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Jahresbericht 2018 der Stiftung Liebenau

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„Noch keinen einzigen

„Noch keinen einzigen Fehler gemacht”: Mathias Krause ist voll des Lobes über seinen Praktikanten. Ohne Scanner geht in der Lagerlogistik nichts mehr: BBW-Azubi Samuel Everhartz holt sich die Infos zum aktuellen Auftrag auf sein Display. Einen richtigen Traumstart hat Samuel Everhartz auf dem Weg zum Fachlageristen hingelegt. Bereits wenige Monate nach Ausbildungsbeginn wagte der 18-jährige Azubi des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW) den Sprung nach „draußen”, ins Praktikum. So ist er derzeit nur noch an zwei Tagen in der Woche zum Berufsschulunterricht in Ravensburg. Von Montag bis Mittwoch ist sein Arbeitsplatz nun mitten im industriellen Herzen von Friedrichshafen – bei Zeppelin Systems. Seine Aufgabe im Hauptlager des Anlagebauers? „Ich kommissioniere.” Oder, wie es Mathias Krause, Manager Warehouse Logistics bei Zeppelin Systems, ausdrückt: „Er sorgt dafür, dass alles in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort landet.” So fischt der Azubi gerade einen Auftragsschein der Fertigungsabteilung aus der Ablage und greift zum Scanner. Der abgedruckte Barcode übermittelt Produktart, Menge und Lagerplatz auf das digitale Display. Alles klar. Samuel Everhartz verschwindet im Lagerlabyrinth und zieht aus Regal 115 eine der grauen Boxen heraus, entnimmt ihr die 36 bestellten Dichtringe und steckt diese in ein Tütchen. Mit einem weiteren Scan bestätigt er die Entnahme der Teile. Weiter geht’s mit dem Einsammeln des nächsten Postens auf der Liste: Einschraubtüllen. Also nochmal: scannen, raussuchen, abzählen, eintüten, scannen. Alles korrekt? Alles korrekt, wie immer. „Noch kein einziger Fehler” sei dem Praktikanten aus dem BBW unterlaufen, lobt Krause: „Schon nach kurzer Zeit hat er alle Aufträge selbstständig erledigt.” Die Agentur für Arbeit hat Samuel Everhartz im BBW angemeldet – für eine sogenannte RAZ- Maßnahme. Das Kürzel steht für „Regionales Ausbildungszentrum” und bezeichnet eine wohnortnahe, besonders betriebsnahe Art der Ausbildung. Geeignet ist sie für Jugendliche, die zwar Unterstützung brauchen, aber schon in der Lage sind, außerhalb der Bildungseinrichtung zu arbeiten. So absolvieren die Azubis bereits ab dem ersten, spätestens im zweiten Lehrjahr Teile der Ausbildung in einem externen Betrieb. RAZ-Ausbildungen gibt es am BBW- Hauptsitz in Ravensburg und am Standort Ulm, wo die Einrichtung selbst den Namen RAZ trägt. Zwar achtet das BBW – egal welche Maßnahme – generell auf Praxisnähe, auch in den eigenen Ausbildungsbetrieben. „Doch draußen ticken die Uhren halt doch noch einmal anders”, weiß BBW-Mitarbeiter Ralph Ummenhofer. Der Sozialpädagoge ist Everhartz’ Bildungsbegleiter. Er und seine Kolleginnen und Kollegen betreuen die Jugendlichen von ihrem ersten Tag im BBW bis hin zur meist erfolgreichen Vermittlung auf den Arbeitsmarkt. Auch während des Praktikums schaut Ummenhofer regelmäßig im Betrieb vorbei, ebenso BBW-Lagerausbilder Robert Schwarz, zuständig für die berufsfachliche Ebene. Bei seinen Besuchen bei Zeppelin Systems schaut er seinem Azubi bei der alltäglichen Arbeit über die Schulter und unterstützt bei Bedarf. „Aber ich mische mich natürlich nicht in die betrieblichen Abläufe ein.” Gemeinsam mit den Ansprechpartnern im Partnerbetrieb trifft man sich zudem zu Reflexionsgesprächen. 48 Schwerpunkt

