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Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

Bereich Bildung Der

Bereich Bildung Der Bereich Bildung der Stiftung Liebenau umfasst Angebote zur schulischen und beruflichen Bildung für Menschen mit Behinderung und anderen Beeinträchtigungen oder Benachteiligungen. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften in sozialen Berufen. Kinder und Jugendliche mit geistigen und mehrfachen Behinderungen werden an der Don-Bosco-Schule der St. Gallus-Hilfe und an der Krankenhausschule der St. Lukas-Klinik unterrichtet und anschließend im Berufsbildungsbereich der Stiftung Liebenau auf eine spätere Arbeitstätigkeit vorbereitet. Hauptaufgabe des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW) ist es, Jugendlichen mit Lernbehinderungen sowie psychischen und sozialen Beeinträchtigungen durch Berufsvorbereitung, Qualifizierung und Ausbildung den Einstieg in das Arbeitsleben zu ermöglichen. Zukünftige Fachkräfte werden am Institut für Soziale Berufe (IfSB) ausgebildet, wobei sich das von der Altenpflege bis hin zur Heilpädagogik reichende Ausbildungsangebot immer weiter differenziert hat. Damit einher ging in den letzten Jahren ein starker Anstieg von Schülerzahlen und Ausbildungskapazitäten. Darüber hinaus bietet die Abteilung „fortbilden & entwickeln“ der Stiftung Liebenau ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter aus sozialen Einrichtungen und freiwillig Engagierte aus der Behinderten-, Alten- und Jugendhilfe sowie aus Behörden, Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben. Dazu zählen Beratungen ebenso wie Inhouse-Schulungen. Im Mittelpunkt stehen sowohl die Bedürfnisse und Interessen der Mitarbeiter als auch die aus einer christlichen Werthaltung entwickelte Achtung der Klienten. Auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft Die Aktivitäten der Stiftung Liebenau in Sachen Bildung stehen ganz im Zeichen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, nach der jedem das Recht auf Bildung und Ausbildung zusteht. Dabei soll sich nicht der Mensch mit Behinderung an die jeweilige Maßnahme anpassen müssen. Stattdessen hat die Gemeinschaft dafür zu sorgen, dass ihre Angebote für alle zugänglich sind. Auf Grundlage der Inklusion soll dabei eine volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden. Die Vision dahinter: Menschen mit Behinderungen leben, lernen und arbeiten nicht mehr in eigenen Sondereinrichtungen, sondern gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung. In Baden-Württemberg zeichnet sich ein solcher Weg, sonderpädagogische Schulen in das Regelsystem zu integrieren, mit dem neuen Schulgesetz 2013/2014 ab. Eine Situation, die alle Beteiligten vor große Herausforderungen stellt. Teilhabe für jeden Als besonders schwierig gestaltet sich diese Art der Inklusion im Bereich der beruflichen Bildung. Gerade an diesem sensiblen Übergang zwischen Schule und Arbeitsleben werden aber die entscheidenden Weichen für eine nachhaltige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gestellt. Doch nicht alle Jugendlichen können diesen Schritt innerhalb des Regelsystems meistern. In einer Zeit, in der immer weniger Betriebe behinderte Menschen ausbilden, sind junge Menschen mit besonderem Förderbedarf nach wie vor auf die in vielerlei Hinsicht bewährten Spezialeinrichtungen angewiesen, um überhaupt eine realistische Chance auf dauerhafte Teilhabe an Arbeit zu bekommen. So wie eine „Schule für alle“ im Sinne des Inklusionsgedankens zu begrüßen ist, ist das gegenwärtige Ausbildungssystem den enormen inhaltlichen Herausforderungen der Inklusion längst noch nicht gewachsen. Und auch die UN-Konvention favorisiert zwar ein egalitäres, inklusives Schulsystem, schließt aber besondere pädagogische Maßnahmen in speziellen Institutionen nicht aus. Spezialeinrichtungen sind nötig Dem Leitsatz der Stiftung Liebenau, „In unserer Mitte – Der Mensch“ entsprechend, muss sich dann der Blick auch zuerst einmal auf den Jugendlichen selbst richten: Welche tatsächlichen Bedürfnisse sind vorhanden? Was sind seine Interessen und Ziele? Wo liegen Ressourcen und Stärken? Gerade das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) hat es immer mehr mit einer Klientel zu tun, die mit vielfältigen Benachteiligungen und Störungsbildern zur Berufsvorbereitung und Ausbildung kommt und ein individuell zugeschnittenes Unterstützungsangebot braucht, um nicht durch das berüchtigte Ras- 52 Bildung

ter zu fallen. So hat sich das BBW in den letzten Jahren nicht nur für neue Zielgruppen geöffnet, sondern sich gleichzeitig auch als Kompetenzzentrum für Bildung spezialisiert, zum Beispiel im Umgang mit Autismus. Dass die große Aufgabe, die Befähigung zur vollen Teilhabe, hier auf sinnvolle Weise gelingt, zeigen die jährlichen Vermittlungsquoten ebenso wie Studien über den großen volkswirtschaftlichen Nutzen der Berufsbildungswerke. Die Investitionen lohnen sich – auch für den Steuerzahler. Und dennoch stehen Träger beruflicher Ausbildung und Rehabilitation wie das Berufsbildungswerk Adolf Aich seit Jahren in einem Spannungsfeld zwischen wachsenden fachlichen Herausforderungen und einer zunehmend schärferen Preispolitik der Kostenträger, die immer mehr Bildungsmaßnahmen über Ausschreibungen vergeben. Dabei kommt die Rücksicht auf regionale Gegebenheiten und Vernetzungen sowie das Wunsch- und Wahlrecht der Betroffenen oft zu kurz. Zudem fehlt den Einrichtungen dadurch eine nachhaltige Finanzgrundlage, und es ist immer noch unklar, wie die Politik künftig zu ihrer Strukturverantwortung steht. Hier muss es bald Antworten geben. Bereich Bildung (Zahlen in TEUR) 2010 2011 Umsatz 26.682 27.543 Personalaufwand 14.877 16.851 Bilanzsumme 11.451 13.166 Eigenkapitalquote ohne Sonderposten 18,3 % 15,3 % Eigenkapitalquote mit Sonderposten 19,0 % 27,9 % Investitionen 4.104 808 Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen) 374 378 1. Vollkonsolidierung (Berufsbildungserk Adolf Aich gGmbH) Vorstand und Geschäftsführungen Bildung 53

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