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Auf Kurs 01/2019

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Titelthema Spannung im

Titelthema Spannung im Elfmeterschießen beim „BBW- Cup“ – eines von vielen Sportangeboten im Berufsbildungswerk. „Sport hält ab von blöden Sachen“ Sportprofil im Berufsbildungswerk Adolf Aich Ravensburg Ob Fußball, Klettern, Laufen, Fitnesstraining, Basketball oder Kajak: Sport wird im und um das Ravensburger Berufsbildungwerk groß geschrieben. Wer will, der kann hier jeden Tag etwas für seine Gesundheit tun und dabei den Alltagsstress rausschwitzen. Positiver Nebeneffekt: Von den Erfahrungen im Sport profitieren die Jugendlichen auch in der Ausbildung und im Schulunterricht. Wie jeden Dienstag um 12 Uhr schließt Daniel Pieper den Fitnessraum in der Turnhalle auf dem Gelände des BBW in der Ravensburger Südstadt auf. Rund ein Dutzend Jugendliche verteilt sich an die Geräte und nutzt die Mittagspause zum Training. „Ein völlig offenes und freies Angebot“, erklärt Pieper. Der 38-jährige Berufsschullehrer ist seit Kurzem offizieller „Sportmanager“ im Berufsbildunsgwerk. Das heißt: Er koordiniert dort die vielen Sportaktivitäten. Und die sind ein wichtiger Bestandteil in der ganzheitlichen Förderung der jungen Menschen. „Jugendliche erfahren und erlernen beim Sport klassische Werte wie Regelmäßigkeit, Disziplin, und Teamfähigkeit“, so Pieper. „Und darüber hinaus bekommen sie ein besseres Körpergefühl.“ Weitere positive Auswirkungen auf die Ausbildung: sich Ziele setzen und diese erreichen, das Selbstbewusstsein stärken, soziale Kompetenzen entwickeln. Ausgleich zu Schule und Ausbildung Und dann bietet der Sport natürlich auch eine gute Abwechslung zum Alltag: „Runterkommen, Stress abbauen, einen Ausgleich zu Schule und Ausbildung schaffen.“ Durch Sport werde Freizeit sinnvoll genutzt, man widerstehe den Versuchungen von Alkohol und Drogen vielleicht besser. Und wer laufe, kicke oder klettere komme eben generell nicht so leicht auf dumme Gedanken: „Sport hält einen fern von blöden Sachen.“ Vom Mädchensporttag bis zum Fußball-Turnier Alternativen zu solchen „blöden Sachen“ hat das BBW jedenfalls genug zu bieten. Als Pendant zum freien Angebot im Fitnessraum gibt es auch die „offene Turnhalle“ – und in und um das BBW zahlreiche weitere Aktivitäten: Bogenschießen, Klettern und Schwimmen zum Beispiel. Und natürlich auch Fußball. Neben der entsprechenden AG, die es im vergangenen Jahr sogar bis auf Platz fünf bei den deutschen BBW-Meisterschaften geschafft hat, findet einmal im Jahr ein hauseigenes Schüler- und Azubi-Turnier, der „BBW-Cup“, statt. Zudem gibt es einmal jährlich einen speziellen Mädchensporttag. Basketball-Kooperation mit TSB Ravensburg Und nicht zuletzt wurde auch eine Kooperation in Sachen Basketball mit dem TSB Ravensburg ins Leben gerufen. „Die Idee dahinter ist es, ein Zwischenstück zu schaffen zwischen Schule und Verein“, erklärt Daniel Pieper. Das heißt: „Wir haben dort ein höheres sportliches Niveau als im Schulunterricht, sind aber noch nicht ganz auf Vereinsniveau.“ Die Teilnehmer sollen sich ausprobieren können und bei Bedarf dann auch ganz in den Verein wechseln. Einige haben diesen Schritt schon gemacht, wie Pieper erzählt. Er selbst tritt dann quasi als Bindeglied in Erscheinung, klärt die Klubtrainer über den Umgang mit möglichen Handicaps ihrer Neuzugänge auf. 6 1|2019

