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Auf Kurs 01/2019

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BBW im Überblick

BBW im Überblick Vorzeigeprojekt mit Strahlkraft Der Erfolg des Aulendorfer Modellprojektes Lernwerkstatt spricht sich herum – sogar bis nach Schweden Besuch aus Schweden: Eine fünfköpfige Delegation aus Göteborg hat die Aulendorfer „Lernwerkstatt“ besichtigt und sich darüber informiert, wie dort das Berufsbildungswerk der Stiftung Liebenau – unter anderem finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) – im Auftrag des Jobcenters geflüchtete Menschen in Theorie und Praxis fit macht für den Arbeitsmarkt. Besuch sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lernwerkstatt zwar gewohnt, hat das Vorzeigeprojekt seit seinem Start im Februar 2018 doch schon hohe Wellen weit über Aulendorf hinaus geschlagen. Doch dass Gäste extra aus dem hohen Norden Europas anreisen, das war dann doch etwas ganz Besonderes. Wie Deutschland nahm auch Schweden ab 2015 eine große Zahl von geflüchteten Menschen auf. Und ganz ähnlich sind deshalb auch die Herausforderungen in den beiden Ländern: die Migranten sprachlich fit zu machen und sie so gut wie möglich in den heimischen Arbeitsmarkt einzugliedern. Vorbild Aulendorf Aber warum ausgerechnet Aulendorf? Bei ihrem Blick über den eigenen Tellerrand wollten die Göteborger Arbeitsvermittler wissen, wie es andere in Europa machen. Und so klingelte bei Thomas Kreuz von der Beratungsstelle für die regionalen ESF-Arbeitskreise im Landkreistag Baden-Württemberg das Telefon. Der überlegte: „Wo gibt es innovative Ansätze, wo gibt es Besonderheiten bei Finanzierung und Organisation?“ Und das – so Kreuz – treffe eben auf die Lernwerkstatt zu: mehrere Partner, darunter mit dem Berufsbildungswerk ein Voll fokussiert: Unter Anleitung von Ulrike Ahlfänger (rechts) werden Teilnehmer im Umgang mit Farben geschult. Lernwerkstatt Aulendorf In der Lernwerkstatt in Aulendorf bereitet das Berufsbildungswerk Menschen mit Migrationshintergrund im Auftrag des Jobcenters Ravensburg für einen Einstieg in den Arbeitsmarkt vor. Der sechsmonatige Kurs umfasst neben einem Sprach- und Bewerbungstraining den Erwerb fachpraktischer Fähigkeiten in verschiedenen Berufsbereichen, insbesondere Holz, Farbe und Metall. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des ESF, der Stadt Aulendorf und des Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfe der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Weiterer Partner ist die Caritas, die sich um das Integrationsmanagement kümmert. starker Bildungsträger aus der Region, und ein von mehreren Akteuren getragenes Finanzierungsmodell. Und so führte die Schweden ihre Reise nicht in Großstädte wie Stuttgart oder Mannheim, sondern ins kleine Aulendorf. Internationaler Erfahrungsaustausch Dort machten sich die Göteborger Sozialarbeiter und Arbeitsvermittler ein eigenes Bild, kamen mit den Lernwerkstatt-Teilnehmern aus Syrien, Eritrea oder Afghanistan ins persönliche Gespräch und tauschten sich intensiv auch unter Kollegen aus – mit ebenfalls anwesenden Vertreterinnen des Ravensburger Landratsamtes. „Ein sehr interessantes Projekt“, zeigte sich die Göteborger Sozialarbeiterin Mia Flyckt von der Lernwerkstatt angetan: „Es ist gut, Praxis und Theorie zu mischen.“ Auf großes Interesse war auch die vorangegangene Besichtigung des Ravensburger Berufsbildungswerks gestoßen. „In Schweden kennt man solche Einrichtungen nicht“, so BBW-Bildungsmanagerin Monika Kordula, die den Besuch aus Göteborg begleitete. Grünes Licht für 2019 Auch im Jahr 2019 geht es weiter für die Lernwerkstatt. Nach den Zusagen von Stadt Aulendorf und des Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfe der Diözese Rottenburg-Stuttgart für eine Weiterfinanzierung gab es auch das entscheidende grüne Licht vom Europäischen Sozialfonds (ESF). (ck) 12 1|2019

