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Jahresbericht 2017 der Stiftung Liebenau

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aus Leutkirch und

aus Leutkirch und Umgebung. „Am liebsten vermitteln wir unsere Beschäftigte natürlich auf betriebsintegrierte Arbeitsplätze”, so Burgey- Meinel. Immer mehr Unternehmen und Handwerksbetriebe bieten zudem auch Praktika. Dass derartige Kooperationsprojekte in Leutkirch gut ankommen, hat eine Vorgeschichte, die in das Jahr 1995 zurückreicht. „Unser offenes Miteinander liegt unter anderem am Haus St. Katharina, das damals mitten in einem Neubaugebiet entstanden ist”, sagt Bürgermeister Hans-Jörg Henle. Im Haus St. Katharina, ebenfalls einer Einrichtung der Stiftung Liebenau, leben viele Mitarbeiter der Werkstatt, manche in den anhängigen Außenwohngruppen. „Wenn dort das Sommerfest stattfindet, ist die halbe Stadt auf den Beinen. Andersherum zieht es die Bewohner bei Veranstaltungen und Konzerten auch regelmäßig in die Stadt, so wie es eben sein soll”, berichtet Bürgermeister Henle. Man begegnet sich aber nicht nur zum Feiern, die Leutkircher Bürger kaufen auch ihr Brennholz in der Werkstatt oder geben ihre Altkleider in der Sammelstation ab. Die Aufgaben in der Werkstatt sind vielfältig. Bei Montagearbeiten mit Holz und Metall, Gartenarbeiten oder dem Verpacken von Waren gibt es viele wichtige Handgriffe zu tun. Jeden Morgen werden die Jobs für den Tag neu eingeteilt, dann geht es zu wie in einem Auktionshaus. Damit niemand durcheinander kommt, werden Fotos eines jeden Mitarbeiters an einer Magnetwand dem ausgewählten Arbeitsbereich zugeordnet. Franz Beigger sieht dem aufgeregten Treiben aus sicherer Entfernung zu, er hat sich bereits in verschiedenen Bereichen ausprobiert und seine Lieblingsdisziplinen gefunden. Am Nachmittag geht er in die Härle- Brauerei. Dort erwartet Braumeister Markus Dessecker bereits den WfbM-Arbeitstrupp. „Da kommen Leute zu uns, die sich in unserer Brauerei auskennen, die wissen, wo sie sich bewegen können und wo sensible Bereiche sind”, sagt Dessecker. Als er vor gut einem Jahr bei Härle anfing, war die Kooperation mit der WfbM zwar längst etabliert, für ihn persönlich jedoch eine ganz neue Erfahrung. „Man kennt es ja, dass Aufträge vergeben werden. Aber die Leute 46 Schwerpunkt

in den Betrieb zu integrieren, ist doch viel sinnvoller, so profitieren beide Seiten davon”, meint Dessecker. Franz Beigger und seine Kollegen werden hier bei der Sortierung von Leergut und in der Abfüllung eingesetzt. Vieles mag automatisiert sein, an den neuralgischen Stellen braucht es jedoch aufmerksame Menschen. „Einen Großteil der Aufgaben erledigen unsere WfbM- Beschäftigten inzwischen selbstständig. Mit der Qualität der Arbeit sind wir sehr zufrieden”, sagt der Braumeister. Gerade diesen Aspekt mehr in den Fokus zu stellen, ist eines der großen Anliegen von Isabella Burgey-Meinel. „Wir möchten in der Region als leistungsfähiger, zuverlässiger und flexibler Geschäftspartner wahrgenommen werden. Derzeit sind wir auf einem sehr guten Weg”, sagt die Leiterin der WfbM. Das liegt nicht zuletzt an Menschen wie Franz Beigger. Ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld gefunden zu haben, das ihn fordert, ohne ihn zu überfordern, macht auch ihn zufrieden. Da darf man sich nach Feierabend dann selbst mal eine kleine Raucherpause gönnen. Den Zigarettenstummel achtlos wegzuschnippen kommt für ihn allerdings nicht in Frage. Schwerpunkt 47

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