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Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

Liebenauer Netzwerk Familie Das Liebenauer Netzwerk Familie vernetzt mehr als 60 Angebote und Dienste für Kinder, Jugendliche und Familien, die in den verschiedenen Tochtergesellschaften des Stiftungsverbunds zu finden sind. Dazu zählen etablierte Dienste der Eingliederungs- und Jugendhilfe, medizinische Dienste und Bildungsangebote ebenso wie innovative Projekte im Grenzbereich bestehender Leistungssysteme: Niederschwellige Hilfen für junge Familien, Begleitung in Krisensituationen, Angebote zur Familienentlastung. Besonders die jüngeren Projekte basieren auf dem Engagement Ehrenamtlicher: „Wellcome“ – Hilfen für junge Familien nach der Geburt, der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst AMALIE, die vielfältigen Ferien- und Freizeitangebote. Fachkräfte übernehmen hier überwiegend Koordinations- und Steuerungsaufgaben, die Schulung und Anleitung der Ehrenamtlichen. Eine zentrale Erfahrung aus der Netzwerkarbeit: Um Familien in Belastungssituationen wirksam helfen zu können, ist Fallmanagement nötig. Ohne Fallsteuerung erhalten die Betroffen entweder keine, die falschen oder keine aufeinander bezogenen Hilfen. Außerdem folgt die formale Zeitachse der vorgesehenen Hilfen nicht immer dem inneren Annahme- und Verarbeitungsprozess von Eltern. Eine der großen Herausforderungen für die Netzwerk-Verantwortlichen war auch im Jahr 2011 die wirtschaftliche Sicherung der innovativen Projekte. Sie sind auf Finanzquellen außerhalb der Regelsysteme angewiesen. Deshalb haben wir ein Fundraisingprogramm ins Leben gerufen, das unterfinanzierte Angebote im Netzwerk Familie unterstützt. Auch dauerhafte Partnerschaften mit Vertretern aus Industrie und Handel wurden in den vergangenen Jahren aufgebaut. Christoph Gräf Koordinator Teilhabe von Kindesbeinen an Der Fachdienst Teilhabe der St. Gallus-Hilfe begleitet Kinder mit Teilhabeerschwernissen im Rahmen der Eingliederungshilfe heilpädagogisch bei dem Besuch der Kindertagesstätte und in Schulen in Wohnortnähe. Die betreffenden Teams werden kooperativ beraten. Diese Arbeit hat sich im Bodenseekreis und im Kreis Ravensburg in den vergangenen zehn Jahren gut etablieren können und wird mit steigender Tendenz nachgefragt. Aktuell begleitet das Team 110 Kinder. „Halte mich“: Elternbildung und Spielgruppe „Halte mich“ ist der Name einer Spielgruppe für Kinder mit einer Behinderung oder einer gravierenden Entwicklungsverzögerung. Die Kooperation und Nachbarschaft zwischen Frühförderstelle der St. Gallus-Hilfe und Mehrgenerationenhaus Markdorf trägt hier erfreuliche Früchte: Für die Kinder bietet eine Erzieherin eine bunt gemischte Runde, in der gemeinsam gespielt, gesungen und erlebt wird. Parallel ist die Heilpädagogin der Frühförderstelle im Gespräch mit den Eltern. Gemeinsam werden die Bedürfnisse der Kinder, ihre Verhaltensweisen und ihre Entwicklungsschritte reflektiert. Das Angebot stärkt Eltern von Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten. 62 Hilfen für Kinder und Jugendliche

Schulalltag in der Klinik Die jungen Patienten der Pädiatrischen Psychosomatik des Klinikums Friedrichshafen gehen täglich für zwei Stunden in die Schule für Kranke, eine Abteilung der Don-Bosco- Schule. Zum einen verpassen die Schüler im Alter zwischen sieben und 13 Jahren während ihres oft sechs- bis achtwöchigen Klinikaufenthalts nicht zu viel Schulstoff. Zum anderen ergänzt der Unterricht das Behandlungskonzept der Station. Unterrichtet werden im Schnitt sechs bis zehn Schüler. Umfassende familienentlastende Angebote Insgesamt erreicht das Liebenauer Netzwerk Familie über 300 Kinder und deren Familien mit einem bunten Mix aus Gruppen- und Freizeitangeboten. Neben den Sommer-, Oster-, Pfingst- und Herbstferienfreizeiten wird eine regelmäßige Samstagsbetreuung in Hegenberg angeboten für Kinder mit und ohne Behinderung. Beim Angebot Geschwisterzeit stehen die Geschwister von Kindern mit einer Behinderung im Mittelpunkt. Familienunterstützende Dienste unterstützen Familien mit einem Angehörigen mit Behinderung in der persönlichen Umgebung oder mit Gruppenangeboten, wie etwa der Jugendgruppe in Nußdorf oder der Mädchengruppe in Bad Wurzach. Sie erreichen rund 150 Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Befristete stationäre Hilfen befähigen Dennis E., 20 Jahre alt, lebt heute selbstständig in einer Wohnung, hat eine langjährige Freundin und eine feste Arbeit. Wichtig für seine Biografie war das befristete Wohnen in einer stationären Wohngruppe, in einer Außenwohngruppe und auch die passende Schule in der St. Gallus-Hilfe. „Ich habe mich gut entwickelt, bin ruhiger geworden. Ich habe auch gelernt zu sagen was mir stinkt oder was ich möchte“, so Dennis E. Neu: Begleitete Elternschaft Mit der Diskussion um Normalität rücken auch die Themen Behinderung und Schwangerschaft gesellschaftlich stärker ins Blickfeld. Seither gibt es deutlich mehr Schwangerschaften und gehäufte Anfragen nach Betreuten Wohnmöglichkeiten. Über das Projekt „Begleitete Elternschaft – Betreutes Wohnen in Familien“ der St. Gallus- Hilfe werden sieben junge Mütter mit einer leichten geistigen oder Lernbehinderung mit ihren Kindern sowie deren Gastfamilien betreut. Hilfen für Kinder und Jugendliche 63

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