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Auf Kurs 01/2016

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BBW im Überblick

BBW im Überblick Beruflicher Neuanfang im BBW: Auch Cathleen Popp, angehende Kauffrau für Büromanagement, hat ihre Entscheidung nicht bereut. Fotos: Klaus Umschulung und Qualifizierung im BBW: Aufbruch in die zweite Karriere Beruflicher Neustart mit Perspektive Sie stehen mitten im Leben, sind seit Jahren berufstätig, doch eines fehlt: der Gesellenbrief beziehungsweise das Abschlusszeugnis im Beruf ihrer Wahl. In Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit ermöglicht das BBW auch Teilnehmern im Erwachsenenalter einen beruflichen Neustart – mit besten Perspektiven. Nach der 24-monatigen Umschulung sind die Teilnehmer voll auf Kurs und haben als gut ausgebildete Fachkräfte beste Karten auf dem Arbeitsmarkt. Drei Männer – ein Ziel: 2016 wollen Thomas Heimann, Gramoz Kolldani und Ralf Rotar ihren Abschluss als Zerspanungsmechaniker in der Tasche haben. Die 17- oder 18-jährigen Jungs, mit denen sie gemeinsam in der Metall-Ausbildungswerkstatt des BBW lernen, könnten vom Alter her glatt ihre Söhne sein. Das ist aber längst keine ungewöhnliche Konstellation mehr im Ravensburger Berufsbildungswerk. Neben seinem Kerngeschäft, der Ausbildung vornehmlich junger Menschen mit besonderem Teilhabebedarf, engagiert sich das BBW seit Jahren auch in der Erwachsenenbildung. So gibt es berufliche Wiedereinstiegsprogramme, Qualifizierungen oder Weiterbildungsmaßnahmen. Und in zahlreichen Berufsfeldern bietet das BBW auch Umschulungen an. Unter den aktuell 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den beruflichen Neustart wagen, ist auch besagtes Metaller-Trio. Optimales Lernumfeld Reichlich Arbeits- und Lebenserfahrung haben sie alle. Der 36 Jahre alte Thomas Heimann ist eigentlich eine gelernte Heizungs- und Sanitärfachkraft, wechselte dann aber die Bran- „Hier nimmt man sich Zeit für einen“: Thomas Heimann absolviert eine Umschulung zum Zerspanungsmechaniker und ist hochzufrieden mit den Ausbildungsbedingungen im BBW. che und arbeitete in der Industrie – ungelernt. Deshalb wollte er auch unbedingt noch eine Ausbildung machen. Die Bundesagentur für Arbeit bot ihm an, die Umschulung zu finanzieren. Er entschied sich für den Beruf des Zerspanungsmechanikers. Und für das BBW. „Ich bin echt froh“, sagt er über seine Wahl. Besonders überzeugt hat ihn das Lernumfeld, das ihm das BBW bieten kann. So gilt neben dem fachlichen und pädagogischen Know-how der Ausbilder insbesondere auch die technische Ausstattung der hauseigenen Metallwerkstätten als ein großer Pluspunkt der Bildungseinrichtung. Ein Grund, warum die BBW-Absolventen in puncto Technik up to date sind. Ein Grund, warum Firmen ihre Azubis bei bestimmten Ausbildungsmodulen oder zu Schulungen ins BBW schicken. Und eben auch ein Grund, warum das BBW auch für Umschüler so attraktiv ist. Denn hier in den Werkstätten stehen jene Geräte, die ihnen auch im späteren Berufsalltag begegnen: CNC-gesteuerte Drehund Fräsmaschinen mit den unterschiedlichsten gängigen Steuerungsarten zum Beispiel. Technik vom Feinsten, mit denen die Fachkräfte in spe lernen, Präzisionsbauteile aus Metall herzustellen. High-Tech-Ausstattung „Wir haben hier die Möglichkeit, Ausbildungsinhalte auch an modernsten Maschinen zu vermitteln“, erklärt Manfred Haas, Leiter der BBW-Abteilung Bildung und Arbeit. So ist die Ausbildung absolut realitätsnah, hochprofessionell und zukunftssicher. Schließlich werden schon hier die Weichen gestellt in Sachen Berufschancen: „Entweder mit veralteter Technik in die Arbeitslosigkeit oder mit High-Tech-Werkstatt in Arbeit“, bringt es Thomas Rapp, Metall- Betriebsleiter im BBW, auf den Punkt und betont: „Unsere Jungs sind nachher so gefragt, weil sie mit moderner Technik umgehen können.