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Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

stellen, ist eine

stellen, ist eine professionelle Beziehungsgestaltung nötig und eine schutzgebenden Struktur, die für Verlässlichkeit und Stabilität steht und eine klare Orientierung bietet. Auf dieser Grundlage können die Menschen wichtige Basiskompetenzen erlernen oder reaktivieren. Sie erfahren die emotionale Nachreifung, ohne die keine Entwicklung zu mehr Selbständigkeit und Teilhabe möglich ist. Eine solche Entwicklung kann nur über passende Beziehungen, Erfahrungen und professionelle Unterstützung ermöglicht werden. Die Bewohner verhalten sich teilweise sehr herausfordernd, oft selbstgefährdend, manchmal übergriffig gegenüber anderen. Nur in enger interdisziplinärer Kooperation lässt sich ein Weg hin zu einer sozial angemessenen Lebensgestaltung ebnen. Pädagogische, therapeutische und medizinische Professionen arbeiten eng verzahnt. Gemeinsam wird ein therapeutisches Milieu geschaffen, mit einer filigran abge stimm ten Tagesstruktur, einem ausgewogenen Wech sel von Beanspruchung und Rückzug, dem schnellen Reagieren auf erste Anzeichen von Überforde rung und krisenhafter Entwicklung sowie einer flexiblen Handhabung der verschiedensten Anforderungen. Die Wohngruppen können fakultativ geschlossen geführt werden, auf den Einzelfall hin abgestimmt und mit vorliegender richterlicher Anordnung. Das bietet die Chance, einerseits den notwendigen Schutz zu gewährleisten und darüber hinaus die entwicklungspsychologisch so wichtige Auseinandersetzung um die eigene Autonomie konstruktiv und kontinuierlich zu führen. Konflikten wird nicht aus dem Weg gegangen, sie werden benannt und gemeinsam gelöst, ohne Ablehnung und Ausgrenzung der Person. Eine psycho-dynamisch wichtige Erfahrung, die dem Einzelnen ausreichend Akzeptanz vermittelt, ihm aber auch eine klare Rückmeldung über sein Verhalten gibt. Ohne eine 46 Schwerpunkt

Sozialtherapie bedeutet, jedem Bewohner die notwendige Unterstützung und Zeit für eine stabilisierende Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Auch das Setting muss auf dieses Ziel aus gerichtet sein. solche Rückmeldung würde er ständig zwischen Frustration, Vermeidungsverhalten und einer permanenten Selbstüberforderung hin und her pendeln. Alle Wohngrup pen sind rund um die Uhr besetzt, bei einer Fachkraftquote von über 85 Prozent. Psychotherapeutische Verfahren können oft nur in modifizierter und individuell zugeschnittener Form angewendet werden. Dazu gehören verhaltenstherapeutische Gruppen zur Reflexion und Stärkung der Selbstwahrnehmung oder Übungen zum Perspektivenwechsel aus der systemischen Therapie und der Gestalttherapie. Ein in der Diagnostik und Therapie behinderter Menschen erfahrener Facharzt gewährleistet die psychiatrische Behandlung. Verschiedenste Therapieoptionen, beispielsweise medikamentöser Art, müssen auf Verträglichkeit und Wirksamkeit hin laufend überprüft und in Verbindung mit den pädagogischen und psychotherapeutischen Maßnahmen gebracht werden. Eng ist die Zusammenarbeit mit der Abteilung Allgemein psychiatrie. Der durch die UN-Konvention angestoßene Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe und die damit einhergehenden Verordnungen und gesetzlichen Grundlagen lösen auch im sozialtherapeutischen Heim einen Entwicklungsprozess hin zur weiteren Differen zierung aus: Das künftige Kompetenzzentrum Hegenberg bietet eine verstärkt therapeutische Ausrichtung, gleichzeitig werden dezentrale, gemeindeintegrierte Wohn- und Lebensformen geschaffen. Schwerpunkt 47

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