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Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Berufsbildungswerk Adolf

Berufsbildungswerk Adolf Aich gemeinnützige GmbH (BBW) Das Berufsbildungswerk Adolf Aich gGmbH (BBW) bietet vornehmlich für junge Menschen mit erhöhtem Förder- und Teilhabebedarf Maßnahmen zur Berufsvorbereitung, Qualifizierung und Ausbildung. Herbert Lüdtke Geschäftsführer Verunsicherung in der beruflichen Bildung Wie schon in den vergangenen Jahren bestimmten auch 2013 die drei Triebkräfte Demografie, Inklusion und Fachkräftemangel die Situation im Bereich der beruflichen Bildung. Deren Einflüsse bewirkten ein hohes Maß an Verunsicherung bei allen 52 deutschen Berufsbildungswerken. Zwar betonen alle Politiker die Notwendigkeit dieser Einrichtungen, die nachweislich eine erfolgreiche Arbeit leisten und – das belegen Untersuchungen – auch volkswirtschaftlich von Nutzen sind. Dennoch herrscht wenig Klarheit in der Frage, welche Rolle die BBWs in der Zukunft spielen sollen. Dabei wird es auch in den nächsten zehn Jahren einen deutlichen Bedarf geben, junge Menschen mit Benachteiligungen in Berufsbildungswerken mit bewährtem Know-how und entsprechenden Rahmenbedingungen gut auszubilden. Als „Inklusionsschlüssel“ sorgen Berufsbildungswerke dafür, dass für diese Menschen am Ende ihrer Ausbildung in der Regel die Teilhabe am Arbeitsmarkt und an der Gesellschaft steht. Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) 2012 2013 Betreute Teilnehmer BBW Ravensburg 172 194 RAZ integrativ Ravensburg 78 74 RAZ kooperativ Ravensburg 10 3 RAZ integrativ Ulm 52 53 RAZ kooperativ Ulm 1 2 Sonstige Ausbildungsmaßnahmen 252 253 Absolventen der Ausbildung 158 124 Vermittlungsquote in Prozent* im erlernten Beruf 33 59 berufsfremd 11 9 Weiterbildung 10 10 nicht suchend 3 1 arbeitssuchend 27 2 unbekannt 16 8 *nur Absolventen der BBW-Maßnahme Berufsvorbereitung in Berufsvorbereitung Ravensburg 46 50 in Berufsvorbereitung Ulm 7 10 Sonderberufsvorbereitungsjahr (SVAB) Ravensburg 98 85 Sonderberufsvorbereitungsjahr (SVAB) Ulm 35 34 Sonstige Externe Schüler Ravensburg 110 105 Externe Schüler Ulm 27 33 Arbeitserprobung 27 32 Öffnung und Spezialisierung Auch 2013 stellte sich das BBW den Herausforderungen eines laufenden finanziellen und strukturellen Anpassungsdrucks, trieb die in den vergangenen Jahren begonnenen Weiterentwicklungen unter dem Motto „Ab jetzt: Zukunft“ erfolgreich voran und setzte die Öffnung gegenüber neuen Zielgruppen fort. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen wurden zu Kaufleuten für Bürokommunikation ausgebildet, Pflege- Wohnbereich BBW-Wohnheim 131 138 Jugendhilfe-Wohnheim 64 70 Kooperationsbetriebe 215 217 Mitarbeiterzahlen Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen) 369 357 48 BILDUNG

assistenz-Kurse in Teil- und Vollzeit eröffneten den Teilnehmern einen schnellen Zugang zum Pflegeberuf. Es gab verschiedene Programme zum beruflichen Wiedereinstieg für Alleinerziehende oder arbeitslose Menschen und mit „Job of my Life“ gelang die Vermittlung von neun jungen Menschen aus Bulgarien in eine Ausbildung in oberschwäbischen Betrieben. Kooperationen Als schulische Maßnahme der Berufsvorbereitung für Menschen mit einer geistigen Behinderung und Förderschüler führte das BBW – in Kooperation mit der Don- Bosco-Schule in Hegenberg und der Gustav-Werner- Schule in Ulm – die sogenannte BVE (Berufsvorbereitende Einrichtung) ein, ebenso die darauf aufbauende weiterführende Maßnahme KoBV (Kooperative berufliche Bildung und Vorbereitung). Darüber hinaus intensivierten wir die Kooperation mit unseren zahlreichen Partnerbetrieben, insbesondere auch vor dem Hintergrund verzahnter Ausbildungsmodelle (VAmB). Aktuell besuchen zwölf Personen diesen Maßnahmetyp, andere kooperative Maßnahmen wie „RAZ integrativ“ mit über 70 Jugendlichen weisen ein ähnliches Verzahnungsniveau auf. Jugendhilfe Bei der Jugendhilfe standen die fachliche Weiterentwicklung und Differenzierung mit entsprechenden Wohnformen wie zum Beispiel dem betreuten Jugendwohnen im Mittelpunkt. Darüber hinaus schärften wir unser psychologisches und sozialpädagogisches Kompetenzprofil durch die Weiterentwicklung von Trainingsund Schulungsmaßnahmen unserer hauseigenen Fachdienste. Dazu zählten Coolness-Training (CT©), Anti- Aggressivitäts-Training (AAT©), das Anti-Mobbing- Programm Aufwind© sowie Sozialkompetenz-Trainings oder das Coaching von Menschen mit Autismus. Wirtschaftliche Situation Im Berichtsjahr 2013 bewegte sich das BBW wie schon in den Jahren zuvor in wirtschaftlich schwierigen Gewässern. Die Preise für BBW-Leistungen werden schon lange nicht mehr im Sinne des Selbstkostendeckungsprinzips festgelegt, sondern über eine Mittelwertsystematik. Hinzu kommt die Politik des Hauptkostenträgers, der Bundesagentur für Arbeit, Maßnahmen der beruflichen Reha verstärkt über Ausschreibungen einzukaufen, welche nur bedingt die Kosten für eine entsprechende Qualität abbilden. Hinzu kam eine massive Verschärfung der Lage aufgrund der unzureichenden Refinanzierung der BBW-eigenen Sonderberufsschulen. Diese sind zwar als Ersatz- und Sonderschulen genehmigt, werden aber in puncto Sachkostenzuschuss nur unzureichend refinanziert. Für das BBW als Privatschul-Träger stellt dies eine immer größere finanzielle Belastung dar. BBW-Absolventen 2013 – das wurde aus ihnen (Umfrage November 2013, Rücklaufquote 82 Prozent) 50 % 9 % 10 % 1 % 8 % 22 % BILDUNG 49

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