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Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Liebenauer Netzwerk Familie Das Liebenauer Netzwerk Familie ist eine fachliche Klammer aller Dienste und Einrichtungen innerhalb des Stiftungsverbundes, die Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien sicherstellen. Ihre gemeinsame Vision: Alle Kinder und Familien sollen möglichst uneingeschränkt teilhaben können am gesellschaftlichen Leben und an den Regelangeboten der Bildung, Erziehung und Betreuung. Das gilt vor allem auch für Familien, deren Alltag durch eine schwere Krankheit oder Behinderung eines Kindes oder psychosoziale Belastungen erschwert ist. Christoph Gräf Koordinator Liebenauer Netzwerk Familie Kein Kinderspiel: Kindliche Bedürfnisse und Sichtweisen ernstnehmen Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung haben es erheblich schwerer als andere Kinder, innerhalb und außerhalb der Familie auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen und Einfluss zu nehmen auf die Gestaltung ihres Alltags. Die natürliche Abhängigkeit eines Kindes von Erwachsenen wird durch die Behinderung verstärkt. So ist unter anderen auch zu erklären, warum diese Kinder häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden. Umso wichtiger ist die Entwicklung von präventiven Schutzkonzepten. Das Kinderrechteprojekt der St. Gallus-Hilfe und weiterer Einrichtungen zielt auf die Entwicklung kindgerechter, alltagstauglicher Indikatoren für Achtung, Beteiligung, Förderung und Schutz von Kindern in stationärer Hilfe. Über 60 Interviews mit Kindern und Jugendlichen haben im Jahr 2013 stattgefunden. Wichtig sind auch kontinuierliche Beschwerdeinstrumente und entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen. Umgesetzt werden können diese Anforderungen jedoch nur mit Unterstützung der Leistungsträger. Das Bedürfnis nach Zusammensein mit Gleichaltrigen Zu den für Kinder wichtigen Erfahrungen und Bedürfnissen gehört das Zusammensein mit Gleichaltrigen außerhalb von Elternhaus und Schule. In der Freizeit geschieht das so genannte informelle Lernen. Im Jahr 2013 konnte unser inklusives Ferienbetreuungsangebot – ein kostengünstiges barrierefreies und qualifiziertes freizeitpädagogisches Angebot für Kinder im Grundschulalter – weiter entwickelt werden. Vier Sommerferienwochen, je eine Pfingst- und Osterferienwoche wurden in Hegenberg abgedeckt. Für Kinder mit Behinderungen gab es zusätzliche Angebote in den Faschings- und Herbstferien. Für die kommenden drei Jahre hat die Kinderlandstiftung Baden-Württemberg Liebenauer Netzwerk Familie Hilfen für Familien 2012 2013 Sozialmedizinische Nachsorge 32 35 Frühförderung (Laufende Förderungen) 185 189 Wellcome (Begleitete Familien) 50 54 Amalie – Ambulanter Kinderhospizdienst (Begleitete Familien) 10 17 Geschwisterzeit (Teilnehmer) 25 28 Samstags- und Ferienbetreuung Hegenberg und Wangen (Teilnehmer) 150 160 davon Kinder mit Behinderung 35 36 die Förderung von acht Ferienwochen pro Jahr zugesagt. In der Stadt Wangen im Allgäu kann dank eines Kooperationsvertrages und der Förderung durch die Kinderlandstiftung ein entsprechendes Ferienprogramm stattfinden. Geschwisterkinder im Aufwind Nach dem Premierenerfolg 2012 hatten sich die Kooperationspartner der „Geschwisterzeit“ entschieden, auch 2013 „besondere Familien“ zu einem Erlebnistag ins Ravensburger Spieleland einzuladen. Über 300 Familien, 54 HILFEN FÜ R KINDER, JUGENDLICHE UND FAMILIEN

in denen ein behindertes oder schwer erkranktes Kind und Geschwisterkinder leben, mit mehr als 1200 Familienmitgliedern meldeten sich an. Als Botschafter konnten wir den Sänger und Songwriter Peter Pux gewinnen, ein junger Künstler aus der Region und selbst Geschwisterkind. Im Jahr 2014 findet der Tag für besondere Familien zum dritten Mal statt. Schirmherrin ist Verena Bentele, gebürtige Tettnangerin und heute Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Neu aufnehmen in die Unterstützungsangebote für belastete Familien konnten wir dank einer großzügigen Spende der Sonja Reischmann Stiftung eine Trauergruppe für Kinder, die ein Elternteil oder Geschwister verloren haben. Diese Gruppe ist eng mit den erlebnispädagogischen Angeboten für Geschwisterkinder verbunden. Wirtschaftliche Situation Viele Hilfen des Liebenauer Netzwerks Familie bewegen sich zwischen oder außerhalb der üblichen Sozialleistungssysteme. Vor allem die Frühen Hilfen und die Ferienund Freizeitangebote sind nur mit Hilfe von Spenden zu realisieren. Im Jahr 2013 flossen 173.000 Euro aus den Spendenaktionen der Stiftung Liebenau in diesen Bereich. HILFEN FÜ R KINDER, JUGENDLICHE UND FAMILIEN 55

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