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Dominiks Geschichte in der Station für Allgemeinmedizin und Pflege

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Als Dominik dann irgendwann wieder anfing, sich gegen etwas zu wehren, hat uns das sehr gefreut – auch wenn das unsere Arbeit schwieriger macht. Bei Dominik fanden wir das richtig schön, weil es für ihn einen großen Fortschritt bedeutete; am Anfang konnte Dominik nicht einmal richtig Schlucken und war auf sehr viel Hilfe angewiesen. Sein Sich-wehren war ein großer Schritt in Richtung mehr Selbständigkeit. Barbara Schmid, Stationsleiterin „Ich habe Dominik ja schon vor seinem Aufenthalt auf der Intensivstation kennenlernen dürfen. Damals war er deutlich selbständiger, als nach der intensivmedizinischen Versorgung. Er hat Dinge auch mal verwehrt oder Sachen vom Tisch gefegt. Durch die Intensivbehandlung hat Dominik so viel Muskelkraft verloren, dass das hinterher nicht mehr möglich war. Um den Aufbau von Dominiks Muskeln zu unterstützen, war uns in der Pflege sehr wichtig, Bewegungsübungen mit ihm zu machen. Wir haben beispielsweise beim Waschen kleine Übungen eingebaut, um den Muskeltonus anzuregen, damit Dominik wieder zu Kräften kommt und seinen Körper wahrnimmt. Man nennt das ‚aktivierende Pflege‘. Dominik wurde zwar auch täglich physiotherapeutsich behandelt, doch nur das reicht für eine schnelle Genesung nicht aus. Wir Pflegekräfte haben einen sehr persönlichen, intensiven Kontakt mit unseren PatientInnen. Dass sie oft nicht vermitteln können, was sie brauchen, ist für uns eine Herausforderung. Und bedeutet manchmal richtige „Detektivarbeit“: Wir müssen auch auf kleinste Verhaltensauffälligkeiten achten. Und unser Job verlangt uns einiges an Kreativität ab – wenn wir beispielsweise PatientInnen von so „einfachen“ Dingen wie einer Blutentnahme oder einem EKG überzeugen wollen. Was uns ausmacht? Wir passen uns an unsere PatientInnen an, nicht unsere PatientInnen an uns. Dadurch kommen wir ihnen sehr nahe und das berührt mich oft persönlich. Uns war auch wichtig, Dominiks Eltern anzuleiten. Ihnen zu zeigen, auf was sie im Umgang mit Dominik achten sollten; er war ja vor seiner Lungenentzündung deutlich weniger pflegebedürftig. Als Dominik wieder mehr Muskelkraft hatte, wollten wir ihm beispielsweise mehr Beweglichkeit ermöglichen und haben ihn immer öfter gemeinsam in den Rollstuhl gesetzt.“

Dominik und Physiotherapeut Benjamin Klinger bei Atemübungen. Benjamin Klinger, Leiter der Physiotherapie „Als Dominik nach der intensivmedizinischen Behandlung zu uns kam, war er bettlägrig und richtig schlapp. Er konnte nicht alleine sitzen und auch seinen Kopf nicht selbständig halten. Dass er heute wieder sitzen kann, freut mich sehr. Die Arbeit mit Dominik hat mir große Freude bereitet. Menschen wie ihm ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, das betrachte ich als meine Aufgabe. Ich habe Dominik jeden Tag besucht. Zunächst habe ich mit ihm Mobilisierungs-Übungen im Liegen gemacht. Nach ein paar Wochen konnten wir Dominik in den Rollstuhl setzen – zu Beginn nur jeweils eine halbe Stunde am Vormittag und am Nachmittag. Jeden Tag wurde es ein bisschen besser und Dominik konnte ein wenig länger im Rollstuhl bleiben. Sitzen ist für ihn sehr wichtig; das beugt auch einer weiteren Lungenentzündung vor. Dominiks Eltern waren jeden Tag vor Ort. Sie ha- ben meine Arbeit sehr unterstützt. Ihnen war sehr wichtig, dass ihr Sohn wieder möglichst fit wird, und oft hat sein Vater mit mir gemeinsam die Übungen mit Dominik gemacht. Ihm konnte ich viele Aufgaben an die Hand geben, die Dominiks rascher Rehabilitation sehr geholfen haben. Aber auch die Mobilisierung, die unsere PflegerInnen in den Alltag einbauten, war sicherlich mit ausschlaggebend für Dominiks gelungene Genesung.

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