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Dokumentation zum 2. Fachgespräch "Soziale Zukunft Wohnquartier"

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Moderierte Workshops Wie kann Quartiersgestaltung gelingen? Diskussionspunkte und Ergebnisse: Workshop 1: Was ist mit Blick auf die Infrastruktur (Wohnung, Umfeld, Nahversorgung) zu berücksichtigen? Impuls: Norbert Tobisch, Geschäftsführer Siedlungswerk GmbH Definition von Quartier Quartier besteht aus Menschen, die sich sozial zusammengehörig fühlen. Es ist jedoch jeweils eine soziale Mischung gewünscht. Dazu gehört bei der Gestaltung von neuen Wohnquartieren auch die Mischung aus Eigentum und Miete, außerdem eine ausgewogene Altersmischung der Anwohner. Herr Tobisch vom Siedlungswerk stellt zu Beginn der Beplanung eines neuen Quartiers die Frage, wie urbane Nachbarschaft entstehen kann. Seiner Ansicht nach muss dazu ein Verbund von vielen Partnern entstehen. Auch informelle Gruppen sollten unbedingt miteinbezogen werden. Besonders schwierig ist die Einbindung der „mittleren Generation“, da sie besonders viele Lasten zu tragen hat (ggf. Versorgung von Kindern und Eltern). Faktoren für erfolgreiche Quartiersentwicklung 1) Beziehungsebene; über gelingende Kommunikation Verbindungen herstellen 2) Infrastruktur: dabei ist zu bedenken, dass die meiste Infrastruktur nach dem Krieg gebaut wurde und gegenwärtig keine größeren Veränderungen anstehen, damit auch nicht grundlegend neu gestaltet werden kann 3) Ressource für die Entwicklung ist das bürgerschaftliche Engagement 4) Mobilität der (eingeschränkten) Anwohner muss sichergestellt werden Unterschiedliche Vorgehensweise bei der Quartiersentwicklung Neubau von Quartieren: zunächst gibt es regelmäßig ein großes Interesse, das dann abbröckelt. Im Bestand ist die Diskussion nicht künstlich/theoretisch wie zuerst im Neubau, jedoch ist die Motivation der Menschen schwieriger. Über den Bereich Altenhilfe lassen sich Kristallisationspunkte finden. Um in die Nachbarschaft zu wirken, muss sich die Altenhilfe öffnen (Beispiel ist der Bürgertreff e. V. in Pfullingen/Haus am Stadtgarten, der Dinge tut, die sonst niemand auf der Agenda hat). Problembereiche Wesentliche Prioritäten der Bürgermeister: Bildung, Neuansiedlung, Wohnungsbau (häufig am Ortsrand, so dass der Kern verwaist). BM müssten Stadtplaner sein. Verschiedene Ministerien kümmern sich landesweit um Stadtentwicklung. Bessere Abstimmung ist möglich Einige Baugenossenschaften betreiben Klientelpolitik, bauen keine öffentlich geförderten Wohnungen Barierrefreier Wohnraum ist immer noch knapp; so wurde im Enzkreis z. B. seit Ende der 90er-Jahre kein Betreutes Seniorenwohnen mehr realisiert Die neue DIN 18040 verhindert durch ihre mangelnde Anwendbarkeit und Überregulierung die Erstellung von barrierearmem bzw. –freiem Wohnraum. Bundesweit sind von 40 Mio. Wohnungen lediglich 500.000 mit Aufzug ausgestattet Viele Akteure in einer Kommune arbeiten für sich (Krankenpflegevereine, Vereine, Kirchengemeinden etc.), sollten besser zusammenarbeiten 31

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