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Auf Kurs 01/2016

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Inhalt Standpunkt Unsere Autoren in diesem Heft: Inhalt Mehr als Worte Impressum Christof Klaus NETZ-3 Freier Mitarbeiter Stiftung Liebenau Abteilung Kommunikation und Marketing Svenja Kranz Freie Mitarbeiterin Stiftung Liebenau Abteilung Kommunikation und Marketing Elke Benicke Freie Mitarbeiterin Stiftung Liebenau Abteilung Kommunikation und Marketing Claudia Wörner Freie Mitarbeiterin Stiftung Liebenau Abteilung Kommunikation und Marketing Auf Kurs Magazin der Berufsbildungswerk Adolf Aich gGmbH Herausgeber: Berufsbildungswerk Adolf Aich gGmbH Schwanenstraße 92 88214 Ravensburg Tel.: 0751/3555-8 Fax: 0751/3555-6109 info@bbw-rv.de Redaktion: Berufsbildungswerk Adolf Aich gGmbH Herbert Lüdtke und Christian Braun (verantwortlich), Christof Klaus (NETZ-3), Susanne Droste-Gräff Grafik: Natalie Baumbusch (NETZ-3) Auflage: 4000 Erscheinungsweise: 2 Ausgaben pro Jahr Druck: Druckhaus Müller, Langenargen Titel: Ausbildung im Café Miteinander (Foto: Kranz) Standpunkt3 Schwerpunktthema: Flüchtlinge im BBW Auf der Suche nach Sicherheit und Zukunft 4 VABO: Schulklasse für junge Flüchtlinge 5 Jugendhilfe-Mitarbeiter als Kulturmittler 5 Firma Buchmann spendet für Flüchtlinge 6 Said und Khadar: Der Blick geht nach vorn 7 BBW im Überblick Beruflicher Neustart: Umschulungen für Erwachsene 8 Fit für die Jobsuche: Bewerbertraining für Azubis 10 Ex-Azubi Christian Klöden: Chance am Schopf gepackt 13 Guck mal Impressionen vom BBW Open 14 Unsere Betriebe Café Miteinander: Ausbildung mit Flair 16 Einen Augenblick bitte… Madeleine Haubner 17 Ausbildungsberufe im BBW Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen 18 Schillerstraße 15 Ulm Hauswirtschaft: Caritas bildet im RAZ Ulm aus 19 Gute Perspektiven für Absolventen 2015 20 Service Das Ausbildungsangebot im BBW 22 Übersicht: Ihre Ansprechpartner 23 Infos aus dem BBW – aktuell und digital Neben der Auf Kurs informieren wir Sie über die interessantesten Neuigkeiten auch per E-Mail – zeitnah kurz und bündig mit dem BBW-Newsletter. Auf www.bbw-rv.de/newsletter können Sie den Newsletter schnell und einfach abonnieren – selbstverständlich kostenlos und nur so lange Sie möchten. „Flüchtling“ ist laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das Wort des vergangenen Jahres. Auch wenn der Begriff nach offizieller Begründung der Jury „für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig“ klinge. Tatsächlich wirkt das Wort an sich wohl noch nicht wertend – weder positiv noch negativ. So beschreibt es eben einen Zustand, der für die betroffenen Menschen in den zurückliegenden Monaten oder Jahren ihres Lebens eine existenzielle Bedeutung bekommen hat. Nein, es sind vor allem andere Begriffe in der Flüchtlingsdebatte, die mit Stimmungen, Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit, auch Hass und verbaler Gewalt aufgeladen sind. Wenn zum Beispiel von „Asylbetrügern“, „Schmarotzern“, „Invasoren“ oder gar zynisch in Anführungszeichen gesetzt von „Traumatisierten“ die Rede ist. Das sind Worte, die Ausgrenzung schon in sich tragen, die nicht neutral sind, sondern in gewisser Absicht und mit einer gewissen Ideologie dahinter in den Mund genommen oder in die Tastatur eingetippt werden. Worte, die nicht nur polarisieren, sondern polemisieren, diskriminieren. Erst recht dann, wenn sie sich über soziale Netzwerke massenhaft verbreiten, wenn sie täglich auftauchen, präsent bleiben, sich etablieren. Worte können aber nicht nur eine politische Kraft entwickeln, sie sind immer auch ein Seismograph des Zeitgeistes. Das lässt sich sehr deutlich beobachten an den Begriffen, die die jeweilige Gesellschaft für Menschen