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Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau informiert über die Aufgabenfelder, die Organisation und Unternehmenskennzahlen.

Bereich Altenhilfe Mit

Bereich Altenhilfe Mit rund 80 Einrichtungen und Diensten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, fast 2 700 Mitarbeitern und Pflege- und Wohnangeboten für rund 3 600 Personen ist die Altenhilfe der größte Tätigkeitsbereich im Verbund der drei Stiftungen. Acht gemeinnützige Gesellschaften und eine Genossenschaft gehören zum Bereich Altenhilfe. Im Bodenseekreis ist darüber hinaus die Christliche Hospizstiftung tätig. In Deutschland: St. Anna-Hilfe, Liebenau – Leben im Alter, Heilig Geist – Leben im Alter In Österreich: St. Anna-Hilfe, St. Anna-Sozialzentren, St. Anna-Service, CaSa Leben im Alter, CaSa Sozialeinrichtungen In der Schweiz: Stiftung Helios – Leben im Alter, Genossenschaft Dorfplatz Oberhelfenschwil Politik ist in Deutschland wenig entwicklungsfreudig Die Wirklichkeit hat die demografischen Prognosen eingeholt: Noch nie wurden Menschen in den Industrienationen so alt wie heute. Was auf der einen Seite erfreulich ist, bringt auf der anderen Seite große Herausforderungen mit sich. So ist heute schon klar, dass die Nachfrage nach Betreuung, ambulanter Pflege und stationärer Unterbringung alter Menschen rapide zunehmen wird. Die wachsende Zahl alter Menschen, die steigende Frauenerwerbsquote und die Zunahme von Ein-Personen-Haushalten stellen uns als Altenhilfeträger fachlich vor eine besondere Aufgabe. Um sie konzeptionell, wirtschaftlich und städtebaulich zu lösen, ist gesamtgesellschaftliche Verantwortung gefordert. Noch sind die lang ersehnten Neuerungen jedoch nicht in Sicht. Die strukturelle Reform der Pflegeversicherung in Deutschland ist entgegen allen Ankündigungen ausgeblieben. Die einzige Neuerung: eine Leistungsverbesserung für Menschen mit Demenz im häuslichen Bereich. Die Entscheidungen für eine neue, wegweisende Definition des Pflegebedürftigkeitsbe- griffs, für Regelfinanzierungen alternativer Wohnformen und eine generelle Entbürokratisierung der Pflege wurden erneut vertagt. Hochwertige stationäre und ambulante Pflege und Betreuung Besonders wichtig ist es, das Qualitätsverständnis in allen Bereichen der Pflege und Betreuung zu sichern. Wichtige Grundlage zur Qualitätssicherung in den deutschen Häusern sind die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks zur Qualitätsentwicklung. Hervorzuheben ist darüber hinaus die Vielfalt und Qualität der Betreuungsangebote und hier im Speziellen die gute Akzeptanz der Angebote der vom Gesetzgeber neu eingeführten Betreuungsassistenten (§ 87 b SGB XI). Sie können in Gruppen- und bei Einzelangeboten direkt auf die individuellen Bedürfnisse von Bewohnern mit Demenz eingehen. Zusätzlich wurden die Angebote der Sozialstationen im hauswirtschaftlichen Bereich, bei der Nachbarschaftshilfe und bei der Betreuung ausgebaut. Quartierskonzepte zeigen erste Erfolge Sozialraumorientierung als fachlicher Ansatz unseres Handelns ist weiterhin nicht regelfinanziert. Einen Lösungsansatz für ein Mehr an Miteinander bieten aber gerade Quartiersprojekte mit einem Hilfemix aus professionellen Hilfen und nachbarschaftlichen Netzwerken. Teilweise wurden mit den langjährigen Erfahrungen der „Lebensräume für Jung und Alt“ solche Quartierskonzepte entwickelt. In Quartiersprojekten kann dem Wunsch von Senioren nach einem möglichst langen Leben in der gewohnten Umgebung eher entsprochen werden, da eine selbst- und mitverantwortliche Lebensführung und die Vielfalt von individuellen Lebensweisen unterstützt werden. Voraussetzungen für das Gelingen solcher Projekte sind eine zusätzliche kommunale Finanzierung sowie eine Mitfinanzierung der Pflegeversicherung. Autonomie stärken Ein weiteres fachlich wichtiges Thema im Berichtsjahr war die Frage der Autonomie des Bewohners im Kontext der Institution Heim. Im Rahmen einer Klausur für Führungskräfte wurden Abläufe erarbeitet, die dieses Thema noch stärker im Alltag verankern und damit 28 Altenhilfe