Richtiges Regal, richtige Ebene, richtige Box: Dank digitaler Helfer ist der Weg zur gelagerten Ware schnell gefunden. Der 18-Jährige ist nicht der erste Praktikant aus dem Berufsbildungswerk bei Zeppelin. Dort ist man offen für Jugendliche mit Förderbedarf: „Jeder hat eine Chance verdient”, findet Mathias Krause. „Und mich begeistert immer wieder, wie die jungen Menschen sich bei uns entwickeln.” So habe man mit BBW-Azubis bisher „nur gute Erfahrungen” gemacht, und dann spiele ja auch die Nachwuchsgewinnung eine Rolle: „Der Fachkräftemangel ist einfach da. Und gerade im Lagerbereich ist es nicht einfach, gute Leute zu finden. Unsere Intention ist es, die Azubis dann möglichst auch zu übernehmen.” So geschehen zum Beispiel bei Everhartz’ Vorgänger. Auch er kam über ein Praktikum zu Zeppelin und ist heute fester Mitarbeiter, erzählt Krause und zeigt auf einen jungen Mann, der gerade einen Gabelstapler durch die Halle lenkt. Derweil schiebt Samuel Everhartz seinen Hubwagen mit den eingesammelten Artikeln rüber zur Fertigungsabteilung und lädt die Palette auf dem vorgegebenen Platz mit den Koordinaten „C2-5” ab. Was jetzt aus den angelieferten Einzelteilen entsteht, sieht man gleich nebenan: Schleusen in allen Größen und Formaten zum Beispiel. So baut Zeppelin Systems etwa Anlagen für die Gummi- und Reifenindustrie, für Kunststoffverarbeiter oder die Nahrungsmittelindustrie. Riesige Silos werden ebenso gefertigt wie einzelne Komponenten für den Anlagenbau: Weichen, Siebmaschinen oder Filter. Über 1300 Mitarbeiter beschäftigt das zum weltweiten Zeppelin-Konzern gehörende Unternehmen. Im BBW ist man stolz auf solch namhafte Partner. Global Player wie Zeppelin, aber auch andere mittelständische Betriebe oder Familienunternehmen – insgesamt über 400 – zählen zum Pool der Partnerbetriebe, darunter viele langjährige Kooperationen, aus denen echte Vertrauensverhältnisse entstanden sind. „Wir kennen ihre Philosophie – und sie unsere”, erklärt Lagerausbilder Robert Schwarz. Nicht selten kämen die Betriebe sogar aktiv auf das BBW zu: „Habt ihr uns nicht einen Praktikanten?” Auf was es bei Partnerunternehmen besonders ankommt? „Sie müssen ein gewisses Reha-Verständnis entwickeln”, betonen Ummenhofer und Schwarz. Schließlich gilt es, sich auf die jeweiligen Bedürfnisse der BBW-Azubis einzulassen und mit deren Handicaps – seien es zum Beispiel Lernschwierigkeiten, psychische Probleme oder Autismus – adäquat umgehen zu können. Neue Praxisbetriebe werden für diese Themen vorab sensibilisiert, langjährige Partnerunternehmen wissen meist schon aus Erfahrung, worauf es ankommt und wie man die Jugendlichen an die Hand nimmt: „Unsere Mitarbeiter warten nicht erst, bis der Azubi nachfragt, sondern geben ihm gleich nützliche Tipps”, so Krause. Samuel Everhartz entschied sich übrigens im Rahmen seines Vorqualifizierungsjahres Arbeit/Beruf (VAB) endgültig für seinen Wunschberuf. Was ihn am Lagerjob besonders reizt? Da muss er nicht lange überlegen: „Das Kommissionieren macht mir Spaß.” Auch der Umgang mit Zahlen liegt ihm. Und große Lust aufs Staplerfahren hat er auch. Noch darf er nicht selbst ans Steuer eines solchen Flurförderzeugs. Aber im Rahmen seiner Ausbildung im BBW wird er dort bald den nötigen Führerschein machen. Seine berufliche Perspektive ist gut. Das zunächst vierwöchige Schnupperpraktikum wurde um mehrere Monate verlängert, und bei Zeppelin kann man sich sogar sehr gut vorstellen, dass er auch darüber hinaus eine Zukunft im Unternehmen hat. Mathias Krause setzt jedenfalls auf seinen Praktikanten: „Er hat jetzt Zeit, sich zu beweisen.” (ck) Schwerpunkt 49

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