“ Bevor Heimann und Co. aber in ihre Umschulung starteten, waren sie im BBW eingehend beraten worden. Welche Tätigkeit interessiert mich? Welcher Beruf passt am besten? Darüber ließ sich vorab auch Gramoz Kolldani aufklären. Jahrelang hatte der 43-Jährige in verschiedenen Berufsbereichen gearbeitet, aber eben ungelernt. „Ohne Ausbildung wird man schlechter bezahlt“, weiß er aus Erfahrung. Und da sei es schwer, eine Familie mit drei Kindern zu versorgen. Auch er nahm deshalb das Umschulungsangebot von der Arbeitsagentur gerne an. Mehrere Träger standen zur Auswahl, aber das BBW habe den besten Ruf, meint Kolldani. Denn: „Hier bekommt man von allen Seiten Unterstützung.“ Thomas Heimann pflichtet seinem Kollegen bei: „Was ich hier wirklich schätze: Dass man sich Zeit für einen nimmt.“ Auf jede Frage eine Antwort Auch Ralf Rotar nickt. „Ich habe viele Fragen“, sagt der 49-Jährige. „Und hier kann man die Ausbilder damit löchern.“ In seinem Lebenslauf steht zwar eine Bäckerausbildung, doch schnell habe er damals gemerkt: „Das ist kein Beruf für mich.“ Statt Brezeln und Brot in den Ofen zu schieben, steht Rotar lieber an Maschinen und verarbeitet Metall. Fast 20 Jahre lang hat er in dem Metier gearbeitet – bis die Wirtschaftskrise kam. „Dann ging das Problem los“, blickt er zurück. Die Konjunktur brach ein, er verlor seinen Job. Plötzlich musste der ungelernte Routinier auf dem Arbeitsmarkt mit Fachkräften konkurrieren – und zog den Kürzeren. Trotz aller Erfahrung waren seine Bewerbungen erfolglos: „Da ging halt nix.“ Das soll und wird sich nun dank seiner Umschulung ändern. Auch er lobt die Ausbildungsbedingungen im BBW und die moderne Technik – „das Beste, was es auf dem Markt gibt“. Und man könne sich intensiv mit den Maschinen beschäftigen. Für ihn ist klar, dass er davon profitieren wird: „Man hat mehr Chancen, wenn man die unterschiedlichen Steuerungen kennt.“ Sonst müsse man am Arbeitsplatz erst ein halbes Jahr eingelernt werden. „Und wir lernen das schon hier.“ Wie effektiv seine Umschüler jede Minute Übungszeit an den Maschinen nutzen, das kann BBW-Ausbilder Dietmar König bezeugen. Insgesamt seien die angehenden Metallfachkräfte hochmotiviert bei der Sache. Voll des Lobes ist auch Thomas Rapp: „Ich habe noch nie eine bessere Gruppe gehabt“, meint der Betriebschef. Wie sehen eigentlich die beruflichen Perspektiven nach der Umschulung aus? „Sehr gut“, sagt Rapp. Schon heute gebe es entsprechende Nachfragen. So mancher Betrieb würde seine Männer „sofort mit Handkuss“ nehmen. Mit seinen zahlreichen Partnerunternehmen ist das BBW in der regionalen Wirtschaft bestens vernetzt. Thomas Rapp: „Wenn wir unsere Absolventen einem Betrieb empfehlen, dann stellen die ihn auch ein.“ Verkürzte Ausbildungszeit, voller Lernstoff Durch ihre einschlägige Berufserfahrung ist die Dauer der Ausbildung für die Umschüler verkürzt. Das heißt aber auch: Der Stoff von normalerweise dreieinhalb Jahren muss in zwei Jahren bewältigt werden. Dabei hilft das BBW den Teilnehmern mit einem fachtheoretischen Stütz- und Förderunterricht, der gerne angenommen wird: „Wir sind schließlich nicht mehr so jung“, lacht Gramoz Kolldani. Dazu kommt die im BBW übliche sozialpädagogische Unterstützung und Beratung durch so genannte Bildungsbegleiter. Mit den anderen Azubis sind sie täglich in Kontakt. Und wie klappt das denn mit den ganzen Jugendlichen um sie herum? „Der Gruppe tut das total gut“, empfindet Thomas Rapp das Aufeinandertreffen der Generationen als Bereicherung für alle Seiten. Zahlreiche Berufe stehen zur Wahl Auch in anderen Ecken des Berufsbildungswerkes trifft man auf Teilnehmer einer Umschulungsmaßnahme. Angehende Fachlageristen sind zum Beispiel darunter, oder Kaufleute für Büromanagement wie Cathleen Popp. Die 33-jährige Metzgereifachverkäuferin mit Realschulabschluss musste sich aus gesundheitlichen Gründen beruflich umorientieren. Das ständige Stehen in ihrem alten Job ging nicht mehr. „Ich habe mich dann schlau gemacht, was überhaupt in Frage kommt.“ Sie ist froh, dass es mit der Umschulung im BBW geklappt hat. Cathleen Popp besucht die BBW-eigene Berufsschule – die Josef-Wilhelm-Schule. Und der praktische Teil der Ausbildung hat sie schon in die verschiedensten Bereiche geführt. Auch am Empfang ist sie zum Beispiel im Einsatz. Ihr Kommentar zur Umschulung im BBW? „Perfekt.“ Christof Klaus 8 | Auf Kurs 1-2016 Auf Kurs 1-2016 | 9

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