BBW im Überblick Das Liebenau Berufsbildungswerk setzt auf Nachhaltigkeit Mehrweg statt Einweg beim „Coffee to go“ Sowohl das Ravensburger Berufsbildungswerk (BBW) als auch das Regionale Ausbildungszentrum (RAZ) in Ulm haben sich beim Kaffee zum Mitnehmen dem sogenannten „Recup“-System angeschlossen. Das heißt: Mehrweg- statt Wegwerfbecher. Und so funktioniert’s: Der Kaffee wird im stabilen, geschmacksneutralen Mehrwegbecher außer Haus gegeben. Auf diesen wird ein Euro Pfand erhoben. Ein ebenfalls mehrfach verwendbarer Deckel kann zusätzlich für 1,30 Euro gekauft werden. Grundsätzlich gilt: Die Pfandbecher kann man bundesweit bei jedem „Recup“-Partner wieder abgeben – oder sich gleich einen frischen Kaffee holen. Wer alles mitmacht, erfährt man per kostenlosen App oder im Internet unter www.recup.de. „Davor haben wir in unserem Café Miteinander und im Berufsbildungswerk insgesamt 40.000 Einwegbecher pro Jahr verbraucht“, rechnet Dirk Eberhard, Chef der BBW-Betriebsgastronomie, vor. Und auch RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon freut sich über den Beitrag zur Müllvermeidung und Ressourcenschonung: „Da das RAZ auch Teil der FairTrade-Stadt Ulm ist, ist ‚Recup‘ eine konsequente Weiterführung des Nachhaltigkeitsgedankens.“ (ck) Sozialprojekt: Catering für Ravensburger Humpis-Schule Azubis für Azubis im Einsatz Die einen feiern den Erhalt ihres Berufsschulzeugnisses, die anderen sorgen für die leckeren Festhäppchen: Bei der Absolventenfeier der kaufmännischen Azubis der Humpis-Schule im Baienfurter Hoftheater haben sich Auszubildende des Ravensburger Berufsbildungswerks (BBW) um das Catering gekümmert – im Rahmen eines Sozialprojektes. Immer wieder engagieren sich angehende Fachkräfte aus dem BBW unentgeltlich für andere Schulen. So bauen sie zum Beispiel Holzhäuschen auf Pausenhöfen auf oder stellen – wie jetzt geschehen – ihre Dienstleistungen im Küchen- und Servicebereich zur Verfügung. Einmal mehr handele es sich also um eine Aktion „von Azubis für Azubis“, wie Manfred Haas, Abteilungsleiter Bildung und Arbeit im BBW, betont. Dabei profitieren die jungen Menschen mit besonderem Teilhabebedarf bei diesen Einsätzen von den praktischen Erfahrungen und den direkten Rückmeldungen. Der Kontakt zur Humpis-Schule bestehe schon lange, so Sabine Romer, Abteilungsleiterin der dortigen Kaufmännischen Berufsschule. Seit Jahren gebe es enge Verbindungen zwischen den beiden Ravensburger Bildungseinrichtungen, die jeweils fest in der Region verwurzelt sind und jährlich für zahlreichen Fachkräftenachwuchs sorgen. So verabschiedete die Humpis-Schule im Hoftheater nun 110 Winterprüflinge aus 13 verschiedenen kaufmännischen Berufen. Und für das BBW waren bei der Feier Azubis aus den Bereichen Hauswirtschaft und Gastronomie im Einsatz, um den insgesamt gut 200 Gästen im Saal Kanapees, Mini-Hamburger, Tomaten-Mozzarella-Wraps und gefülltes Blätterteiggebäck zu servieren. Sie bekamen dabei schon einmal einen Vorgeschmack auf ihre eigene Abschlussfeier in ein, zwei Jahren. Dann werden sie diejenigen sein, die sich ganz aufs Feiern konzentrieren können... (ck) 1|2019 13

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