Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Jahren

Auf Kurs 01/2016

  • Text
  • Ausbildung
  • Kurs
  • Menschen
  • Klaus
  • Christian
  • Arbeit
  • Extern
  • Azubis
  • Jugendlichen
  • Jungen
  • Liebenau.de

BBW im Überblick

BBW im Überblick Kulinarische Begegnungen bei der Küchenparty Kulinarisches Stelldichein im BBW (von links): I. K. H. Mathilde Erbgräfin von Waldburg-Zeil, BBW-Geschäftsführer Christian Braun, Stiftungsvorstand Dr. Berthold Broll, BBW-Küchenchef Dirk Eberhard, Stiftungsbotschafterin Ursula Cantieni und Profikoch Ralf Hörger. Foto: Kästle „Genuss für Geist und Gaumen“: Mit ihrer Einladung zur Küchenparty in das BBW-Restaurant hatte die Stiftung Liebenau nicht zu viel versprochen. Drei Köche zeigten ihre Künste, brutzelten, schmorten und blanchierten, was regional und schmackhaft war. Für besondere Genüsse sorgte Schauspielerin Ursula Cantieni, Botschafterin der Stiftung Liebenau, mit kulinarischen und poetischen Beiträgen. Da verwandelten sich Mangold, Nudelteig und Käse auf kunstvolle Weise in Capuns, traten schwäbische Wurstspezialitäten in asiatischem Gewand auf, boten sich Leber, Lachs und Kaiserschmarrn ein Stelldichein. Ralf Hörger, Profikoch und überzeugter „Botschafter des guten Geschmacks“, BBW-Küchenchef Dirk Eberhard, sein Kollege Alexander Marschall und die jungen BBW-Auszubildenden ließen sich beim Kochen über die Schulter und in Topf und Pfanne schauen. Auf die Auszubildenden lenkte Ursula Cantieni die besondere Aufmerksamkeit der Gäste. Auf humorvolle Weise schlug sie den Bogen vom geselligen Abend zur gesellschaftlichen Bedeutung der Arbeit im BBW. Die Gäste genossen das Angebot, kombinierten ganz nach Lust und eigenem Geschmack aus elf verschiedenen Gerichten. Man plauderte zwischen den Kochstellen, ließ sich von den Auszubildenden mit Liebenauer Weinen verwöhnen und staunte über den „magischen Zwischengang“, den Zauberer Mirakuli servierte. „Ein wunderbares Fest“, waren sich die Gäste einig und dankten mit großzügigen Spenden für die Arbeit im Ravensburger Berufsbildungswerk. 5.980 Euro konnte BBW- Geschäftsführer Christian Braun zur Unterstützung der Auszubildenden entgegennehmen. Wirtschaft trifft Soziales beim Werkstattfrühstück Europäische Finanzpolitik und regionale Wirtschaft, Bankenkrise, Ausbildung und Fachkräftemangel – diese Themen lagen beim „Werkstattfrühstück“ im Ravensburger BBW ganz eng beieinander. Dort kamen auf Einladung der Stiftung Liebenau zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Bildung zum morgendlichen Austausch zusammen und lauschten dem Vortrag eines renommierten Finanzexperten. Das Werkstatt-Frühstück will Brücken zwischen der Wirtschaft und dem Sozialen schlagen. Nur gemeinsam ließen sich gesellschaftliche Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Inklusion von Menschen mit Behinderung, Integration von Flüchtlingen bewältigen, sagte Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau. Das BBW als Gastgeber der Veranstaltung sei Garant dafür, dass Menschen mit besonderem Teilhabebedarf nicht am Rande der Gesellschaft stehen gelassen werden. BBW-Geschäftsführer Christian Braun nannte konkrete Handlungsmöglichkeiten. So seien Unternehmen Kooperationspartner des BBW in der Ausbildung, im Gegenzug könne das BBW die Azubis der Firmen bei sich schulen. Auch auf Spenden sei das BBW angewie- „Quo vadis, Euroland?“ Spannende Ausführungen zu dieser Frage gab es vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Landesbank Baden-Württemberg, Christian Brand. Foto: Klaus sen. Und: „Wir sind immer offen für gemeinsame innovative Projekte.