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Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

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Heutige Position und Erwartungen eines kirchlich-karitativen Aufgabenträgers Hrsg. Aufsichtsrat der Stiftung Liebenau, 2013

D. Die

D. Die Verantwortlichkeiten der Kirche gegenüber der Stiftung Liebenau einem karitativen Werk Insofern muss eine klare Diskrepanz zwischen der Anspruchshaltung der Kirche hinsichtlich der Bewahrung der kirchlichen Identität der Stiftung Liebenau und der Einhaltung des von ihr vorgegebenen Handlungsrahmens auf der einen Seite und der Übernahme von Finanzierungsverantwortung auf der anderen Seite festgestellt werden. Insbesondere mit der Forderung, die von den deutschen Bischöfen kirchengesetzlich erlassene Grundordnung anzuwenden und sämtliche Mitarbeiter nach den einheitlichen kirchlichen Tarifen zu entlohnen, stellt die Kirche dieselben Anforderungen an die Stiftung Liebenau wie an ihre inkorporierten daher mit Kirchensteuermitteln unterstützten karitativen Werke, ohne sich jedoch an den hierdurch entstehenden Mehrkosten der Stiftung Liebenau zu beteiligen. Dasselbe gilt auch für die Unterhaltung des pastoralen Dienstes und der hierzu benötigten Gebäude. Die Finanzierung der zur Bewahrung der kirchlich-katholischen Identität notwendigen Mehraufwendungen bleibt bis heute allein der Stiftung Liebenau überlassen. Die Stiftung Liebenau wird im Ergebnis bei der Erfüllung ihres kirchlichen Auftrags zwar wie eine Einrichtung in unmittelbarer Trägerschaft der verfassten Kirche behandelt, auf der wirtschaftlichen Seite hingegen nicht. Diese ökonomische Diskrepanz hinsichtlich der Kirchlichkeit passt nicht zu dem von der katholischen Kirche selbst gezeichneten und nach außen getragenen Selbstbild, wonach Caritas „Lebensvollzug“ der Kirche sei und der besonderen „Hut“ des Bischofs unterliege. Der tägliche „Vollzug“ von Caritasarbeit nach Maßgabe der von der Kirche definierten Kirch- lichkeit besitzt nicht erst seit heute eine bedeutende ökonomische Komponente, die Verantwortlichkeit fordert. Im weiteren Gesprächsprozess dies ist der ausdrückliche Wunsch der Stiftung muss die Frage nach der inhaltlichen Verantwortung der Kirche für die Stiftung Liebenau als Werk der Caritas eingehend behandelt werden. II. Die Verantwortung der Kirche für ihre karitativen Werke Obhut und Fürsorge des Bischofs Dass eine grundsätzliche Verantwortlichkeit der Kirche gegenüber der Stiftung Liebenau als Werk der kirchlichen Caritas existieren muss, spricht bereits die Gründungssatzung der Anstalt an, welche die „besondere oberhirtliche Hut“ des Bischofs zum Ausdruck bringt 55 . Dieser (Ob)hutsbegriff findet sich sogar bis heute in § 7 der diözesanen Stiftungsordnung wieder. Er wird dort als Grund und Rechtfertigung für die bischöfliche Aufsicht angeführt. Nach diesem Verständnis steht die Verantwortung der Kirche für die Ausprägung der Stiftung Liebenau als kirchliche „Lebens- und Wesensäußerung“ an erster Stelle und erst aus dieser Verantwortung heraus ergibt sich im zweiten Schritt die Notwendigkeit und auch Berechtigung der Kirche zur Ordnung des Stiftungshandelns im Sinne des eigenen Selbstverständnisses. Die Verantwortung der Kirche gegenüber der Stiftung Liebenau geht damit über die Wahr- 55 § 3 der Gründungsstatuten von 1873, vgl. Fn. 4. 50 51

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