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Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

St. Lukas-Klinik

St. Lukas-Klinik gemeinnützige GmbH Liebenau Kliniken gemeinnützige GmbH Die St. Lukas-Klinik und die Liebenau Kliniken erfüllen einen besonderen Auftrag: Sie betreuen und behandeln Menschen mit Behinderungen und körperlichen, intellektuellen oder psychischen Erkrankungen. Alle stationären und ambulanten Bereiche waren auch im Jahr 2012 in hohem Maße angefragt. In der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie behandeln wir Kinder mit psychischen Erkrankungen, Jugendliche mit autistischen oder oft expansiven Störungen und begleiten Angehörige. Die Bedeutung früher Traumatisierungen gewinnt zunehmend Beachtung. In der Erwachsenenpsychiatrie rückt die Betrachtung des emotionalen Entwicklungsstandes bei den Patienten mit Intelligenzminderung stärker in den Fokus, sowohl beim Verständnis der psychischen Störungen als auch in der alltäglichen Begegnung und in der Therapie. Internistische und psychiatrische Arbeit werden enger verbunden. Dies erweitert das Handlungsspektrum, beispielsweise in der Behandlung älterer Menschen, die sowohl körperlich als auch psychisch (insbesondere demenziell) erkranken. Im ambulanten Bereich wurde trotz unbesetzter Arztstellen die Betreuung der Patienten und die Beratung der Einrichtungen aufrechterhalten. Die Klinikambulanzen arbeiteten eng zusammen mit der physiotherapeutische Abteilung und der eigenständigen ergotherapeutischen Praxis. In den sozialtherapeutischen Heimen der St. Lukas-Klinik und des Hauses St. Damiano in Stuttgart ist nach wie vor hoher Aufnahmedruck zu verzeichnen. Besonders für Jugendliche, Heranwachsende und Personen mittleren Alters, meist mit leichteren intellektuellen Einschränkungen, jedoch expansiven Verhaltensproblemen, ist langfristige Begleitung ebenso gefragt wie zeitlich begrenzte Sozialtherapie. Neben einer regionalen Ausweitung des Angebots entwickeln wir für externe Anfrager Konzepte und Versorgungsstrukturen. Inklusion fordert auch Spezialangebote Je umfassender die gesellschaftlichen Bemühungen um Inklusion werden, desto häufiger scheitern Menschen mit Behinderungen genau an diesen Anforderungen. Wenn konventionelle Hilfestellungen des Gesundheitswesens und der Eingliederungshilfe nicht ausreichen, wird Bedarf nach sozialtherapeutischer Versorgung laut. Die komplexen Probleme der betroffenen Menschen verlangen Kompetenzen in behinderungsspezifischer Begleitung wie in therapeutischer Abstützung und medizinisch ergänzender Behandlung. In den Heimen der St. Lukas-Klinik und Liebenau Kliniken ist dies durchgängig gegeben. St. Lukas-Klinik Liebenau Kliniken 2011 2012 Betreute Menschen stationär im Krankenhaus y Innere Medizin 491 476 y Kinder- und Jugendpsychiatrie 192 198 y Erwachsenenpsychiatrie 159 139 in sozialstationären Bereichen 201 206 ambulant behandelt (Scheine) y Allgemeinmedizinische Ambulanz 3 715 3 659 y Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulanz 563 453 y Erwachsenenpsychiatrische Ambulanz 1 226 1 347 y Physiotherapie 2 100 2 100 Einrichtungen/Platzzahlen y Krankenhausbetten y Innere Medizin 20 20 y Kinder- und Jugendpsychiatrie 22 22 y Erwachsenenpsychiatrie 20 20 Dr. Edgar Kessler Geschäftsführer Wolfgang Oppolzer Geschäftsführer Mitarbeiterzahlen y Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen) 436 446 48 Gesundheit

Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration gemeinnützige GmbH Liebenau Kliniken gemeinnützige GmbH (50 % Beteiligung), Mariaberger Fachkliniken gemeinnützige GmbH (50 % Beteiligung) Diagnostik muss auf Sprache verzichten Die internistische Abteilung der St. Lukas-Klinik hat ein beachtliches Einzugsgebiet, das über das südliche Baden-Württemberg und Bayern bis zum Saarland reicht. Die besondere Herausforderung: Für Anamnese und Diagnostik fehlen oft sprachliche Kommunikationsmöglichkeiten.Trotz Ärztemangels konnte das Behandlungsangebot auf hohem fachlichen Stand gehalten werden. Mit Hilfe von EKG, Ultraschall samt farbkodierter Duplex-Sonografie, konventioneller Röntgenanlagen, Bucky-Tisch für Aufnahmen von Galle oder Nieren, aber auch mit Hilfe von Blut- und Laboruntersuchungen werden Diagnosen erstellt und Therapien eingeleitet. Neue Wege zum Verständnis psychischer Störungen Seit 2010 wird in der St. Lukas-Klinik nach dem „Schema der emotionalen Entwicklung“, kurz „SEO“ gearbeitet, das vom niederländischen Facharzt für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie Prof. Dr. Anton Došen entwickelt worden war. Kernaussage des SEO: Neben den geläufigen Aspekten – sozial, biologisch, kognitiv – spielen auch die Emotionen eine ganz entscheidende Rolle bei der Herausbildung der eigenen Persönlichkeit. Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Störungen können ihren Ursprung auch in einer Diskrepanz zwischen emotionaler und kognitiver Entwicklung haben. Mit einer SEO-orientierten Diagnose kann es gelingen, solche Muster neu zu interpretieren und zu verstehen. Zusammen mit den Mariaberg-Fachkliniken konnten die Liebenau Kliniken im Jahr 2012 das erfolgreiche fünfjährige Bestehen der gemeinsamen Tochter „Tagesklinik Bernsteinstraße“ in Stuttgart begehen. Von Beginn an war die tagesklinische Facheinrichtung für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche mit Intelligenzminderungen voll belegt und hat einen festen Platz in der spezialisierten Versorgung junger Menschen mit Handicap in der Großregion Stuttgart. In besonderer Weise wirken hier die medizinischen und psychotherapeutischen Angebote der Klinik mit den sonderpädagogischen Angeboten der klinikeigenen Schule zusammen. Gut bewährt hat sich das Zusammengehen von katholischer und diakonischer Sozialeinrichtung: Beide bringen neben ihrem fachlichen Know-how ihren jeweils besonderen Geist in die Arbeit ein und profitieren auch in ihren Ursprungseinrichtungen davon. Herausfordernd war insbesondere die Arbeitsmarktsituation in der Region: Da das Team viele junge Mitarbeiter hat, für die der Wechsel der Arbeitsstelle zum normalen beruflichen Werdegang gehört, haben die leitenden Mitarbeiter neben der fachlichen Tätigkeit auch die – bislang stets gelungene – Aufgabe, die Kontinuität der Arbeit sicherzustellen. Künftige Ziele sind die Verbreiterung und Vertiefung der ambulanten therapeutischen Angebote sowie die Entwicklung sozialtherapeutischer Angebote, um das vorhandene fachliche Know-how und das persönliche Engagement der Mitarbeiter für die betroffenen Kinder und Familien optimal nutzen zu können. Dr. Edgar Kessler Geschäftsführer Dr. Martin Menzel Geschäftsführer Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration 2011 2012 y Behandelte Kinder und Jugendliche 101 99 y Tagesklinik-Plätze 20 20 y Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen) 27 28 Gesundheit 49

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