Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Jahren

Auf Kurs 02/2017

  • Text
  • Ausbildung
  • Azubis
  • Berufsbildungswerk
  • Klaus
  • Liebenau
  • Menschen
  • Kurs
  • Stiftung
  • Arbeit
  • Digitalisierung
  • Liebenau.de

BBW IM ÜBERBLICK

BBW IM ÜBERBLICK uuSchüler engagieren sich für Hilfsprojekt Tatkräftige Unterstützung für ein Hilfsprojekt des Tettnangers Klaus Wagner: Junge Berufsschüler der Josef- Wilhelm-Schule und Umschüler des BBW haben in ihrer Kfz-Ausbildungswerkstatt in Ravensburg einen alten Kleinbus flott gemacht für den Einsatz in Nigeria. Gut 30 bis 40 Arbeitsstunden steckten die neun angehenden Fachkräfte in die Reparatur des Fahrzeugs. „Unsere Schüler engagieren sich für einen guten Zweck, leisten damit einen kleinen Beitrag zur praktischen Bekämpfung von Fluchtursachen, und gleichzeitig ist es für sie ein gutes Übungsfeld für ihren späteren Beruf“, so Konrektor Lutz Nischelwitzer. Prall gefüllt mit weiteren Hilfsgütern für ein Krankenhaus in Lagos wurde das Fahrzeug nach Afrika In Topzustand verließ der Transporter die Ravensburger Kfz- Ausbildungswerkstatt des BBW. Foto: Klaus verschifft. Der Bus selbst ist jetzt für den Fahrdienst der Klinik im Einsatz. BBW-Ausbilder Helmut Moser ist sich sicher: „Der fährt da auch noch in zehn Jahren!“ uuAzubis bauen Pausensporthütte Mit dem Bau einer Hütte für das Ravensburger Welfen- Gymnasium haben die angehenden Ausbaufacharbeiter und Zimmerer des BBW einmal mehr praktische Erfahrung im Rahmen ihrer Ausbildung gesammelt. Jetzt wurde das Häuschen offiziell an die Schule übergeben. Ab sofort werden hier Spielgeräte wie Waveboards, Rollerskates, Federballspiele, Einräder, Diabolos und Bälle für eine aktive Pausengestaltung mit viel Bewegung aufbewahrt. Auch der Kunstbereich des Welfen-Gymnasiums findet dort Lagerfläche für Materialien. „Hier können die Schüler in Zukunft Gas geben“, freute sich Lehrer Jochen Ziegele, der am Welfen-Gymnasium für den Pausensport zuständig ist, und dankte den Azubis und Ausbildern des Berufsbildungswerkes für ihre Arbeit. Auch Manfred Haas, Abteilungsleiter Bildung und Arbeit im BBW, freute sich über das gelungene Projekt: „Unsere Auszubildenden waren von der Planung über Beschaffung und Bau bis zum Aufstellen der Hütte am Prozess beteiligt.“ uuMdB Thomas Bareiß informiert sich Ausbildung, Teilhabe, Diagnostik, Flüchtlingsklassen und digitales Lernen: Bei seinem Besuch im Ravensburger BBW hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß (Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen) über zahlreiche aktuelle Themen rund um die berufliche Bildung informiert. Wie erkennt und fördert das Berufsbildungswerk berufliche Fähigkeiten und soziale Kompetenzen seiner Teilnehmer? Wie funktionieren bestimmte Testverfahren in der hauseigenen Diagnostikwerkstatt? Und wie macht das BBW junge Menschen mit besonderem Teilhabebedarf fit für den Arbeitsmarkt und ein selbstständiges Leben? Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen bekam der baden-württembergische CDU- Bei seinem Besuch im BBW informierte sich MdB Thomas Bareiß (2. v. r.) über die Arbeit der Bildungseinrichtung. Foto: BBW Politiker in Gesprächen mit der Geschäftsführung, mit Bildungsbegleitern, Azubis und Ausbildern sowie bei einem Rundgang durch das Berufsbildungswerk. 16 | Auf Kurs 2-2017

