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Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

Bereich Gesundheit Der

Bereich Gesundheit Der Bereich Gesundheit in der Stiftung Liebenau umfasst neben der St. Lukas-Klinik auch die Liebenau Kliniken sowie die Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration, eine gemeinsame Tochter mit den Mariaberger Fachkliniken. Im erweiterten Sinne sind auch die pflegerischen und therapeutischen Fachdienste der St. Gallus-Hilfe (sozialmedizinische Nachsorge, ambulante Hospizarbeit für Kinder) sowie der medizinisch-therapeutische Bereich des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW) hinzuzurechnen. Die St. Lukas-Klinik betreibt ein Fachkrankenhaus und bietet ambulante Versorgungsleistungen im Bereich der allgemeinen Psychiatrie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Allgemeinmedizin sowie der Neurologie. Angegliedert an die St. Lukas-Klinik gibt es eine physiotherapeutische Abteilung sowie eine ergotherapeutische Praxis. Die Liebenau Kliniken betreiben ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen und zusätzlichen psychischen Erkrankungen in Stuttgart. Die Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration in Stuttgart, gemeinsam betrieben mit den Mariaberger Fachkliniken, ist eine kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik. Gebündelte Leistungen Die Erfahrungen im Gesundheitsbereich der Stiftung Liebenau zeigen, dass die Bündelung und das Vorhalten von fachlicher Kompetenz in den Bereichen Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, verbunden mit psychologisch-heilpädagogischen Fachdiensten speziell für den Bereich der verhaltensschwierigen und oder körperlich stark beeinträchtigten geistig behinderten Personen aller Altersgruppen eine sehr gute therapeutische Einflussnahme ermöglicht. Mit dem Begriff „Rehabilitation“ lässt sie sich stimmig beschreiben. Entstanden sind auf diese Weise, neben den ambulanten und klinisch-stationären Angeboten, Lebensräume für die betroffenen Menschen, in denen individuelle Probleme zielgerichtet, fachlich kompetent und zeitnah gemildert, Komplikationen und Zuspitzungen vermieden und persönliche Entwicklungen gefördert werden können. Gestiegene Nachfrage Seit vielen Jahren steigt die Nachfrage nach medizinischen Leistungen für Menschen mit Behinderung. Mit den vorhandenen stationären Plätzen kann dieser Bedarf nicht gedeckt werden. Selbst der Ausbau aller ambulanten Angebote führte zu keiner wirklichen Entlastung im Bereich der Akutversorgung. Ein wichtiger Faktor in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen mit Behinderung ist die benötigte Zeit. Behandlung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen benötigt Geduld, viel Erfahrung und im Vergleich viel Zeit. Dieses Mehr an Zeit und Know-how muss auch von den Kostenträgern akzeptiert und finanziert werden. Spürbarer Ärztemangel Eine große Sorge für die Entwicklung im Gesundheitsbereich der Stiftung Liebenau stellt die ärztliche Versorgung dar. Frei gewordene Arztstellen können derzeit nur sehr schwer wieder besetzt werden. Der gesamtgesellschaftlich beklagte Ärztemangel ist auch in der Liebenauer St. Lukas-Klinik und den verbundenen Unternehmen deutlich bemerkbar. Umso stärker, als die hier tätigen Mediziner besonderes Interesse und persönliche Eignung für den Umgang mit Menschen mit Behinderung mitbringen müssen! Passgenaue Versorgung Die körperliche und psychische Gesundheit ist eine unverzichtbare Grundlage zur Teilhabe an der Gesellschaft. Das hat die Bundesregierung durch die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung eindeutig und klar formuliert. Dies gilt gleichermaßen für Menschen mit und ohne Behinderungen. Die umfassende professionelle und speziell auf Menschen mit Behinderung abgestimmte medizinische Versorgung – gerade für Menschen mit einer geistigen Behinderung und damit verbundenen kognitiven und sprachlichen Einschränkungen – kennzeichnet den Gesundheitsbereich der Stiftung Liebenau und formuliert ihren Anspruch. Der allgemeine Trend der Hilfe für Menschen mit Behinderung in Richtung Inklusion, die Bemühungen um verstärkte Teilhabe sowie die Entwicklung von dezentralen Strukturen der Hilfsangebote führen häufig zur Überforderung von Menschen mit Behinderung und 46 Gesundheit

chronisch psychischen Erkrankungen. Gerade für diese Menschen gilt es, Hilfen anzubieten im Sinne eines therapeutischen, Halt gebenden Rahmens, auch über längere Zeit. In diesem Sinne bietet die Stiftung Liebenau im Rahmen ihrer sozialtherapeutischen Heime beständige und reintegrierende Strukturen an. Bereitschaft zum Ausbau Ein grundlegendes Problem im Bereich der Gesundheitsfürsorge der Stiftung Liebenau besteht in dem ungelösten Spannungsfeld zwischen fachlicher Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit. Der Gesundheitsbereich insgesamt leidet stark unter der weiter aufgehenden Schere von steigenden Leistungsanforderungen und der Kostenentwicklung. Hier ist es unsere Aufgabe, die Notwendigkeit der Arbeit für behinderte Menschen zu verdeutlichen, unsere Aktivitäten in Richtung Politik und Kostenträger zu intensivieren. Die Stiftung Liebenau ist bereit und willens, den Bereich der Gesundheitsfürsorge für Menschen mit Behinderungen weiter auszubauen und mit vorhandenen Angeboten zu vernetzen. Bereich Gesundheit (Zahlen in TEUR) 2010 2011 Umsatz 23.585 23.539 Personalaufwand 15.441 16.494 Bilanzsumme 9.582 9.731 Eigenkapitalquote ohne Sonderposten 39,1 % 39,6 % Eigenkapitalquote mit Sonderposten 45,8 % 46 % Investitionen 252 302 Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen) 433 450 1. 2. Vollkonsolidierung (St.Lukas-Klinik gGmbH, Liebenau Kliniken gGmbH) Quotenkonsolidierung (Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration gGmbH) Vorstand und Geschäftsführungen Gesundheit 47

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