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Auf Kurs 01/2016

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Berufe im BBW

Berufe im BBW Ausbildungsberuf Fachwerker/-in für Gebäude- und Umweltdienstleistungen Ein vielseitiger Job – drinnen und draußen Schillerstraße 15 Ulm Eine Kooperation, die Synergien bringt: Caritas bildet jetzt auch im RAZ Ulm aus Caritas-Azubis in der Schillerstraße 15 Über 50 unterschiedliche Ausbildungsberufe von A (wie Altenpflegehelfer/-in) bis Z (wie Zerspanungsmechaniker/-in) hat das BBW in seinem Angebot. In einer Serie stellt Auf Kurs die einzelnen Berufe vor. Diesmal im Porträt: der Ausbildungsberuf Fachwerker/in für Gebäudeund Umweltdienstleistungen. „Im Grunde sind es die klassischen Hausmeistertätigkeiten, die ein Fachwerker oder eine Fachwerkerin für Gebäude- und Umweltdienstleistungen erledigt“, bringt Tanja Flechsler, Bildungsbegleiterin am Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) des BBW in Ulm, die Inhalte dieses besonders geregelten Ausbildungsberufes auf den Punkt. „Also alles, was in Haus und Hof so anfällt: Maler- und Streicharbeiten, kleinere Reparaturen, Rohre und Böden reinigen, Verkehrsflächen von Laub, Schnee und Schmutz befreien und Grünanlagen pflegen – auch die durchdachte Bestuhlung von Konferenz- oder Veranstaltungsräumen gehört dazu.“ Drei Bereiche in einem Beruf Auszubildende zum Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen beim Montieren einer Wandschutzleiste im Flur der Max-Gutknecht-Schule in Ulm. Foto: Hölz So lernen die Auszubildenden gleich im ersten Lehrjahr in den Werkstätten des RAZ, wie man Holz oder Metall von Hand und maschinell bearbeitet, zum Beispiel ein Gewinde dreht, Holz oder Metall sägt, feilt, biegt und bohrt. Im zweiten und dritten Lehrjahr arbeiten sie dann in Kooperationsbetrieben – zum Beispiel an der Universität Ulm, in Altersheimen oder auf den städtischen Bauhöfen. „Erst zur Prüfungsvorbereitung holen wir sie wieder ins Haus“, sagt Tanja Flechsler. Das RAZ bildet Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen bereits seit fünf Jahren aus. Am Berufsbildungswerk in Ravensburg ist eine Ausbildung in diesem Beruf ebenfalls möglich, auch wenn es dort derzeit keinen Azubi in diesem Bereich gibt. Alle acht Absolventen der ersten Generation sind auf dem Arbeitsmarkt untergekommen, die meisten in den Kooperationsbetrieben des RAZ. Einer ist in einem Pharmaziebetrieb beschäftigt, ein anderer absolviert derzeit die aufbauende Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. „Im Handwerk fehlen immer Leute“, betont Tanja Flechsler. „Und gerade dieser Beruf ist sehr vielseitig, da die Jugendlichen gleich in drei Bereichen ausgebildet werden: der Metallbearbeitung, der Gebäudereinigung und der Grünanlagenpflege. Sie können in einem Gartenbetrieb ebenso arbeiten wie in einem Altenpflegeheim. Das sind drei Grundlagenberufe, auf die man auch gut aufbauen kann.“ Umgang mit Menschen Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen sollten handwerkliches Geschick und ein Interesse für Technik mitbringen, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben, Pläne lesen können und sorgfältig arbeiten. „Neben den handwerklichen Fähigkeiten spielt aber vor allem auch der Dienstleistungsaspekt eine wichtige Rolle“, bemerkt Ausbilder Wolfgang Hölz. „Wer in einem Altenpflegeheim, einem Krankenhaus, einem Hotel, einer Schule oder wie hier am RAZ arbeitet, sollte daher auch Freude am Kontakt mit Menschen haben.“ Elke Benicke Bewährte Ausbildung in neuer Umgebung: Die Caritas Ulm ist mit ihren Hauswirtschafts-Azubis in die „Schillerstraße 15“, das Haus für Bildung, Rehabilitation und Teilhabe, gezogen und kooperiert dort mit dem Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) des BBW. Sowohl die Caritas als auch das RAZ stehen in der Münsterstadt für eine langjährige Erfahrung in der Berufsvorbereitung und -ausbildung von jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf. Mit Beginn des laufenden Ausbildungsjahres ist die Caritas mit der Ausbildung ihrer Fachpraktiker Hauswirtschaft (frühere Bezeichnung: Hauswirtschaftshelfer/-in) in das Domizil des RAZ am Ehinger Tor eingezogen. Der Platzmangel in den eigenen Räumlichkeiten in der Olgastraße machte einen Umzug nötig. Und das RAZ hatte nicht nur einen freien Klassenraum zu vermieten, sondern auch die optimale Infrastruktur für eine praxisnahe Ausbildung zu bieten. „Küche, Bistro und Restaurant im RAZ sind natürlich tolle Übungsfelder für die angehenden Fachpraktikerinnen Hauswirtschaft“, freuen sich Harald König von der Caritas und RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon über die Synergieeffekte der Zusammenarbeit. 18 Caritas-Azubis sind eingezogen Der Hauswirtschaftsbereich stellt nun sogar die stärkste Fraktion unter den Berufsfeldern in der „Schillerstraße 15“: Drei Ausbildungsjahrgänge mit insgesamt 18 Lehrlingen hat die Caritas als neuer „Untermieter“ des RAZ Ulm nach den Sommerferien mitgebracht, fünf von ihnen sind in diesem Jahr neu in die dreijährige Ausbildung gestartet. Die meisten Fünf junge Frauen starteten 2015 neu in ihre Ausbildung zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft. Ihr Ausbildungsträger: die Caritas Ulm. Ihr Ausbildungsplatz: das Regionale Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm des BBW. Foto: Klaus der Neulinge kennen das RAZ-Gebäude aber bereits von einer anderen Maßnahme her. So haben sie zum Beispiel an der ebenso zum BBW gehörenden Max-Gutknecht-Schule ihr Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB) gemacht und während dieser Zeit ihren Berufswunsch gefasst: „Meine Lehrerin hat gesagt, dass Fachpraktikerin Hauswirtschaft das richtige für mich ist und ich die Ausbildung meistern kann“, meint eine der neuen Caritas-Azubis. Für andere war es die Vielseitigkeit des Berufes, die sie besonders interessiert hat: „Man kann vieles machen, der Job ist echt abwechslungsreich.“ Langfristige Zusammenarbeit Wohl fühlen sich in der „Schillerstraße 15“ nicht nur die neuen Azubis, auch die Caritas-Ausbilder und -Sozialpädagogen sind mit der neuen Heimat sehr zufrieden. Sie soll mehr sein als ein Ausweichquartier: „Wir wollen gerne lange hier bleiben“, betonen Susanne Finn und Harald König, die die Azubis als sozialpädagogischer Fachdienst während der Lehrzeit begleiten. Und Birgit Simon ergänzt: „Auch wir beabsichtigen eine langfristige Kooperation.“ Mehrere gemeinsame Projekte Es ist übrigens nicht die erste zwischen RAZ und Caritas, wie die RAZ- Leiterin betont. So habe man schon bei mehreren gemeinsamen Projekten in den vergangenen Jahren „eng und gut zusammengearbeitet“. Christof Klaus 18 | Auf Kurs 1-2016 Auf Kurs 1-2016 | 19

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