“ Kurzweilig, verständlich und bildhaft spannte dann der ausgewiesene Finanzexperte Christian Brand, Aufsichtsratsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg, den Bogen von Idee und Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung über platzende Spekulationsblasen bis hin zu aktuellen Euro-Problemen und Konsequenzen für die regionale Wirtschaft. Erfolgreich im Berufsleben: Ex-BBW-Azubi Christian Klöden Letzte Chance am Schopf gepackt Christian Klöden hat es geschafft. Als Zerspanungsmechaniker gehört er zu den begehrten Fachkräften mit einem sicheren Arbeitsplatz. „So sah es nicht immer für mich aus“, berichtet Klöden. Einen wichtigen Beitrag zu seinem erfolgreichen Berufseinstieg leistete seine Ausbildung im BBW in Ravensburg. Als seine letzte Chance sieht Christian Klöden heute den Beginn seiner Ausbildung im BBW im Jahr 2008. Mit einem Bein im Knast, ohne Schulabschluss und Perspektive – so schildert der heute 24-Jährige seine damalige Lebenssituation. „Mit 17 habe ich die Schule nur selten von innen gesehen. Vor dem BBW habe ich eigentlich nur gemacht, was ich wollte“, erinnert er sich. Diese Zeit ist längst Vergangenheit. Nach dem Ausbildungsbeginn zum Metallfeinbearbeiter, einem inhaltlich reduzierten Ausbildungsberuf, folgte der Durchstieg in die Vollausbildung zum Zerspanungsmechaniker. Mehrere Belobigungen, Lehrzeitverkürzung und ein Notendurchschnitt von 1,8 zeigen, dass Christian Klöden seine Chance mit beiden Händen ergriffen hat. Wilde Jugend ist Vergangenheit Seit seinem Abschluss sind über vier Jahre vergangen, und Klöden hat beruflich erfolgreich Fuß gefasst. In einem oberschwäbischen Unternehmen arbeitet er als Fräser und Programmierer. Außerdem unterstützt er die Projektleitung. Berufsbegleitend hat er die Prüfung zum Technischen Fachwirt abgelegt und arbeitet inzwischen mehr am Schreibtisch als an der Maschine. Ganz weit weg ist seine wilde Jugendzeit, in der er gerade noch so die Kurve bekommen hat. „Meinen Hauptschulabschluss machte Er hat erfolgreich im Berufsleben Fuß gefasst: BBW-Absolvent Christian Klöden möchte den aktuellen Auszubildenden Mut machen und sie zum Durchhalten motivieren. Foto: Wörner ich während der Untersuchungshaft in Hinzistobel“, berichtet er offen. „Ja, auch diese Episode ist ein Teil meines Lebens, und ich stehe dazu.“ Nur dank der guten Perspektive, die die Richterin im Ausbildungsbeginn beim BBW sah, sei er mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. „Dafür bin ich noch heute sehr dankbar.“ Bildungsbegleiter waren immer da Die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker sei ihm relativ leicht gefallen. „Ich wollte zeigen, dass ich es kann“, beschreibt Klöden seine Motivation. Bis heute denkt er gern an die Unterstützung von Ausbildern und Bildungsbegleitern zurück. „Der Meister hatte immer eine Antwort auf meine Fragen, und die Bildungsbegleiter waren für mich da, wenn es Probleme gab.“ Bis heute hält er Kontakt zum BBW. Bei der jüngsten Abschlussfeier im Sommer 2015 stand er sogar auf der Bühne und sprach den BBW-Absolventen Mut zu: „Bleibt nicht stehen. Bildet euch weiter und nehmt so viel mit, wie ihr könnt.“ Appell an die Azubis von heute Auch die Azubis, die mitten in der Ausbildung stehen, will Christian Klöden motivieren: „Auch wenn es ab und zu einen Rückschlag gibt, entschieden wird erst am Ende der Ausbildung.“ Für ganz wichtig hält er Offenheit gegenüber Ausbildern und Bildungsbegleitern. „Das hat mir sehr geholfen.“ Deutlich fordert er die Azubis außerdem dazu auf, sich auf dem Weg zum Berufsabschluss auch selbst anzustrengen. „Die Chancen sind zwar gut, aber die Jobs fallen auch heute nicht vom Himmel.“ Claudia Wörner 12 | Auf Kurs 1-2016 Auf Kurs 1-2016 | 13

Stiftung Liebenau Österreich