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Auf Kurs 02/2018

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SCHILLERSTRASSE 15 ULM

SCHILLERSTRASSE 15 ULM Rückkehr ins RAZ: Stephanie Frieden, ehemalige Auszubildende, backt die Jubiläumstorte Von der Fachwerkerin zur Konditormeisterin „Ein Besuch am Tag der offenen Tür im RAZ Ulm hat mich begeistert: Von da an wollte ich Konditorin werden“, erinnert sich Stephanie Frieden. Das war vor 14 Jahren. Heute ist die ehemalige Auszubildende 30 Jahre alt und Meisterin in ihrem Traumberuf. Im Sommer 2018 war sie wieder zu Besuch im RAZ – um die Torte zum 20-jährigen Bestehen ihrer früheren Bildungseinrichtung zu backen. „Wenn man will und sich anstrengt, kann man alles schaffen“, sagt Stephanie Frieden und spricht aus Erfahrung. Eigentlich sollte sie Möbelfachverkäuferin werden, das war so eine Idee. Auch der Beruf der Hauswirtschafterin war im Gespräch – damals im Jahr 2004, als sie 16 Jahre alt war. Inspiriert von ihrem Besuch am Tag der offenen Tür im RAZ aber stand ihr Entschluss fest: Sie wollte Konditorin werden. „Neben dem Beruf, in dem man wunderbar kreativ sein kann, hat mir auch die Atmosphäre vor Ort und die Beratung gefallen“, berichtet sie. Dass sie dafür den Einstieg über den Beruf Bäckerfachwerkerin nehmen musste, tat ihrer Motivation keinen Abbruch. Nach einem Probetag im RAZ startete die Jugendliche durch. enormem Ehrgeiz den Stoff besonders sorgfältig und genau gelernt.“ Nach der erfolgreich bestandenen Ausbildung zur Bäckerfachwerkerin, hängte die nun 19-Jährige ein viertes Jahr an und absolvierte die Vollausbildung zur Bäckergesellin. Gemeinsam mit ihren Ansprechpartnern beim RAZ fand sie dafür einen geeigneten Kooperationsbetrieb, die Bäckerei Kiene in Kuchen bei Geislingen/Steige. Ziel gesteckt, Ziel erreicht Nach ihrer Gesellenprüfung fasste Stephanie Frieden das nächste Ziel ins Auge und bewarb sich deutschlandweit um einen Ausbildungsplatz als Konditorin. In einer renommierten Konditorei, dem Café Königsbau in Stuttgart, absolvierte sie die reguläre dreijährige Ausbildung und krönte sie 2016 mit dem Meistertitel. „Mir gefällt, was man aus ein paar Zutaten zaubern kann, zum Beispiel Pralinen, Eis oder raffinierte Muffins, und dass sich die Leute darüber so sehr freuen“, erklärt sie ihre Begeisterung für das Handwerk. Über die Jahre hat Stephanie Frieden Kontakt zum RAZ gehalten, insbesondere zu Johannes Hettrich, mit dem sie auch ihre Ideen für die Jubiläumstorte besprach. Und wie geht’s weiter? „Ich möchte gerne in der Industrie arbeiten, mich an der Entwicklung neuer Gebäcke und Trends beteiligen. Außerdem kann ich mir vorstellen, an der Berufsschule zu unterrichten“, so Stephanie Frieden über ihre Zukunftspläne. Zunächst aber entstand unter ihrer Regie die Torte für das RAZ-Jubiläum. Elke Benicke Sich gegenseitig motiviert „Stephanie Frieden zeigte von Anfang an eine hohe soziale Kompetenz, hatte ihre Mitschüler und ein gutes Miteinander immer im Blick“, erinnert sich RAZ-Ausbildungsleiter Johannes Hettrich. Sie selbst sagt: „Ich fand den Zusammenhalt in der Klasse toll. Wir haben uns gegenseitig motiviert und gezogen.“ In fachlichen Dingen sei sie dagegen eher unsicher und zurückhaltend gewesen, berichtet Hettrich. „Sie hat einfach etwas mehr Zeit gebraucht, um sich Wissen und Arbeitsabläufe anzueignen. Dafür hat sie mit Eine Torte zum Jubiläum, gebacken von Ex-Azubi Stephanie Frieden (rechts): Auch RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon und Ausbildungsleiter Johannes Hettrich ließen sie sich schmecken. Foto: Klaus 16 | Auf Kurs 2-2018

· Regionales Ausbildungszentrum (RAZ) · Max-Gutknecht-Schule · Ulm Einen Augenblick bitte… Veronika Hirschmann, 58 Jahre Seit wann sind Sie in der Stiftung Liebenau? Am 1. August 1977 begann ich die Ausbildung zur Bürokauffrau in der Verwaltung der Stiftung Liebenau. Ab September 1981 arbeitete ich im damals neu gebauten Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg. Von 1994 bis 1999 war dann die „Familienphase“, ehe es im Juni 1999 schließlich im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) in Ulm weiterging. Was machen Sie dort? Zu meinem Aufgabenbereich gehört alles, was irgendwie mit Verwaltung zu hat – also Kasse, Rechnungen, Ausbildungsverträge, Büromaterial, Akten der Teilnehmer... Was bereitet Ihnen bei der Arbeit besonders Freude? Jeder Tag ist immer anders. Besonders schön ist es zu sehen, wie sich unsere Teilnehmer in den drei bis vier Jahren bei uns entwickeln. Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Familie, lesen, spazieren gehen, Museen besuchen. Sie arbeiten in einem sozialen Unternehmen, das zur Stiftung Liebenau gehört. Warum? Das hat sich einfach so ergeben. Ich bin in Liebenau aufgewachsen. Von den Nachbarn arbeiteten einige in der Stiftung Liebenau. Da fragte ich einfach nach, ob in der Verwaltung ein Azubi benötigt wird. Ich konnte zu Fuß zum Arbeiten gehen. Es war einfach praktisch. Das RAZ Ulm wird 20 Jahre alt. Ihr Kommentar zum Jubiläum? Herzlichen Glückwunsch – auf die nächsten 20 Jahre! 20 JAHRE uu Weitere Räume für das RAZ Ulm im neuen „Haus der Vielfalt“ Spatenstich für ein außergewöhnliches inklusives Projekt: Am Ehinger Tor baut die Stiftung Liebenau ein „Haus der Vielfalt“. Auf sieben Etagen entstehen hier bis Dezember 2019 verschiedene Wohn-, Ausbildungs- und Betreuungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderung sowie eine Kindertagesstätte mit exklusiver Dachterrasse. Zwei Geschosse werden vom benachbarten Regionalen Ausbildungszentrum Ulm (RAZ) genutzt. „Das Haus soll aber mehr sein als die Summe seiner Einzelteile“, betont Christian Braun, Geschäftsführer des Liebenau Berufsbildungswerks. Mit entsprechenden Räumen, Veranstaltungen und weiteren Aktionen solle das Gebäude zu einem Ort der Begegnungen und zu einem offenen Haus werden. An den mit 6,3 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten beteiligt sich die Aktion Mensch mit Zuwendungen für den Begegnungsraum Ausbildung (ca. 35.000 Euro) sowie das Ambulant betreute Wohnen (200.000 Euro). Und vom Regierungspräsidium Tübingen gibt es für die Einrichtung der Kindertagesstätte einen Zuschuss von 240.000 Euro. Spatenstich für das „Haus der Vielfalt“. Foto: Klaus Auf Kurs 2-2018 | 17

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