Titelthema Bewegungsmöglichkeiten schaffen Generell hat es sich Pieper auf die Fahnen geschrieben, allen Jugendlichen niederschwellige Angebote zu machen und Anreize zu geben, sportlich aktiv zu werden. Als „Sportmanager“ will er nun das Sportprofil des BBW weiter schärfen. „Wir planen, mehr Bewegungsmöglichkeiten auf dem Gelände zu schaffen.“ Eine Boulderwand zum Beispiel, einen Trimm-Dich- Pfad einmal rund ums Gelände oder eine Bogenschießanlage. Was davon wann umgesetzt wird, hängt noch an der Frage der Finanzierung. Bereits sicher ist, dass eine Sportkiste eingerichtet wird – bestückt mit Basket- und Fußbällen, Badmintonschlägern, Frisbees und so weiter. Bei der können sich die Jugendlichen dann in ihren Pausen leihweise bedienen. Turnhalle ist voll belegt Was die Indoor-Aktivitäten angeht, kommt das sportbegeisterte BBW mittlerweile an die Grenzen seiner Kapazitäten. „Es ist nicht mehr viel Platz“, meint Daniel Pieper mit Blick auf den vollen Belegungsplan der Turnhalle. Dort geht es übrigens gleich mit dem regulären Sportunterricht weiter. (ck) „BBW Included Runners“ Vom EU-Modellprojekt zum Dauerläufer Schon seit über drei Jahren drehen sie regelmäßig ihre Runden und gehen in ihren orangefarbenen Trikots auch bei den großen Stadtläufen der Region an den Start: die „BBW Included Runners“. Diese bunte inklusive Laufgruppe zeigt: Sport ist für alle da, und Sport verbindet. So spielen Herkunft, Nationalität, Alter, Hautfarbe, Teilhabebedarf, Behinderung oder Sprache hier keine Rolle. Mit dabei sind junge Geflüchtete aus den VABO-Klassen, Auszubildende mit besonderem Förderbedarf sowie auch Lehrer und Mitarbeiter. Ursprünglich waren die „Included Runners“ Teil des EU- Projektes „Sport+4ALL – active and included“, an dem neben dem BBW noch sechs weitere Sozial- und Reha-Einrichtungen aus ganz Europa teilnahmen. Ziel war es, Sportangebote für und mit Menschen mit Benachteiligungen auszubauen und damit einen praktischen Beitrag zur Inklusion zu leisten. Die Erfahrungen aus den internationalen Projekten wurden dann in Workshops ausgewertet und veröffentlicht. Das Abschlusstreffen fand schließlich 2017 im italienischen Verona statt. Haken dran, Lob eingeheimst und das war’s? Nein, die „Runners“ aus dem BBW machten auch nach dem Projektende weiter. Dank des großen Engagements der verantwortlichen Lehrer Johann Stroh, Mike Dolezal und Daniel Pieper ist aus dem EU-Modellprojekt ein Dauerläufer geworden. Der wöchentliche Lauftreff ist längst fester Bestandteil im Sportprofil des BBW – und offen für alle Schüler und Azubis. Jeden Dienstag um 10:30 Uhr treffen sich die Hobbysportler zum gemeinsamen Joggen. Fünf bis 15 Läufer, so berichtet Daniel Pieper, sind im Schnitt mit dabei, je nach Wetter und Ausbildungsplan. Spaß steht im Vordergrund „Es gibt schließlich keinen Zwang“, erklärt Pieper, und Kollege Johann Stroh betont: „Der Spaß am gemeinsamen Laufen steht im Vordergrund.“ So können sich alle wohlfühlen: sowohl Neueinsteiger, die zwischendrin auch mal eine ruhigere Gehphase einlegen, als auch „Profis“. Geeignete Wege finden sich rund ums Berufsbildungswerk jedenfalls genug: „Man ist hier ganz schnell im Wald“, so Pieper. Das Ziel aller Teilnehmer ist es, fit für die Zehn-Kilometer-Distanz zu sein, wenn die Laufsaison im Frühjahr so richtig losgeht. Mindestens drei Veranstaltungen pro Jahr stehen auf dem Plan der „Included Runners“. Traditionell dabei ist man neben dem „BBW Open“-Spendenlauf etwa beim Frühlingslauf in Schmalegg, beim „Lauffieber“ in Bad Waldsee und bei „Ravensburg läuft“ natürlich. „Das Schöne bei diesen Events ist, dass unsere Gruppe dann noch einmal wesentlich größer ist“, berichten die Verantwortlichen. So schließen sich bei diesen Gelegenheiten viele ehemalige Teilnehmer sowie Mitarbeiter an. Und auch die beiden BBW-Geschäftsführer Christian Braun und Herbert Lüdtke schnüren dann die Laufschuhe – was die Jugendlichen als besondere Wertschätzung empfinden. (ck) 1|2019 7

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