vorher erhalten die 14- bis 15-Jährigen eine Rezeptaufgabe in der Schule. Sie formulieren die einzelnen Arbeitsschritte, rechnen die Mengenangaben auf 16 Personen hoch – so viele Bewohner leben in einer Hausgemeinschaft– und schreiben die Einkaufsliste. Egbert Folkersma, Leiter des Alltagsmanagements, bestellt dann das Gewünschte. Die letzten Backgeheimnisse erfahren die Schülerinnen und Schüler dann von den Bewohnerinnen selbst, die oft ein Leben lang mit Leidenschaft gebacken haben. Vorerst läuft das Projekt „Jung trifft Alt” bis März 2019. Aber die Beteiligten sind sich einig, dass es weiter bestehen soll. (ebe) lichst dieselben Schüler und Bewohner zusammenarbeiten. Das hat sich gut eingespielt”, berichtet Angelika Trawöger. Nach dem gegenseitigen Begrüßen wird besprochen, wer wie weiterzeichnet, malt oder gestaltet oder ob der eine oder andere ein neues Werk beginnen möchte. So sind die meisten schon im Gespräch, noch bevor sie Pinsel oder Stift zur Hand genommen haben. „Die älteren Menschen sind zwar manchmal etwas zerstreut, haben aber viel zu erzählen. Das gefällt mir”, sagt eine Schülerin. Und dann geht’s los: „Man denkt, man kann nicht malen. Aber wenn man es dann macht, kann man es schon. Es sind keine Kunstwerke, aber es macht Freude”, erklärt eine Seniorin ihre Begeisterung. Das Thema wird von den Schülern vorgegeben. „Aus dem Rahmen” lautete es im Jahr 2018 und inspirierte zu vielen „Ich bin gerne in netter Gesellschaft; es ist eine Abwechslung im Alltag.” Eveline Stranzinger, 83 Jahre „Mir ist es wichtig, immer eine Arbeit zu haben.” Johann Nowotny, 83 Jahre „Wir hören den älteren Menschen gerne zu und haben das Gefühl, ihnen zu helfen. Martin Auer, Schulsprecher Neue Mittelschule Schwerpunkt 53

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