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Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

Im Gespräch sind (von

Im Gespräch sind (von links): Klaus Müller, Geschäftsführer der Liebenau Österreich gemeinnützige GmbH, Martin Netzer, Bürgermeister von Gaschurn und Florian Seher, Hausleiter des neuen Hauses St. Fidelis. Herr Müller, wann und mit wem haben Sie vor dem Bau als erstes gesprochen? Worum ging es ganz zu Beginn? Klaus Müller: Das erste Gespräch habe ich im Jahr 2010 mit den beiden Bürgermeistern von St. Gallenkirch und Gaschurn geführt. Das alte Seniorenheim war in die Jahre gekommen und genügte den Anforderungen einer modernen Pflege und Betreuung nicht mehr. Gleichzeitig ging es auch um die Zukunft unserer Pflegeheime in Bartholomäberg und Vandans. Im Jahr 2012 kam es dann zur Gesamtmontafoner Vereinbarung … Martin Netzer: Ja: Das neue Haus St. Fidelis ist Teil einer Gesamtmontafoner Vereinbarung, die 2012 zwischen den Bürgermeistern der betreffenden Orte geschlossen wurde. Der zufolge werden neben dem bestehenden Haus St. Josef in Schruns und anstelle des Seniorenheims Schmidt in Vandans zwei neue Häuser in St. Gallenkirch und Bartholomäberg errichtet, beide von der Stiftung Liebenau als Partnerin der Kommunen. Das Grundstück für das Haus St. Fidelis wurde gemeinsam von den Gemeinden Gaschurn und St. Gallenkirch zur Verfügung gestellt. In Bartholomäberg sind es die anderen Gemeinden der Talschaft. Nun war klar: Alle brauchten und wollten das neue Pflegeheim. Wie ging es weiter? Konzeption. Im Grunde haben wir alle baulichen Themen mit den Gemeinden besprochen, egal, ob es um die Gestaltung der Zufahrt, die Verlegung der Garage vom Roten Kreuz oder die hauseigene Kapelle ging. Auch zu den Kosten haben wir uns laufend abgestimmt und immer einvernehmliche Lösungen gefunden. Am 9. September 2014 wurde der erste Spatenstich gesetzt – ein öffentliches Ereignis, oder? Martin Netzer: Ja, auf jeden Fall! Da sind viele hochrangige Vertreter des Landes Vorarlberg gekommen, unter anderem der Landeshauptmann Markus Wallner. Es war ein großes Fest mit 120 Gästen, das von den Menschen im Dorf gestaltet wurde: Der Pfarrer gab den Segen, die Kinder aus dem Kinderwerkstättli, Nachbarn des Pflegeheims, haben gesungen, Schüler trugen ein Mundartgedicht vor, die Bürgermusik hat gespielt, die Mitarbeiter des Pflegeheims organisierten das Fest und gaben eine Showeinlage, das Rote Kreuz stand bereit, die Angehörigen und nicht zuletzt die Bewohner brachten ihr Interesse und ihre gute Laune ein. Jeder im Dorf hat seinen Teil zur Feier beziehungsweise vorher schon zur Konzeption und Organisation oder zu einer guten Nachbarschaft beigetragen. Auch der Name des neuen Hauses „St. Fidelis“ ist nicht einfach willkürlich gewählt, sondern eng mit der Betreiberin und dem Dorf verknüpft … Klaus Müller: Wir haben gemeinsam überlegt, wo das neue Haus stehen soll. Wichtig ist ja, dass das neue Pflegeheim allein aufgrund seiner Lage schon zum Dorf gehört, also möglichst zentrumsnah erbaut wird. In weiteren Gesprächen ging es zunächst vor allem um die bauliche und betriebliche Klaus Müller: Ja, auch da waren wir im Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Ewald Tschanhenz und später mit Bürgermeister Josef Lechthaler, Pfarrer Eberhard Amann und unseren eigenen Mitarbeitern. Jetzt sind alle glücklich mit der Entscheidung: Der Name für das neue Haus knüpft 56 Schwerpunkt

an die Tradition der Stiftung Liebenau in Österreich an, Pflegeheime nach Heiligen zu benennen. Der heilige Fidelis (1598 – 1622), Philosoph, Jurist, katholischer Ordenspriester und Märtyrer machte sich als „Advokat der Armen“ einen Namen. Ihm zu Ehren wurde in St. Gallenkirch die Fidelis kapelle errichtet, und auch das von den Franziskaner Missionsschwestern bis 1970 geführte Altersheim hieß St. Fidelis. So hat der Name nicht nur einen unmittelbaren Bezug zur Tradition unseres Unternehmens, sondern auch zum Ort selbst. Wie ist schließlich der Umzug verlaufen? Haben sich die Bewohner und Mitarbeiter gleich wohlgefühlt im neuen Haus? Florian Seher: Der Umzug aus dem alten Pflegeheim nebenan war sehr gut vorbereitet und ist reibungslos verlaufen. Unsere Mitarbeiter haben die Bewohner schon lange vorher auf den Umzug eingestimmt, mit den Rüstigeren die Baustelle besucht, den weniger Rüstigeren Fotos gezeigt und mit ihnen über das neue Haus gesprochen. In den Tagen des Umzugs haben auch die Hausmeister aus unseren anderen Häusern geholfen. Neu war dann trotzdem alles, doch die allermeisten, Bewohner wie Mitarbeiter, haben sich vom ersten Tag an wohlgefühlt. Und bei der Eröffnungsfeier Mitte Oktober hat sich wieder das gesamte Dorf eingebracht. Im Haus St. Fidelis gibt es zwei Hausgemeinschaften, in denen ältere Menschen familiär und in der gemeinsamen Wohnküche möglichst so wie zuhause leben. Wie kommen die älteren Menschen im Alltag auch mit dem Dorf in Kontakt? Florian Seher: Die Kinder aus dem Kindergarten nebenan kommen regelmäßig zum Singen, der Pfarrer hält Gottesdienste in der Kapelle und steht für die Seelsorge zur Verfügung. Auch die Mitarbeiterinnen des Hospizteams kommen regelmäßig ins Haus. In den Hausgemeinschaften sind die Angehörigen immer gern gesehen und können sich einbringen. Außerdem gehen wir mit den älteren Menschen aus dem Haus auch ins Dorf. Klaus Müller: Das Haus ist noch neu, aber perfekt in die Dorfgemeinschaft integriert. Davon profitieren alle. Martin Netzer: Es freut mich sehr, dass wir mit der Stiftung Liebenau eine professionelle Partnerin gefunden haben, die den Bereich der Pflege für die Gemeinden des Montafons abdeckt. Hier werden neue Standards gesetzt. Unsere meist schon betagten Menschen können hier in einem schönen und kompetenten Umfeld leben, sich geborgen und wie daheim fühlen. Dafür möchten wir ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ sagen. Leben in der Hausgemeinschaft: In der geräumigen Wohnküche wird geschnitten, gerührt, gekocht, gegessen und gelacht. Jeder beteiligt sich nach den eigenen Wünschen und Fähigkeiten oder genießt die Atmosphäre. Selbstverständlich steht der Rückzug in das eigene Zimmer jederzeit offen. Schwerpunkt 57

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