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Dokumentation zum 2. Fachgespräch "Soziale Zukunft Wohnquartier"

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Weitere Diskussionspunkte und Anmerkungen Gemeinnützigkeit ist kein Geschäftsmodell Großen Trägern wird häufig Mißtrauen entgegengebracht Workshop 4: Wie kann Beratung und Case Management wohnortnah und differenziert ausgestaltet werden? Impuls: Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, Kath. Hochschule Freiburg Definition von Beratung und Case Management Zunächst gab Frau Prof. Kricheldorff einige differenzierende Hinweise zum Verständnis der Begrifflichkeiten: Beratung „Schillernder Begriff“ Rollen, Interessen, Verhältnis zwischen Berater und beratener Person wichtig Kommunikation/Sprache – welche Zugänge, welche Medien? Beratungsbereitschaft als wichtige Frage Case Management Klassische Methode der Sozialen Arbeit Methode der Einzelfallhilfe o Assessment o Service planning o Brokering service o Community intervention Schritte: o Nutzung von Netzwerken, Einrichtungen und Diensten o Eröffnung des Zugangs für Klienten o Erfassung von Ressourcen und Hilfebedarf des Klienten o Unterstützungsplan o Vertrag o Entwurf eines individuellen Netzwerks o Durchführung der geplanten Maßnahmen o Evaluation, gemeinsam mit Klienten o Nachsorge Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Teilnehmer/-innen des Workshops wurden vor allem folgende Aspekte erörtert: Zugang zu den Menschen mit Unterstützungsbedarf Vielfach wird von den Menschen/Familien die Organisation der Pflege noch zu sehr als Privatsache angesehen Um vereinsamte Menschen besser zu erreichen und frühzeitig Handlungsbedarf zu sehen, sollten Hausärzte ins Boot geholt werden In den Niederlanden organisieren Kommunen sehr frühe zugehende Hausbesuche Wohnortnahe, niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten sind hilfreich, in denen Gespräche und Zugänge zu Beratung erleichtert werden Zum Teil sind Telefonkontakte niederschwelliger als Besuche Zugänge über Wohnbaugesellschaften müssten stärker genutzt werden 34

Beratung und Begleitung (Erst-)Beratung allein reicht nicht, vielfach ist längerfristige Begleitung erforderlich Beratung durch Pflegestützpunkt allein nicht ausreichend (bei Zuständigkeit für 100.000 Einwohner sind z.B. Hausbesuche nur begrenzt möglich) Wichtig sind begleitende Hilfenetzwerke vor Ort und vor allem neue, differenzierte Dienstleistungsangebote/Wohnformen >> Beratung hilft wenig, wenn neben klassischen Angeboten wenig Wahlmöglichkeiten bestehen >> Soziale Dienstleister haben noch Innovationsbedarf außerhalb der stationären Versorgung Es braucht Kümmerer, Koordinatoren des Hilfenetzwerks vor Ort, damit sich verantwortliche Bürger auch einbringen Beim Thema Beratung ist auch die Beratung der Engagierten ein wichtiger Aspekt Problem ist, dass die Koordinationsaufgaben im Hilfemix nicht finanziert werden 35

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