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Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

Bereich Hilfen für

Bereich Hilfen für Kinder und Jugendliche Der Bereich Hilfen für Kinder und Jugendliche umfasst das Liebenauer Netzwerk Familie mit mehr als 60 unterschiedlichen Angeboten und Diensten, das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach, an dem die Stiftung Liebenau zu 50 Prozent beteiligt ist, sowie die Franz von Assisi Gesellschaft (17-Prozent-Beteiligung) im Raum Stuttgart und auf der Schwäbischen Alb. Unsere Tätigkeit in diesem Bereich basiert auf zwei Grundprinzipien: dem Recht auf gleichberechtigte Teilhabe und dem Anspruch auf einen respektvollen Umgang mit menschlicher Individualität. Was heißt das für die Ausgestaltung von Hilfen, die unter dem Dach der Stiftung Liebenau für Kinder und Jugendliche erbracht werden, die es aus unterschiedlichen Gründen in ihrem Leben schwerer haben als die meisten anderen Kinder in ihrem Alter? Kinder sind glücklich, wenn sie daheim gelobt werden, wenn sie spüren, dass ihnen Vater und Mutter Liebe zeigen, wenn zuhause gelacht, gemeinsam gespielt und gelernt wird. Kinder sind glücklich, wenn sie sich in Kindergarten, Schule und Freizeit als unverwechselbare Persönlichkeit positiv erleben können, wenn sie Freundinnen und Freunde haben. So sagen es die aktuellen Kindheits- und Glücksstudien. Damit sind die wesentlichen Handlungsfelder für eine kindgerechte und familienorientierte Hilfe definiert. Der Ausgrenzung zuvorkommen Die notwendigen Momente der Unbeschwertheit im Familienalltag gilt es zum Beispiel dann zu stützen, wenn die materielle, emotionale und zeitliche Belastung der Eltern so hoch ist, dass die Lebensqualität der Familie extrem beeinträchtigt ist und die familiären Ressourcen für die Befriedigung kindlicher Bedürfnisse in Frage gestellt sind. Das sind häufig Belastungssituationen, die zwar von der Familie selbst und ihrem Umfeld als schwierig erlebt werden, die aber leistungsrechtlich „noch nicht schlimm genug“ sind. Mit niedrigschwelligen Angeboten zur Elternbildung, -beratung und -entlastung, die mit Hilfe von Ehrenamtlichen erbracht werden, will die Stiftung Liebenau hier Unterstützung geben und Belastungen erträglicher machen. Ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Hilfen ist die Fallsteuerung. Eine reine Addition von Hilfen ist selten zielführend. Eltern wünschen sich in der Regel eine einzelne Vertrauensperson, an die sie sich mit allen Fragen wenden können. Diese kann dann mit ihnen entscheiden, welcher Schritt als nächstes nötig ist, welche Hilfe passt. Nur so können sich niedrigschwellige und professionelle Hilfen gut ergänzen. Leistungsrechtliches Niemandsland Vor allem die niedrigschwelligen Dienste sind aber auf Spenden angewiesen. Denn ob Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe oder Eingliederungshilfe: Je eindeutiger die Notlage ist, desto eindeutiger lassen sich Hilfen begründen, desto sicherer ist die Finanzierung. Der Aufenthalt im „Gefahrenbereich“, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, ist leistungsrechtliches Niemandsland. Mit dem neuen Bundeskinderschutzgesetz hat sich das zwar etwas verbessert. In den Landkreisen sind Netzwerke „Früher Hilfen“ verbindlich zu etablieren, und die Familienhebammen werden finanziell gefördert. Allen Kindern soll ein guter Start ins Kinderleben ermöglicht werden. Es bleibt aber eine Herausforderung, nicht nur die Schutzrechte derjenigen Kinder zu wahren, deren Eltern nicht angemessen für die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse sorgen können, sondern auch das Recht der Kinder auf eine für sie förderliche Umgebung und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen durchzusetzen. Das Bildungspaket der Bundesregierung reicht dazu nicht aus. Die Stiftung Liebenau fördert daher aus eigenen Mitteln und mit Spendengeldern Hilfen für belastete Familien. Barrierefreiheit nicht dem Zufall überlassen! Über die frühen Hilfen hinaus brauchen wir gut ausgestattete Kindergärten und Schulen, in denen die Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten, mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, mit und ohne Beeinträchtigungen zusammenkommen, in denen sie als Persönlichkeiten geachtet und nicht beschämt werden und in denen sie lernen, dem anderen mit Respekt zu begegnen. Dazu braucht es auch die Erfahrungen der spezialisierten Fördereinrich- 60 Hilfen für Kinder und Jugendliche

tungen. Diese gilt es mehr denn je mit den Regeleinrichtungen zu vernetzen. Denn die Erfahrung zeigt: Barrierefreiheit will erarbeitet sein und darf nicht dem Zufall überlassen bleiben. Halt geben in der Krise Wenn ambulante Hilfen nicht ausreichen oder nicht geeignet sind, um das Wohl und die förderliche Entwicklung eines Kindes zu gewährleisten, stehen Pflegefamilien, stationäre Einrichtungen, pädagogisches und medizinisch-psychologisches Fachpersonal zur Verfügung. Wohngruppen sind für viele Kinder und Jugendlichen ein Ort, an dem sie wieder zur Ruhe kommen können: durch einen geregelten Tagesablauf mit verlässlichen Mahlzeiten, einer ordentlichen Wohnung, zugewandten Mitarbeitern und Mitbewohnern, die ähnliches erfahren haben. Viele Kinder bringen traumatische Gewalterfahrungen mit, die sie immer wieder testen lassen, ob es die Erwachsenen auch wirklich gut mit ihnen meinen. Dies auszuhalten, erfordert von den Mitarbeitern viel Kraft und eine hohe Kompetenz. Der Ausgrenzung zuvorkommen und Halt geben in der Krise: In diesem Spannungsbogen bewegen sich die Hilfen der Stiftung Liebenau für junge Menschen, deren gesellschaftliche Teilhabe aus unterschiedlichen Gründen erschwert oder gefährdet ist. Sie verstehen sich als engagierter Beitrag zur Chancengerechtigkeit benachteiligter Kinder und Jugendlicher und wollen mitwirken bei der Herstellung von guten Lebensbedingungen für möglichst alle. Vorstand und Geschäftsführungen Bereich Hilfen für Kinder und Jugendliche Frühe Hilfen Frühförder- und Beratungsstellen Wellcome – Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt Angebote zur Elternberatung, Elternbildung und Elterntreffs Gemeinsam für Kinder – Sozialmedizinische Nachsorge Kranke Kinder Kinder- und Jugendpsychiatrie (ambulant und stationär) Kinderhospizarbeit Bildung Kindertagesstätten Schulische Bildung Berufsausbildung Berufsbildungsbereich Integrationsdienste Teil- und vollstationäre Hilfen Teil- und vollstationäre Hilfen zur Erziehung und Teilhabe Sozialtherapeutische Wohngruppen Betreutes Wohnen in Familien Familienentlastung, Ferien und Freizeit Integrative Ferien- und Freizeitangebote Regelmäßige Betreuungsgruppen Eltern-Kind-Gruppen Familienpflege Geschwisterzeit Hilfen für Kinder und Jugendliche 61

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