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Auf Kurs 02/2017

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INHALT Inhaltsverzeichnis Autoren Christian Braun Geschäftsführer Liebenau Berufsbildungswerk gemeinnützige GmbH Herbert Lüdtke Geschäftsführer Liebenau Berufsbildungswerk gemeinnützige GmbH Elke Benicke freie Journalistin Christof Klaus freier Journalist Svenja Kranz freie Journalistin Impressum Auf Kurs Magazin der Stiftung Liebenau Bildung Herausgeber Liebenau Berufsbildungswerk gemeinnützige GmbH Schwanenstraße 92 88214 Ravensburg Telefon: 0751/3555-8 Fax: 0751/3555-6109 bbw-rv@stiftung-liebenau.de Redaktion Liebenau Berufsbildungswerk gemeinnützige GmbH Herbert Lüdtke und Christian Braun (verantwortlich), Christof Klaus (NETZ-3 – Die Medienprofis), Susanne Droste-Gräff (Stiftung Liebenau) Grafik Natalie Baumbusch (NETZ-3 – Die Medienprofis) Titel Am Puls der Zeit: Ausbildung 4.0 in den Metallwerkstätten des Berufsbildungswerks (Foto: Klaus) Standpunkt3 Titelthema: Ausbildung 4.0 Ausbildung 4.0 – Aufbruch in die digitale Zukunft 4 Berufe im Wandel: fit für die Wirtschaft von morgen 6 Digitale Lernplattform ermöglicht E-Learning 8 Unsere Ausbildungsberufe Fachlagerist/-in7 Einen Augenblick bitte… Nadja Bauerfeld 9 BBW im Überblick Azubis machen gemeinsame Sache mit Werbeprofis 10 Spenden: Firmen unterstützen die Ausbildung 11 Tobias: ein Autist auf dem Weg in den Beruf 12 Impulse außer Kontrolle: Fachtag Autismus 2017 13 ICF-Modell: den ganzen Menschen im Blick 14 Kurz gemeldet: Neues aus dem Berufsbildungswerk 15 Teilnehmervertretung: Azubis bestimmen mit 17 Deutsch lernen: junge Flüchtlinge drücken Schulbank 18 Schillerstraße 15 Ulm Guck mal: Impressionen vom Tag der offenen Tür 19 Exkursion: Azubis besuchen Weimar und Buchenwald 20 Neuer Bildungspartner für die Max-Gutknecht-Schule 20 Aktion „Herzenssache“: Der Spendenbus rollt nach Ulm 21 Service Das Ausbildungsangebot im Berufsbildungswerk 22 Übersicht: Ihre Ansprechpartner 23 Druck Siegl Druck & Medien GmbH & Co. KG, Friedrichshafen Auflage: 4000 Erscheinungsweise: 2 Ausgaben pro Jahr Die neue „Auf Kurs“ Gewohnter Name, aber neues Layout und Unternehmenslogo: Die „Auf Kurs“ zeigt sich ab dieser Ausgabe in einem ganz frischen Gewand. Dies ist Ausdruck des einheitlichen Erscheinungsbildes aller gemeinnützigen Gesellschaften der Stiftung Liebenau , die sich seit Jahresbeginn 2017 mit einem neuen Markenauftritt präsentiert. Viel Spaß beim Lesen! 2 | Auf Kurs 2-2017

