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Broschüre - Das Schloss Liebenau

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Ab 1946 Neuanfang nach

Ab 1946 Neuanfang nach dem Krieg Die Zeit als Internierungslager hatte im Schloss sichtbare Spuren hinterlassen: Diebstähle und Beschädigungen waren an der Tagesordnung. Es dauerte einige Jahre, bis die Schlaf- und Aufenthaltsräume wieder ihrer eigentlichen Bestimmung, nämlich der Betreuung behinderter Menschen, zugeführt werden konnten. Leitung, Verwaltung und ärztliche Abteilung versuchten so normal zu arbeiteten wie es ging, auch wenn noch überall Mangel herrschte – vor allem an ausreichender Nahrung. 1953 wurde die Verwaltung in ein eigenes neu erbautes Gebäude verlegt, und auch der Direktor bekam eine größere Wohnung außerhalb des Schlosses in einem Neubau. In dem frei gewordenen „Herrenstock“ erhielt die Krankenstation ihren Platz und wurde 1957 noch erweitert, als die Bäckerei in das neue Gebäude St. Anna umziehen konnte. Nachdem fast alle der noch im Schloss wohnenden Schwestern nach St. Anna übersiedelt waren, lebten nur noch behinderte Menschen und einige Betreuer – der „Nachtdienst“– im Schloss. 20

Enge Wohnverhältnisse Die Wohnverhältnisse waren auch für damalige Anforderungen völlig unhaltbar. So fanden annähernd 80 zum Teil leichter behinderte Frauen im Obergeschoss ihre Bleibe, rund um die Uhr versorgt von zwei Ordensschwestern. 1976 wurden nach Fertigstellung des Fachkrankenhauses die noch im Schloss verbliebenen medizinischen Einrichtungen Zug um Zug nach St. Anna überführt. Die Mosterei im Keller der Kapelle stellte ihre Arbeit ein, so dass hier nur noch die Lagerräume für die in der Landwirtschaft erzeugten Naturalien blieben. Im Schloss gab es jetzt nur noch Räume, in denen behinderte Heimbewohner lebten – in zu großen Gruppen, mit wenigen geeigneten Funktionsräumen und unbefriedigenden Freizeitmöglichkeiten. Dass diese Zustände katastrophal waren, wussten alle Verantwortlichen. Es gab letztlich nur zwei Möglichkeiten: Sanierung der alten Bausubstanz verbunden mit einem durch neue Erkenntnisse der Heimpädagogik bedingten großzügigen Umbau oder Totalrenovierung unter neuer Sinn- und Zielsetzung. Man entschied sich für die zweite Lösung, nämlich ein Schulungs- und Fortbildungszentrum für Mitarbeiter, Eltern und auch andere Gruppen zu schaffen. 21

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