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Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Dienstleister und

Dienstleister und Stiftungsbetriebe Nur wer sucht, kann auch finden Betriebsintegrierte Arbeitsplätze in den Betrieben der Stiftung Liebenau sind für die Menschen, die sie begleitet, wichtig. Auf diese Weise sind sie direkt an der Leistungserbringung beteiligt und erleben unmittelbar die Wirkung ihrer Arbeit. Für manche von ihnen kann diese Arbeit indes auch Sprungbrett in die freie Wirtschaft sein. Eine wesentliche Voraussetzung dafür: die Bereitschaft, sich der Herausfor- derung zu stellen. In der Stiftung Liebenau haben sich Dienstleistungsbetriebe etabliert, die Menschen mit Behinderung sichere und attraktive Arbeitsplätze bieten. Sie sind in die Abläufe am Produktionsstandort und in externen Betrieben eingebunden. Im Mittelpunkt steht immer der Einzelne, der in der Berufsorientierung und am Arbeitsplatz betreut und begleitet wird. Die Wahl der Beschäftigung findet nicht über die Köpfe der Menschen hinweg statt. In der Berufsorientierungsphase stehen ihnen alle Türen offen. Sie erfahren: „Was kann ich? Wo sind meine Stärken? Wo fühle ich mich wohl?“ Die Motivation ist hoch. „Was traue ich mir zu?“. Wer sucht, kann finden Die WfbM-Beschäftigen Michael Koch und Rolf Wonaschek waren immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Fachkräfte für Arbeit und Bildung förderten ihren Weg in die Selbstständigkeit und bereiteten sie auf ihr Praktikum vor. 58 DIENSTLEISTER U ND STIFTU N G SBETRIEBE

Michael Koch Mitarbeiter im Lager Seit fünf Jahren arbeitet Michael Koch im Lager der Firma LAYER-Großhandel. Das Lager- sortiment umfasst über 40 000 verschiedene Artikel. Im Wareneingang packt Michael Koch die Sendungen aus, kontrolliert Artikel und Bestellnummern, zählt die Liefermenge und ordnet sie dem Lager zu. Im Warenausgang stellt er die geforderten Artikel zusammen und verpackt die Lieferungen. „Michael Koch hat den Überblick und arbeitet sehr genau“, bestätigt Personalleiter Benedikt Czogalla. Bevor Michael Koch zur Firma Layer kam, war er in der WfbM der Stiftung Liebenau beschäftigt. Zuerst war er im Liebenauer Landleben eingesetzt, später in der Liebenau Gebäude- und Anlagenservice GmbH (LiGAS). „Ich wollte immer in der freien Wirtschaft arbeiten“, sagt Michael Koch. Sozialdienst Kai Wilde unterstützte seinen Entschluss und knüpfte die ersten Kontakte zur Firma Layer. Inzwischen kennen und schätzen ihn die Mitarbeiter dort. Michael Koch überzeugte mit sichtbaren Fortschritten. „Michael hat sich nie aufgegeben, auch wenn es schwierig wurde“, lobt der Personalleiter. „Er ist Teil der Firma.“ Die Kollegen schätzen seinen netten Humor. In der Freizeit widmen sie sich gemeinsam dem Fußball und fiebern mit ihrem Verein. Rolf Wonaschek „Nie Langeweile“ „Ich bin zufrieden, und glücklich bin ich auch.“ Seit 18 Monaten arbeitet Rolf Wonaschek auf dem Reiterhof Weilermühle. Morgens füttert er die Pferde, mistet den Offenstall, dann den Isländerstall. Nachmittags übernimmt er Holzarbeiten, richtet Zäune, räumt den Hof auf, führt die Pferde auf die Koppel. „Ich arbeite alleine, in meinem Rhythmus“, sagt Rolf Wonaschek. „Mir wird es nie langweilig.“ Ehemals war er in der WfbM-Gruppe im Liebenauer Landleben und in der Liebenauer Gebäude- und Anlagenservice GmbH (LiGAS) beschäftigt. „Auf einem Pferdehof zu arbeiten, war immer mein Traum.“ Schon bevor er in die Stiftung Liebenau kam, hat er erfahren, wie beruhigend Pferde auf ihn wirken. Mit Geduld und Vertrauen Ein Praktikum auf dem Reiterhof Weihermühle bei Familie Wintermantel verlief erfolgreich, und nach einem Probejahr bot ihm die Familie einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Pferdepfleger auf dem Reiterhof an. „Er arbeitet selbstständig und weiß, was er zu tun hat“, bestätigt Sandra Wintermantel. Um dem Pferdepfleger künftig die Arbeit zu erleichtern, ist der Traktorführerschein angedacht. „Völlig ohne Druck“, sagt Sandra Wintermantel. „Rolf gehört dazu. Wir helfen uns gegenseitig.“ „Man muss etwas wagen“, sagt Rolf Wonaschek. Er hat seine Entscheidung nicht bereut: „Die Arbeit gefällt mir. Es geht mir gut.“ Sandra Wintermantel nickt: „Anfangs gilt es Zeit zu investieren, das Einfinden in die Arbeit zu begleiten.“ Rückblickend weiß sie, dass es richtig war: „Wenn es läuft und das Vertrauen da ist, dann funktioniert es richtig gut.“ Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in den Dienstleistungsbetrieben der Stiftung Liebenau Liebenau Service (LiSe) 94 St. Gallus- Hilfe 342 Forstbetriebe 13 Liebenau Gebäudeund Anlagenservice (LiGAS) 13 Liebenauer Landleben 77 DIENSTLEISTER UND STIFTUNGSBETRIEBE 59

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