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Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

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Heutige Position und Erwartungen eines kirchlich-karitativen Aufgabenträgers Hrsg. Aufsichtsrat der Stiftung Liebenau, 2013

B. Die

B. Die Kirchlichkeit der Stiftung Liebenau ihre heutige Beschreibung Einzelteilen den zu berücksichtigenden, kirchlich geprägten Stifterwillen zum Ausdruck bringen: • Die Stiftung Liebenau ist laut ihrer Gründungssatzung vom 30.12.1873 „hervorgegangen aus christlicher Liebe, bestehend durch die freithätige christliche Liebe; ruhend auf katholisch, kirchlicher Grundlage“ 8 . • Der Gründerverein St. Johann wollte mit der Anstalt ein Zeugnis christlicher Liebestätigkeit schaffen. Sie sollte Ausdruck seines Kontaktes mit den Armen und Kranken der Umgebung sein. Die Gründung war geprägt von der pastoralen Arbeit Kaplan Aichs Mitte des 19. Jahrhunderts, innerhalb der er die große Not der Menschen mit Behinderungen und der verarmten Landbevölkerung kennenlernte und Erfahrungen mit den damals unhaltbaren Zuständen in den Kranken- und Armenhäusern der Gegend machte. Die dort gepflegten Krebskranken und Schwachsinnigen erregten so ist es von Adolf Aich überliefert 9 den Ekel der Pflegenden und des bürgerlichen Umfelds und zugleich das Mitgefühl Aichs. Die Anstalt geprägt von diesem Mitgefühl sollte gleichwohl jederzeit wirtschaftlich handelnd geführt werden. 10 • Dieses Mitgefühl löste seinen Entschluss aus, den Gründerverein St. Johann ins Leben zu rufen, der die pfarreiübergreifende Aufgabe bekam, zusammen mit ihm den Aufbau einer „Pfleg- und Heilanstalt für chronisch Kranke Oberschwabens“ finanziell zu fördern. 11 • Adolf Aich selbst ging ausgestattet mit bischöflichen Empfehlungsschreiben auf Bettelreisen im Königreich Württemberg und im Ausland. Er verstand diese Reisen als einen „Feldzug gegen die Wohlhabenden und für die Armen, ja ärmsten Menschenkinder“ 12 . In der Folge wurde mit den von Adolf Aich und dem Gründerverein gesammelten Spenden eine „Pfleg- und Bewahranstalt für Unheilbare“ in Liebenau finanziert. Die ursprünglich angedachte Gründung in Tettnang selbst scheiterte letztlich an der Abneigung der Stadtbevölkerung gegen ein solches Vorhaben. • Die Pflege der „Kranken und Schwachsinnigen“ 13 übernahmen die Franziskanerinnen aus Reute, mit deren Oberin Gestellungsverträge abgeschlossen wurden (weltliche Pflegekräfte im heutigen Sinne gab es damals noch nicht). Ein Hausgeistlicher sorgte für die hausinterne Pastoral, d.h. zur damaligen Zeit Sakramentenspendung für die Heim- 8 Vgl. § 4 der Gründungsstatuten, s. Fn. 4. 9 Chronik von Liebenau, S. 396f. zit. Franz von Kasper, Ein Jahrhundert der Sorge um geistig behinderte Menschen. Band 1: Die Zeit der Gründungen. Das 19. Jh.. Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum des Verbandes katholischer Einrichtungen für Lern- und Geistigbehinderte. Freiburg 1980, 389 430, S. 409. 10 Siehe hierzu etwa die Ausführungen von Holzem, a. a. O., S. 43. 11 Holzem, a. a. O., S. 6 ff. 12 vgl. Brüll, Hans Martin, Die Stiftung hat durch ihr caritatives Handeln Anteil am originären Sendungsauftrag der Kirche Ein theologisches Statement, S. 3 ff. 13 vgl. Chronik von Liebenau I, S. 402. 10 11

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