die Sensibilität dafür erhöhen. Dabei überprüfen die Mitarbeiter ihre eigene Haltung bezüglich der Selbstbestimmung unserer Bewohner. Weitere Projekte in diesem Themenkreis werden derzeit auf den Weg gebracht. Bedarfsplanung in Österreich In den Bundesländern Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien, in denen die Altenhilfe-Gesellschaften der Stiftung Liebenau tätig sind, entstehen zusätzliche Pflegeplätze ausschließlich im Rahmen einer hoheitlichen Bedarfsplanung. Dadurch wird ein Überangebot verhindert, und vorhandene Einrichtungen sind in aller Regel gut ausgelastet. Andererseits können räumliche und inhaltliche Entwicklungsprozesse unserer Gesellschaften auch nur in sehr enger Abstimmung mit den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung erfolgen. Vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass in Vorarlberg neue Einrichtungen entstehen werden. Neue Akzente in der Trägerlandschaft der Schweiz In der Schweizer Altenhilfe-Landschaft bestehen traditionell kommunale, privat-gemeinnützige und privat-gewerbliche Träger nebeneinander. In der Regel handelt es sich bei den gemeinnützigen Trägern bislang aber um eher regionale Anbieter einzelner Einrichtungen oder Dienste. Die Stiftung Helios – Leben im Alter versucht hier im Verbund mit der Stiftung Liebenau als örtlich nicht beschränkter gemeinnütziger Träger fachlich und organisatorisch neue Akzente zu setzen. Sie bietet sich insbesondere Kommunen als Partner an, die bei ihren eigenen Einrichtungen entweder anstehende Investitionskosten nicht auf sich nehmen wollen oder erkennen, dass für die professionelle Steuerung durch die öffentliche Hand nicht ausreichend fachliches Know-how zur Verfügung steht. Bereich Altenhilfe (ohne Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios – Leben im Alter) (Zahlen in TEUR) 2010 2011 Umsatz 98.448 103.868 Personalaufwand 55.753 61.615 Bilanzsumme 65.333 65.063 Eigenkapitalquote ohne Sonderposten 15,0 % 19,9 % Eigenkapitalquote mit Sonderposten 34,5 % 39,5 % Investitionen 4.779 1.688 Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen, nur Stiftung Liebenau) 2 297 2 304 Mitarbeiter/-innen (Kopfzahlen, inkl. Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios – Leben im Alter) 2 603 2 672 1. 2. Vollkonsolidierung (St. Anna-Hilfe gGmbH (Deutschland), Liebenau – Leben im Alter gGmbH, St. Anna-Hilfe gGmbH (Österreich), St. Anna-Sozialzentren gGmbH (Österreich), St. Anna-Service gGmbH (Österreich), Genossenschaft Dorfplatz Oberhelfenschwil (Schweiz)) Quotenkonsolidierung (CaSa Leben im Alter gGmbH, CaSa Sozialeinrichtungen gGmbH) Fachkraftquote noch gesichert Eine besondere Herausforderung in allen drei Ländern ist die Personalgewinnung. Noch haben unsere Häuser keinen Mangel an qualifizierten Fachkräften. In Deutschland ist aber zum Beispiel bei Neubesetzungen eine Tendenz zu erkennen, dass der Beruf des Altenpflegers als weniger interessant eingeschätzt wird. Menschen, die sich für den Beruf der Altenpflege entscheiden, wollen „am Menschen sein“. Der hohe bürokratische Aufwand während des Pflegealltags sowie häufige Überprüfungen wirken sich eher negativ auf die Motivation aus. Auch hier sind gesamtgesellschaftliche Anstrengungen unerlässlich. Vorstand und Geschäftsführungen Altenhilfe 29

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