Mitverantwortung: Auszubildende engagieren sich als Teilnehmervertreter „Wir werden absolut ernst genommen“ Mitreden, etwas bewirken: Im Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich zählt die Meinung der Schüler und Azubis. Eine zwölfköpfige Teilnehmervertretung kümmert sich um die Anliegen der Jugendlichen und bringt Projekte ins Rollen. Vorneweg: der 24-jährige Maurer-Azubi Jan Pioch, erster Vorsitzender des Gremiums. „Teilnehmervertretung“ steht auf dem grünen Briefkasten am Eingang zur Kantine. Hier landen die zu Papier gebrachten Anregungen, Wünsche und Probleme der Jugendlichen aus dem BBW. Jeder Zettel wird gelesen, jeder Vorschlag geprüft, und jeder Briefeschreiber bekommt garantiert eine Rückmeldung. Meistens aber sprechen die Azubis ihn persönlich an, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt, erzählt Jan Pioch von der BBW- Teilnehmervertretung. Seit drei Jahren ist er dabei, seit zwei Jahren als erster Vorstand neben der zweiten Vorsitzenden Leilani Rhodes. Weitere acht Jugendliche gehören dem Gremium an. Unterstützt werden sie von den Vertrauenspersonen Marion Obermayer und Karin Zwisler. Viele Projekte verwirklicht Einmal pro Monat trifft man sich, bespricht Themen und verteilt die Aufgaben für anstehende Projekte. Und davon gab es in den vergangenen Monaten einige: So stellte die Teilnehmervertretung ein Begegnungscafé und ein Grillfest mit den Flüchtlingen, die im BBW wohnen oder dort beschult werden, auf die Beine – ein voller Erfolg. Auch die Einführung von WLAN war eine Initiative der Azubivertreter. Aktuell in der Diskussion: mehr Abwechslung bei den Vesperpaketen für Azubis, die auf Baustellen unterwegs sind. Daneben ist Jan Pioch auf Messen für das BBW im Einsatz und beantwortet dort aus Azubi-Sicht Wo drückt der Schuh? Die Anliegen der Jugendlichen landen im Briefkasten der Teilnehmervertretung um Jan Pioch (rechts) und Christian Fleischmann. Foto: Klaus die Fragen der Besucher. Auch bei den Aufnahme- und Absolventenfeiern stehen die Teilnehmervertreter im Rampenlicht. Mehrfach schon übernahm Piochs Kollege Christian Fleischmann hier die Moderation. Für den 21-jährigen Auszubildenden zur Fachkraft im Gastgewerbe ist es jedes Mal etwas Besonderes, im vollbesetzten Foyer zum Publikum zu sprechen. Seine Taktik gegen Lampenfieber? „Einfach ganz normal bleiben.“ Mitgestalten erwünscht Im BBW wird auf die Beteiligung der Jugendlichen schon immer viel Wert gelegt – und das nicht nur auf dem Papier. Eigeninitiative ist ausdrücklich erwünscht. Und so trifft sich Jan Pioch auch regelmäßig mit Geschäftsführer Herbert Lüdtke. „Ich fühle mich absolut ernst genommen“, so der Azubi. „Die Geschäftsführung unterstützt uns voll.“ Zum Beispiel bei einem seiner Lieblingsprojekte: der neue Aschenbecher im Raucher-Pavillon im BBW- Innenhof. Entwurf, Statik-Berechnung und Betonieren erledigten die Azubis größtenteils in Eigenregie – was sich perfekt mit Piochs Ausbildung verbinden ließ, ist er doch angehender Ausbaufacharbeiter. Und zwar mit Leib und Seele: „Mir war von Anfang an klar, dass ich auf den Bau gehen möchte“, begründet er seine Berufswahl. „Ich mache mir gerne die Hände schmutzig.“ Gerne übernimmt er auch im Job Verantwortung. So sei er in der Maurerwerkstatt schon so ein bisschen in die „Capo-Rolle“ geschlüpft, grinst Pioch, der im Sommer 2017 seinen Abschluss macht. Auf seine Amtszeit als Teilnehmervertreter blickt er positiv zurück. „Es hat mir sehr viel gebracht.“ Das zeigt sich auch in seinem wortgewandten Auftreten: „Vor drei Jahren konnte ich mich noch nicht so gut ausdrücken.“ Wie er das BBW sieht? Menschen mit Benachteiligungen seien hier gut aufgehoben: „Hier wird man geschätzt, hier kann man das Beste aus sich machen.“ Christof Klaus Auf Kurs 2-2017 | 17

Stiftung Liebenau Österreich