STANDPUNKT Arbeiten 4.0 Die digitale Zukunft hat begonnen. Gemeint sind damit nicht nur die kleinen elektronischen Helfer im Alltag oder die private Kommunikation über soziale Netzwerke und Smartphone-Apps. Die Digitalisierung wird auch die gesamte Arbeitswelt in den nächsten Jahren revolutionieren. Im Zuge der sogenannten „Arbeit 4.0“ verschwinden traditionelle Aufgaben, manche einfachere Tätigkeiten werden der Digitalisierung der Wirtschaft zum Opfer fallen, ganze Berufsbilder werden sich komplett verändern. Welchen Platz haben da noch die Menschen, die ohnehin um ihre gesellschaftliche und berufliche Teilhabe kämpfen müssen? Welche Chancen haben Geringqualifizierte, Menschen mit starken Mehrfachbehinderungen, mit psychischen Beeinträchtigungen oder mit sozialer Benachteiligung im Wettbewerb um die Jobs der Zukunft? Sind das die Verlierer der Digitalisierung? Klar ist: Bestimmte Personengruppen mit einer Behinderung werden von der fortschreitenden Digitalisierung und Robotisierung profitieren und mit Hilfe modernster Technik selbstbestimmter leben und arbeiten können. Auch gewisse Betriebe haben Menschen mit Behinderung und ihre mögliche Spezialbegabung als Arbeitskräfte durchaus im Blick. Andere wiederum könnten durch die Digitalisierung aber auch „behinderter“ werden als zuvor, gerade was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt angeht. Etwa Menschen mit psychischen Störungen oder mit Lernschwierigkeiten. Personen also, die insbesondere zur Klientel der Berufsbildungswerke gehören. Mensch oder Maschine? Wird es in Zukunft noch genügend Jobs für diese Menschen geben? Was können die Rechner und Roboter der Zukunft, und welche menschlichen Fähigkeiten sind nicht ersetzbar? Ist es für ein Unternehmen künftig wirtschaftlicher, noch einen Lohnarbeiter mit einer Tätigkeit zu betrauen, oder ist es ab einem bestimmten Punkt günstiger, einen Roboter dafür einzusetzen, dem man nicht alles zweimal erklären muss und der auch keine psychischen Probleme hat? Wer hat dann überhaupt noch Anspruch auf eine berufliche Reha? Hier wird es die Frage sein, inwieweit wir Menschen im Sinne ihrer Verwertbarkeit und ihrer Wirtschaftsleistung betrachten. Die britische Behindertenrechtsaktivistin Sasha Saben Callaghan spricht von einer neuen Welle von Benachteiligung und Unterdrückung im Zuge eines neoliberalen Geistes, der sich im Gewand von Budgets und Steuerung zeige. Dabei werde nicht mehr der Mensch an sich gesehen, sondern nur noch ein funktionaler Ausschnitt der Person und ihr „Marktwert“. Das Opfer dieser neuen Wirtschaftswelt: die menschliche Würde. Arbeit ist aber mehr als Broterwerb. Arbeit spricht verschiedene Dimensionen des Menschseins an. Neben der reinen Existenzsicherung geht es auch um den schöpferischen Akt und eine sinnstiftende Funktion. Aspekte, die auch im Arbeitsbegriff der katholischen Soziallehre eine wichtige Rolle spielen. So schrieb Papst Johannes Paul II. 1981: „Als Person ist der Mensch Subjekt der Arbeit.“ Keine Teilhabe ohne Arbeit Arbeit bedeutet Teilhabe. Und wir als Berufsbildungswerk sehen uns als Inklusionsschlüssel für Menschen mit besonderem Teilhabebedarf. Bei uns werden diese auf ihrem Weg in den Beruf und in ein eigenständiges Leben unterstützt und begleitet. Diese Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation kosten Geld. Und sie brauchen die nötige Rückendeckung durch Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Heute benötigen wir diese Menschen noch als willkommene Arbeitskräfte in einer boomenden Ökonomie, aber auch morgen sollten wir eine Gesellschaft sein, die im Arbeitsleben nicht nur die Stärksten überleben lässt. Und zwar nicht nur als ungelernte Helfer, sondern als qualifizierte Fachkräfte. Ob sich die Investitionen in eine Ausbildung im Berufsbildungswerk volkswirtschaftlich lohnen, diese Frage können wir – belegt von Studien – aktuell mit einem klaren Ja beantworten. Wie viel dieses Anliegen aber der Gesellschaft in Zeiten von Arbeiten 4.0 wert sein wird und wie in Zukunft die Steuerung des Geldes und der beruflichen Rehabilitanden ablaufen wird – damit sollten wir uns schon heute beschäftigen. Vielleicht sollte die Frage aber auch andersherum lauten: Können und wollen wir es uns als moderne, auf Teilhabe und soziale Werte setzende Gesellschaft überhaupt leisten, bestimmte Menschen auszugrenzen? Inwieweit die Digitalisierung unser Berufsbildungswerk bereits jetzt prägt und wie wir für eine zukunftsfähige Ausbildung unserer Jugendlichen sorgen, das lesen Sie in dieser Ausgabe der „Auf Kurs“. Stiftung Liebenau – eine starke Marke In sichtbarem Wandel befindet sich auch die Stiftung Liebenau. Seit Januar 2017 präsentieren sich die gemeinnützigen Tochtergesellschaften in einem einheitlichen Erscheinungsbild und machen damit ihre Zugehörigkeit zur Dachmarke Stiftung Liebenau noch deutlicher. Das schlägt sich auch in unserem neuen Unternehmensnamen nieder: Liebenau Berufsbildungswerk gemeinnützige GmbH. Unverändert bleibt das Engagement für unsere Teilnehmer auf ihrem Weg ins Berufsleben – sowohl im Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg und im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm, als auch in unseren beiden Schulen, der Josef-Wilhelm- Schule Ravensburg und der Max-Gutknecht-Schule Ulm. Christian Braun und Herbert Lüdtke Geschäftsführer Auf Kurs 2-2017 | 3

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