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Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Bildung Generation Y:

Bildung Generation Y: Sozialeinrichtungen müssen sich umstellen Die Generation Y macht von sich reden. Vor allem bei denen, zu deren Aufgaben es gehört, Personal zu rekrutieren, Fachkräfte zu finden und ans Unternehmen zu binden. Was ist so besonders an den Menschen dieser Generation, dass sie dermaßen Furore macht auf dem Arbeitsmarkt, aber auch in der Gesellschaft? Sie sind relativ wenige Es gibt den demografischen Faktor, der seit vielen Jahren zeigt, dass die Gesellschaft altert, dass mehr Ältere aus dem Berufsleben ausscheiden als Junge nachkommen und dass deshalb immer mehr offenen Stellen immer weniger geeignete Bewerber gegenüberstehen. Die Generation Y profitiert von dieser Mangelsituation und kann daher ihre Vorstellungen beim Arbeitgeber häufiger auch durchsetzen. Sie sind technikaffin Mit der Generation Y drängt zum ersten Mal eine Gruppe von überwiegend gut ausgebildeten jungen Arbeitskräften auf den Arbeitsmarkt, die mit den mobilen Kommunikationstechniken aufgewachsen ist, sie selbstverständlich nutzt und sich kaum vorstellen kann, dass man in den Unternehmen und am Arbeitsplatz jemals anders gearbeitet und kommuniziert hat. Sie optimieren selbstbewusst ihren Nutzen Diese Generation Y steht für einen durchgreifenden Wertewandel. Sie stellt sich in den Mittelpunkt und definiert in der Folge Pflichten und Rechte anders als frühere Generationen. Sie will alles auf einmal: Familie, Freunde, Freizeit, Beruf, Hobby und den tiefen Sinn des Lebens. Fremdbestimmung wird abgelehnt, per- sönliche Weiterentwicklung und ein gutes Standing in den Netzwerken ist wichtig. Wenn dieser hohe Anspruch nicht umgesetzt werden kann, kommt es allerdings häufiger zu massiven Zusammenbrüchen. Nichts bleibt, wie es war Was muss sich ändern in den Unternehmen und Betrieben? Untersuchungen zeigen, dass die Generation Y hierarchische Organisationsformen sehr kritisch hinterfragen wird. Auch Leitbilder, Unternehmensphilosophien und das Nachhaltigkeitsmanagement kommen auf den Prüfstand. Angesagt sind dagegen offenes Wissensmanagement, gelebte Work-Life-Balance und hierarchielose Kommunikation. Viel Arbeit also für die Organisationsentwickler, denn nur die Technik zu modernisieren reicht nicht. Auch die Unternehmenskultur muss an die künftige Zusammenarbeit der Offline- und der Online-Generationen angepasst werden. Aussitzen funktioniert nicht, denn die Generation Z folgt auf dem Fuß. Sie lebt noch stärker in den virtuellen Parallelwelten. Macht „social media“ sozialer? Was bedeutet dies für den sozialen Bereich? Wie tickt die Generation Y in Bezug auf die sozialen Berufe, in denen es bereits seit vielen Jahren Probleme mit der Gewinnung von Nachwuchs gibt? Das Image der sozialen Berufe ist bei der Generation Y nicht besser geworden, eher schlechter. Die Sozialberufe werden häufiger von den weniger gut ausgebildeten Mitgliedern der Generation Y ausgewählt und eher nicht aus altruistischen Motiven. Das heißt, die sozialen Arbeitgeber müssen trotz engster finanzieller Rahmenbedingungen ihre Anstrengungen bei der Rekrutierung, Ausbildung und Begleitung der neuen jungen Mitarbeiter massiv erhöhen. 46 BILDUNG

Dies bestätigen auch Erfahrungen, die im Ravensburger Institut für Soziale Berufe (IfSB) mit Vertretern der Generation Y gemacht werden. Social Media macht nicht sozialer, sondern schwieriger. In der jüngsten Vergangenheit gab es nach Einschätzung des IfSB- Direktors Kurt Brust unübersehbare Veränderungen vor allem bei den Pflegeberufen der Alten- und Behindertenhilfe. Waren vor rund zehn Jahren im Durchschnitt noch 80 Prozent gute und sehr gute Fachschüler in einer Ausbildungsklasse, so gibt es mittlerweile pro Klasse nur noch maximal 40 Prozent sehr gute Fachschüler. 60 Prozent haben zum Teil erhebliche Probleme im schulischen, persönlichen und psychischen Bereich. Die Einrichtungen in der Stiftung haben dies verstanden und entsprechend reagiert. Sie kümmern sich intensiv um die sehr guten Absolventen. Und sie bieten den schwächeren Fachschülern ständig optimierte und personell aufwändige Ausbildungs- und Generation Y: Was ist das? Bei der Generation Y handelt es sich um die Altersgruppe der zwischen 1980 und 1998 Geborenen. Sie sind heute zwischen 16 und 34 Jahre alt. Geprägt wurde der Begriff Generation Y im Jahr 2000 von den Historikern William Strauss und Neil Howe. Ihre Vertreter heißen auch „Millennials“ oder „Digital natives“, aufgrund ihrer extensiven Online-Beschlagenheit. Der Namensbestandteil Ypsilon wird englisch „Why“ ausgesprochen und heißt auf Deutsch: „Warum?“. Von der Generation Y (kurz Gen Y) wird behauptet, dass ihre Vertreter alles hinterfragen. Die Generation Y löste die Generation X der 1960 bis 1980 Geborenen ab und wird selbst von den ab etwa 1998 Geborenen der Generation Z abgelöst. Begleitangebote an. Denn allen Beteiligten ist klar: Die Mund-zu-Mund Propaganda ist unter den bestens vernetzten Auszubildenden das entscheidende Medium, um herauszufinden, welcher Arbeitgeber für sie gut ist. Auch die Bildung einer Arbeitgebermarke, die das Unternehmen deutlich von anderen unterschiedet, wird daher zunehmend wichtiger. BILDUNG 47

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