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Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

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Heutige Position und Erwartungen eines kirchlich-karitativen Aufgabenträgers Hrsg. Aufsichtsrat der Stiftung Liebenau, 2013

B. Die

B. Die Kirchlichkeit der Stiftung Liebenau ihre heutige Beschreibung Ausrichtung bis hin zu den einzelnen Förderprogrammen jedes Handeln der Stiftung Liebenau ist von der Begegnung und Beziehung zum Mensch geprägt. Zugleich verleiht die Stiftung Liebenau mit ihrem Leitwort dem religiösen Verständnis der Gründer Ausdruck, wonach jeder Mensch als Kind Gottes und dessen Ebenbild einen eigenen vollkommenen Wert beziehungsweise eine eigene Würde hat, was ganz besonders dadurch offenbart wurde, dass Jesus Christus Mensch geworden ist, um durch Tod und Auferstehung alle Menschen zu erlösen. Mit ihren Einrichtungen folgt die Stiftung Liebenau Adolf Aich und seinen Mitstreitern, welche so fasste es Dr. Berthold Broll in einer Rede anlässlich des 100. Todestages Aichs im Jahre 2009 zusammen die Würde eines jeden Menschen als Gestaltungsauftrag für ihr eigenes Handeln sehr konkret verstanden haben 18 . Ein solches, die christliche Idee des Gründervereins in das Heute überführende Handeln, das sich in den Liebenauer Hilfs- und Pflegeangeboten ausdrückt, benötigt ausreichend Zeit und Raum. Angesichts des Kostendrucks und der sozialstaatlichen Krisensituation 19 stellt diese zeitgemäße Kirchlichkeit der Stiftung Liebenau einen immer stärkeren Kraftakt dar. Die von den Gründern verlangte Kraft benötigt gerade auch heute die Solidarität von all denen, die an den kirchlichen Auftrag dieser Einrichtung appellieren. III. Die Zuordnung zur katholischen Kirche ein rechtlicher Statusaspekt Das Bewusstsein über die oben beschriebenen historischen Wurzeln der Stiftung Liebenau wie auch das Bewusstsein, dass es notwendig ist, den inhaltlich-kirchlichen Auftrag des Gründervereins in die Moderne zu überführen und diesen weiter mit Inhalten zu füllen, ist bei allen Verantwortlichen der Stiftung seit jeher stark ausgeprägt. Insofern war auch deren Bemühen um eine Weiterentwicklung der Stiftung organisatorisch wie auch räumlich immer von dem Verständnis getragen, dass sich die Kirchlichkeit der Liebenau vornehmlich in einem auf das Zeigen von Nächstenliebe bezogenen Handeln verwirklicht. Dass die Stiftung Liebenau aber nicht nur einer Kirchlichkeit im Sinne der für Kaplan Aich im Vordergrund stehenden inhaltlichen Programmatik folgen darf, haben die abgeschlossene Auseinandersetzung mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Ergebnisse des Urteils des VGH Baden-Württemberg aus dem Jahre 2009 ergeben 20 . Aus der kirchlichen Identität dies zeigt das Urteil folgt eine weitere Komponente. Neben der besonderen inhaltlich-kirchlichen Ausrichtung ihrer Arbeit unmittelbar auf den hilfsbedürftigen Menschen wurde im Sinne der katholischen Kirche schließlich festgestellt, dass sich bereits aus der Gründungssatzung eine organisatorische Verbindung der Einrichtung mit den Amtsträgern der verfassten Kirche ableiten lässt. Das Gericht sprach den Anstalts- 18 Broll, Berthold, Die Würde des Menschen ist unantastbar Die Stiftung Liebenau und ihr Auftrag Vortrag zum 100. Todestag von Adolf Aich vom 10.07.2009. 19 Allgemein hierzu Kerschbaumer/Schroeder (Hrsg.), Sozialstaat und demographischer Wandel; sowie Frevel (Hrsg.), Herausforderung des demographischen Wandels; ferner Fischer, Das konfessionelle Krankenhaus, S. 54. 20 Zum kirchlichen Status der Stiftung Liebenau im rechtlichen Sinne vgl. insb. die ausführlichen Untersuchungen von Karl-Hermann Kästner und Daniel Couzinet, Der Rechtsstatus kirchlicher Stiftungen staatlichen Rechts des 19. Jahrhunderts, sowie von Andreas Holzem, Konfession und Sozialstiftung in Württemberg (1870 1970). 14 15

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