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Auf Kurs 02/2019

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Einen Augenblick

Einen Augenblick bitte... Catherine Bour Catherine Bour ist 35 Jahre alt und Sonderschullehrerin an der Josef-Wilhelm- Schule des Berufsbildungswerks in Ravensburg. Seit wann arbeiten Sie für die Stiftung Liebenau? Ich arbeite seit Februar 2010 als Lehrerin im Berufsbildungswerk. Was machen Sie dort? Ich unterrichte die theoretischen Fächer im VAB (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf) in einer Klasse speziell für Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Außerdem darf ich eng mit dem Wohnheim zusammenarbeiten. Das heißt: Ich nehme an Teamsitzungen und Hilfeplangesprächen teil. Und seit 2018 bin ich Mitglied in der Mitarbeitervertretung (MAV). Was finden Sie besonders interessant an Ihrer Arbeit? Jeder Tag ist anders. Es ist eine Herausforderung, jeden Tag spontan und flexibel zu reagieren. Es wird also nie langweilig. Ich mag das strukturierte Arbeiten und die Freiheit, individuell im Unterricht agieren zu können. Ich finde es sehr angenehm, in unseren neuen Räumen in einem tollen Team zu arbeiten und unsere Konzeption umzusetzen. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Ich mache viel Sport und reise gerne durch die Welt. Ich mag lesen, schlafen, kochen und essen. Außerdem sind mir Freunde und Familie sehr wichtig. Gemeinsam mit ihnen verbringe ich sehr gerne meine Freizeit. Was schätzen Sie an der Stiftung Liebenau? An der Schulleitung schätze ich, dass wir für unsere Autisten-Klassen neue Räume bekommen haben. Und die Möglichkeit, sich fortbilden zu können und zu dürfen, finde ich bemerkenswert. Welche Schlagzeile würden Sie in der „Auf Kurs“ gerne lesen? „Die Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte wurde wieder abgeschafft“ oder „Der Klassenteiler in der Autismus-Klasse wurde auf sieben Schülerinnen und Schüler gesenkt“. Das BBW ist ein Inklusionsschlüssel, weil… wir jeden Jugendlichen in seiner Einzigartigkeit und Entwicklung unterstützen. Wenn Sie nicht Lehrerin geworden wären,… wäre ich gerne Sängerin geworden. 12 2|2019

Titelthema Ein starkes Netzwerk Das Berufsbildungswerk der Stiftung Liebenau engagiert sich auch als Mitglied des Kompetenznetzwerkes Autismus Bodensee-Oberschwaben und ist in dieser Funktion Gastgeber eines jährlichen Fachtages. Mit spannenden Themen aus Theorie und Praxis, namhaften Referentinnen und Referenten und den jeweils zahlreichen Gästen aus Nah und Fern gilt die Veranstaltung als etabliertes Forum in Sachen Autismus und als wichtige Kommunikationsplattform insbesondere für Experten und Fachkräfte. Der nächste Fachtag Autismus findet am 25. Januar 2020 im Ravensburger BBW statt. Nähere Infos zum Programm und zur Anmeldung gibt es rechtzeitig auf: www.stiftung-liebenau.de/bildung/ aktuelles/fachtag-autismus Autismus zum Lesen Lust, mehr über das Thema Autismus und das Asperger- Syndrom zu erfahren? Aus der Vielzahl an Fachliteratur empfehlen die Autismus-Experten des Berufsbildungswerks unter anderem diese drei Bücher: Mit „AUT IST IN“ zwar etwas plakativ betitelt, bietet das schön aufgemachte, reichhaltig bebilderte und gut zu lesende Großformatbuch von Heike Drogies (Lebenskünstler- Verlag) jedoch einen spannenden Einstieg in das weite Feld einer Autismus-Spektrum-Störung. Neben einer kurzen Abhandlung grundlegender Fragen zu Formen, Diagnostik und Förderung stehen auf den 100 Seiten dann aber vor allem die betroffenen Menschen selbst – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – und ihre individuellen Geschichten im Mittelpunkt. Und so nimmt das Buch seine Leserinnen und Leser tatsächlich mit auf eine Entdeckungsreise, bei der es – wie es im Klappentext heißt – nicht darum gehen sollte, ob jemand „normal“ oder „anders „ ist. Denn: „Normal ist, dass alle Menschen unterschiedlich sind.“ Einen kompakten wissenschaftlichen Überblick – fachlich auf höchstem Niveau, aber dennoch gut verständlich – über Ausprägungen, Diagnostik und Therapie von „Autismus- Spektrum-Störungen bei Erwachsenen“ findet man in dem gleichnamigen Buch (Psychiatrie Verlag) von Andreas Riedel und Jens Jürgen Clausen. Sie gewähren darin einen praxisnahen Zugang zu den Lebenswelten von Autisten und helfen so mit, diese Menschen im Alltag besser zu verstehen. Riedel ist auch einer der Autoren des von Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst herausgegebenen Sammelbandes „Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter und andere hochfunktionale Autismus- Spektrum-Störungen“ – ein umfangreiches Praxisbuch mit Beiträgen von Wissenschaftlern und auch autistischen Experten. Es spannt inhaltlich den Bogen von Grundlagenwissen über Diagnostik und neue Therapiekonzepte bis hin zum sozialen Umfeld und der Arbeitswelt (Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft). (ck) Buchtipps 2|2019 13

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