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Bulgarisch-Deutsches Sozialwerk

Wie wir helfen KIND SEIN

Wie wir helfen KIND SEIN DÜRFEN Von einem Tag auf den anderen verschwindet die Mutter. Velitchka, vier Jahre alt, und ihr einjähriger Bruder bleiben beim Vater. In dem alten Haus gibt es kein Licht, kein Wasser und keine Heizung. Der Vater ist arbeitslos und trinkt. Als das Mädchen elf Jahre alt ist, missbraucht er sie. Das Jugendamt schickt Velitchka ins Kinderzentrum nach Kitschevo. Dort integriert sie das erfahrene und interdisziplinäre Team sanft in die für sie neue Gemeinschaft und Umgebung. Sie erhält psychologische Unterstützung, um die traumatischen Ereignisse aufzuarbeiten. Nach und nach lebt Velitchka auf, geht zur Schule, hat großen Spaß am Malen und Pläne für ihre Zukunft. KRANK, ABER NICHT MEHR ALLEIN

Veneta ist 67 Jahre alt und hat Diabetes. Ihre Rente reicht kaum für Medikamente und Dialyse. Ihr Mann hat sie verlassen, die alkoholabhängige Tochter ist verschwunden, zum Enkel hat sie keinen Kontakt mehr. Verzweifelt wendet sich die ältere Frau an ihre Nachbarn, die von der Sozialstation des BDS wissen. Veneta wird nun betreut: Einmal pro Woche kommt eine Pflegekraft der Sozialstation in ihre Wohnung in den achten Stock, bringt Medikamente und Lebensmittel, leistet vor allem auch Zuspruch. Drei Mal pro Monat wird Veneta in die Sozialstation gebracht, wo sie im Wunschclub* Zerstreuung findet. „Ich bin immer dabei, mich interessiert alles“, sagt sie dankbar. *Wunschclub: In der Sozialstation des BDS treffen sich regelmäßig rund zehn ältere Menschen zum gemeinsamen Singen, gestalterischen Arbeiten, Feiern und Ausflüge-Machen – je nach Wunsch. Des Öfteren erhalten sie auch Besuch von den Kindern aus Kitschevo. ZURÜCK ALS SOZIALARBEITERIN Lejlja Hjusein ist in Maksuda, einem verarmten Stadtteil von Varna, aufgewachsen. Als einzige Romni ihres Jahrgangs macht sie das Abitur mit der Fachrichtung Verkauf und arbeitet in diversen Jobs – bis sie den bulgarischen Verein Sauchastie und dessen Kooperationspartner, das BDS, kennenlernt. „Seitdem habe ich viele und vielfältige Fortbildungen in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit absolviert, theoretische und praktische. Heute arbeite ich als Sozialarbeiterin in Maksuda, werde geachtet und gehört – denn ich bin eine von ihnen. Mein großer Traum ist, dass möglichst viele Roma Zugang zu Bildung bekommen. Denn nur so sind sie stark genug, um auf eigenen Füßen zu stehen.“ „Ich heiße Lejlja. Mein Name bedeutet Mondschein. Meine Muttersprache ist Türkisch. Für mich ist sie reich, lyrisch und melodisch. Ich bin Romni – mit Leib und Seele. Die Roma- Seele ist wie die der Kinder: groß, voller Liebe und immer für andere da, immer bereit zu geben. Wichtig für mich ist auch Geduld. Denn mit Geduld sind wir anderen einen Schritt voraus.“

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