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Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

EINE SPANNENDE WECHSEL-

EINE SPANNENDE WECHSEL- BEZIEHUNG Jeden Tag treffen Pflegekräfte tausendfach Entscheidungen zwischen Autonomie und Fürsorge. Es ist eine Gratwanderung ohne allgemeingültige Regeln und Richtlinien, bei der es je nach Person und Situation einer individuellen Gewichtung bedarf. Denn Fürsorge ohne Achtung der Autonomie verletzt die Würde des Menschen. Zu wenig Fürsorge birgt jedoch Gefahren und Sicherheitsrisiken. Seit einigen Jahren befasst sich die Stiftung Liebenau daher intensiv mit autonomiefördernder Pflege und Betreuung, auch im Kontext des seit Januar wirk samen Pflegestärkungsgesetzes (PSG II). Beteiligt sind neben den Fachleuten der Stiftung auch die Mitglieder des Ethikkomitees. Durch Workshops und zahlreiche Fallbesprechungen ist die Theorie in der Praxis angekommen. 36 Schwerpunkt

Autonomiefördernde Pflege und Betreuung Eine Bewohnerin verweigert konsequent Nahrung, sodass eine lebensbedrohliche Situation entsteht. Sie kann sich nicht mehr verbal äußern, doch die nonverbalen Zeichen bei der pflegerischen Unterstützung sind klar ablehnend. In der Patientenverfügung finden sich keine Anhaltspunkte für eine weitere Vorgehensweise. Was tun? Artikel 2 unseres Grundgesetzes betont das Recht eines jeden Menschen auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit: Jeder Mensch – ohne Ausnahme – hat das Recht, selbstbestimmt Entscheidungen über sein Leben zu treffen. In unserer Mitte – Der Mensch: Auch im Leitwort der Stiftung Liebenau ist die Autonomie des Einzelnen verankert. Damit Hand in Hand geht der Anspruch auf Fürsorge, die zum Ziel hat, das individuelle Wohlbefinden durch Zuwendung, Verständnis und Unterstützung zu fördern. Die Balance zwischen Auto nomie und Fürsorge im Pflegealltag zu halten, ist nicht einfach, und so wird die Wechselbeziehung oft zum Spannungsfeld – sowohl bei Pflegekräften als auch zwischen Pflegekräften und Angehörigen und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Im September 2010 hat das Ethikkomitee die Broschüre „Autonomie stärken“ herausgegeben. Diese entfachte weiterführende Diskussionen unter den Führungskräften im Aufgabenfeld Stiftung Liebenau Pflege. Grund- und Leit sätze wurden formuliert, aus denen im Jahr 2012 ein „Handlungsleitfaden zur autonomiefördernden Pflege und Betreuungskultur“ entwickelt wurde. Schwerpunkt 37

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