findet, die eine körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung haben. „Krüppel“ und „Schwachsinnige“ – aus heutiger Sicht höchst abwertende Schimpfworte – waren einst gängige Klassifizierungen für Menschen mit einer Behinderung. Und die Organisationen und Institutionen, die sich um die Betreuung dieser Personen kümmerten – natürlich möglichst weit abseits des gesellschaftlichen Lebens – waren „Anstalten“. Ein Wort, das man eher mit Verwahrung und Versorgung verbindet als mit Förderung, Bildung oder gar Inklusion und Teilhabe. Später wurde differenziert: Geistigbehinderte, Lernbehinderte, Körperbehinderte. Erst nach und nach hielt aber das Menschsein dieser Personen auch Einzug in die offizielle Zuschreibung. Man sprach jetzt von „behinderten Menschen“. Ein bedeutsamer Schritt, und doch blieben von der Lesart her die Defizite an erster Stelle, der Mensch kam erst an Position zwei. Und so musste man sich fragen: Ist die Behinderung das, was diese Menschen als Persönlichkeit ausmacht? Und wird eine Person nicht in erster Linie von ihrer Umwelt, vom System und der Gesellschaft behindert, und nicht von ihrem Körper oder Intellekt? Die Bezeichnung „Mensch mit einer Behinderung“ schließlich rückte das Menschsein ganz nach vorne. Dabei geht es um mehr als nur Wortklauberei. Die Sprache sagt viel aus über die Wertschätzung, die eine Gesellschaft diesen Personen entgegenbringt. Gerade auch Medien haben hier eine besondere Verantwortung. Deshalb richtet sich zum Beispiel die in Kooperation mit der Aktion Mensch betriebene Internetseite www.leidmedien.de an jene, die über Menschen mit Behinderung berichten. Denn immer noch ist von Menschen zu lesen, die scheinbar „an den Rollstuhl gefesselt“ sind, „tapfer ihr Schicksal meistern“ oder die sich „trotz ihrer Behinderung“ am Leben erfreuen. Gerade die Aktion Mensch ist übrigens ein prominentes Beispiel für den Wandel in der Sprache. Einst als „Aktion Sorgenkind“ gegründet, wurde erst vor 15 Jahren aus dem „Sorgenkind“ ein „Mensch“. Auch bei den Berufsbildungswerken – noch vergleichsweise junge Einrichtungen – hat sich die Bezeichnung ihrer Klientel schon öfters gewandelt. Als Einrichtung für Lernbehinderte wurde das Ravensburger BBW vor fast dreieinhalb Jahrzehnten konzipiert. Daraus wurden „Menschen mit Lernbehinderungen“ oder „mit sozialen Benachteiligungen“. Später sprach und schrieb man – auch um dem immer breiter werdenden Spektrum an Jugendlichen gerecht zu werden, welches vom Menschen mit Autismus bis hin zu Personen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen reicht – von „Menschen mit besonderem Förderbedarf“. Dann ist das BBW nochmals einen Schritt weiter gegangen. Aus dem „besonderen Förderbedarf“ wurde in den letzten Jahren der „besondere Teilhabebedarf“. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der einen Perspektivenwechsel symbolisiert: Gefördert wird man. Teilhaben tut man. Und Teilhabe ist das Ziel, das über allem steht. „Menschen mit besonderem Teilhabebedarf.“ Menschen also, die besondere Arrangements und einen „Inklusionsschlüssel“ wie das BBW brauchen, um wie alle anderen auch teilhaben zu können an Gesellschaft und Arbeitswelt. Und das Beste ist ja: Für die meisten jungen Menschen, die das BBW als Absolventen verlassen, ist aus diesem besonderen Teilhabebedarf eine tatsächliche Teilhabe geworden. Dabei sein – und hier sind wir wieder beim Wort des Jahres und beim Schwerpunktthema dieses Heftes – wollen auch die Flüchtlinge, die im Berufsbildungswerk Adolf Aich leben und zur Schule gehen. Hier sind auch sie ganz normale Menschen mit besonderem Teilhabebedarf. Menschen. Christof Klaus 2 | Auf Kurs 1-2016 Auf Kurs 1-2016 | 3

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