Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 5 Jahren

Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau

  • Text
  • Stiftung
  • Liebenau
  • Menschen
  • Behinderung
  • Kinder
  • Vorstand
  • Geist
  • Familien
  • Arbeit
  • Helios
Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Hilfe für Menschen mit

Hilfe für Menschen mit Behinderung Inklusion geht – in kleinen Schritten NeLe ist neu in Leutkirch. Sie ist sehr kontaktfreudig und kommt mit den unterschiedlichsten Menschen zurecht. NeLe ist eine Plattform für ehrenamtliches Engagement und Teil des Inklusionsprojekts in Leutkirch. In vier weiteren Kommunen koordiniert die St. Gallus-Hilfe Inklusionsprojekte. Unterstützt werden alle von der Aktion Mensch. Wie können Menschen mit Behinderung ihre Belange im ländlichen Raum besser geltend machen: Diese Frage steht im Mittelpunkt des Leutkircher Projekts „Alle an einem Strang – Netzwerk für Inklusion“, in dessen Rahmen schon einiges auf den Weg gebracht wurde. „Ein wichtiger Schritt war die Gründung eines kommunalen Behindertenbeirats mit sieben Mitgliedern Ende 2013“, sagt Projektassistent Daniel Ohmayer von der St. Gallus-Hilfe. Während der Vorlaufphase wurde geschaut, welche Angebote es bereits in Leutkirch gibt und wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Informationen und Anregungen ergaben sich zum Beispiel durch eine Bürgeranhörung, eine Fragebogenaktion, eine Stadtbegehung mit dem Fokus auf Mobilität und Barrierefreiheit sowie durch die Gründung der AG „Menschen mit Behinderung“. „Aktuelles Thema des Behindertenbeirats ist die Barrierefreiheit in Leutkircher Bildungseinrichtungen“, informiert Ohmayer. Im Moment unterstützt die St. Gallus- Hilfe gemeinsam mit der Stadtverwaltung den Behindertenbeirat bei seiner Konstituierung. Inklusion ist kommunal verankert Grundlage des Leutkircher Inklusionsprojekts ist ein Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahre 2011. Zielsetzung war, sich auf der Basis der UN-Behindertenrechtskonvention mit dem Thema Behindertenbeirat beziehungsweise -beauftragter auseinanderzusetzen. Die Federführung des Inklusionsprojekts liegt bei der Kommune. Von Seiten der St. Gallus-Hilfe ist Bernhard Hösch der Projektverantwortliche. Ein konkretes Beispiel ist die Entwicklung der Online- Plattform „Netzwerk Leutkirch“ – kurz NeLe – für ehrenamtliches Engagement. „NeLe soll Personen, die Hilfe benötigen, und solche, die Hilfe anbieten, unkompliziert und schnell miteinander in Kontakt bringen“, erläutert Ohmayer. Das Ziel: Selbstständigkeit und Lebensqualität von alten, kranken oder behinderten Menschen in den eigenen vier Wänden erhalten und fördern. „Außerdem wünschen wir uns, dass eine nachhaltige, generationenübergreifende Solidarität wächst und von den Bürgern mit Leben erfüllt wird“, ergänzt er. Das Projekt NeLe ist eine Kooperation der Stadt Leutkirch, der St. Gallus-Hilfe und der Vinzenz von Paul gGmbH. Weiterer Meilenstein des Projekts war die Eröffnung eines Kleiderladens im Juni 2014. Hier können finanziell benachteiligte Menschen nach dem Prinzip des Tafelladens günstige Kleidung einkaufen. Das Projekt ist eine hundertprozentige Kooperation mit dem DRK Kreisverband Wangen. Die Beschäftigten der Werkstatt der St. Gallus-Hilfe leeren die Kleidercon- 36 H ILFE FÜ R MENSC HEN MIT BEHINDERU N G

tainer, sortieren die Kleidung und unterstützen beim Verkauf. Ziel ist zudem, den Kleiderladen als eine Art Treffpunkt in Leutkirch zu etablieren. Eng verknüpft mit Inklusion ist der Perspektivwechsel, Menschen als Teil der Gesellschaft Bürger ins Boot holen Auch in Dußlingen startet ein Inklusionsprojekt. Eine der ersten Maßnahmen, Bürger ins Boot zu holen und zu interessieren, ist eine Umfrage zum Thema in allen Haushalten. Beim und nicht als Menschen mit oder ohne Behinderung zu sehen. „Unser Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren tragfähige Netze zu knüpfen und Menschen zu begeistern“, erklärt Ohmayer. Projekt „Dußlingen wird inklusiv“ holte sich Teresa Roth, Leiterin der Ambulanten Dienste, auf diese Weise Ideen, Wünsche und Erfahrungen. Dußlinger Bürger wünschen sich etwa mehr Begegnungsmöglichkeiten: Das könnten vereinsunabhängige Bürgerfeste oder multikulturelle Veranstaltungen sein oder ein türkischer Kochkurs in den Lebensräumen für Jung und Alt. Um Bürger langfristig für die Mitwirkung bei Inklusionsprojekten zu interessieren, müssen laufend weitere Aktivitäten folgen: Bürgerversammlungen, Treffen, die Umsetzung der ersten Anregungen. Klar ist dabei immer: „Es sind viele kleine Schritte nötig, damit sich alle im Ort gut zurechtfinden und wohl fühlen“, so Roth. Projekte in fünf Kommunen In fünf verschiedenen Kommunen hat die St. Gallus-Hilfe Inklusionsprojekte gestartet: · Dußlingen · Leutkirch · Lindau · Salem · Ulm Partner sind die jeweiligen Kommunen, andere Einrichtungsträger und die St. Gallus-Hilfe. HILFE FÜ R MENSCHEN MIT BEHINDERUNG 37

Stiftung Liebenau Österreich