Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Jahren

Auf Kurs 01/2016

  • Text
  • Ausbildung
  • Kurs
  • Menschen
  • Klaus
  • Christian
  • Arbeit
  • Extern
  • Azubis
  • Jugendlichen
  • Jungen
  • Liebenau.de

BBW im Überblick 120

BBW im Überblick 120 Absolventen feierten 2015 ihren Abschluss 54 Prozent der Absolventen 2015 wurden erfolgreich vermittelt Fit werden für die Jobsuche Zeugnis in der Tasche – und dann? Eine fachlich gute Ausbildung ist der erste Schritt, die anschließende Vermittlung der Absolventen auf den Arbeitsmarkt eine weitere Herausforderung – trotz guter Konjunktur. Denn die BBW-Azubis haben durch ihren oft erheblichen Teilhabebedarf hohe Hürden auf dem Weg in den Beruf zu überwinden. Damit der Sprung auf den Arbeitsmarkt dennoch klappt, setzt das BBW neben einer engen Kooperation mit Arbeitsagentur und Partnerbetrieben auf eine optimale Vorbereitung seiner Azubis. Autismus, ADHS, Posttraumatische Belastungsstörung: Der Anteil der Auszubildenden im Ravensburger Berufsbildungswerk mit solchen Diagnosen steigt immer mehr. Mit der intensiven Förderung durch Lehrer, Ausbilder und Erzieher sowie durch den Einsatz von psychologischen und sozialpädagogischen Fachdiensten mit Case Management versucht das BBW, diesen jungen Menschen trotzdem eine gute persönliche und berufliche Startposition zu ermöglichen. Das gelingt nicht immer, aber in der Mehrzahl der Fälle. Um frühzeitig die Weichen für eine erfolgreiche Vermittlung zu stellen, verstärkt das BBW seine ohnehin großen Anstrengungen – die von der Eingangsdiagnostik bis zur Suche nach einer Arbeitsstelle gehen – derzeit noch mehr. So wurde nun ein „Bewerberbüro“ eingerichtet, um die Azubis fit zu machen für die spätere Jobsuche. Dazu gehört ein Bewerbertraining in Theorie und Praxis. Mit Hilfe von Videoanalysen sollen Vorstellungsgespräche geübt und das eigene Auftreten gestärkt werden. Auch die BBW-eigene Sonderberufsschule, die Josef-Wilhelm-Schule, unterstützt hier seine Schülerinnen und Lebenslauf & Co. sind oft schon bei der Bewerbung für ein Praktikum gefragt. Foto: Björn Wylezich / Fotolia.com Schüler. Schon im Klassenzimmer beginnt die Vorbereitung auf die spätere Jobsuche. Wie muss das Anschreiben bei einer Bewerbung aussehen? Und – ganz wichtig: Was gehört in einen Lebenslauf? Damit, so betont Oliver Schweizer, Leiter der Abteilung Bildungsbegleitung im BBW, könne man nicht rechtzeitig genug anfangen, denn: „Manche Betriebe verlangen schon beim ersten Praktikum eine komplette Bewerbung – inklusive Lebenslauf.“ Gut, wenn man diesen dann schon in der Schublade hat. Führerschein als Pluspunkt Ein weiterer Pluspunkt, den die Azubis schon während ihrer Ausbildungszeit sammeln können: den Führerschein. Mobilität ist gefragt. Zum einen – gerade in einer ländlich geprägten Region – beim täglichen Pendeln zum Arbeitsplatz; in vielen Jobs ist es aber auch am Arbeitsplatz selbst wichtig, sich hinters Steuer setzen zu können. Knackpunkte waren früher immer die hohen, für die Jugendlichen oft unbezahlbaren Kosten sowie die fehlende Zeit, das Ganze zusammen mit Schule und Ausbildung unter einen Hut zu bekommen. Die Lösung: „Wir haben jetzt eine Fahrschule an Bord“, freut sich Oliver Schweizer über das Angebot für BBW-Azubis, bei einem eigens teilzeitangestellten Fahrlehrer die nötigen Fahrstunden zu nehmen. 54 Prozent vermittelt Je höher der Teilhabebedarf der Azubis, desto höher sind die Hürden auch bei der Vermittlung in Arbeit. Und doch werden Jahr für Jahr die meisten der frisch gebackenen Fachkräfte aus dem BBW in eine Beschäftigung vermittelt. Das gilt laut einer jüngsten Erhebung auch für den aktuellen Absolventen-Jahrgang, der im Sommer 2015 seine Zeugnisse erhalten hat. Von 94 Absolventen hat das BBW eine Rückmeldung über ihre derzeitige berufliche Situation erhalten. 38 von ihnen arbeiten in einem sozialversicherungspflichtigen Job, insgesamt 13 weitere absolvieren eine zusätzliche Ausbildung oder Anschlussmaßnahme oder machen einen Dienst wie zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr. Das entspricht einer Vermittlungsquote von gut 54 Prozent. „Früher hatten wir zwar höhere Quoten, da war der Förderbedarf der Teilnehmer aber insgesamt auch noch deutlich geringer“, kommentiert Oliver Schweizer die aktuellen Zahlen. Bei sechs Absolventen ist der Verbleib unbekannt, eine Person ist erwerbsunfähig. Der Rest hat in den ersten Monaten nach Ausbildungsende noch keine passende Stelle gefunden. Christof Klaus Der Absolventenjahrgang 2015: gut ausgebildet und mit besten Zukunftschancen. Foto: Wörner Matthew Bolanlé ist erster Kammersieger Doppelte Freude für Matthew Bolanlé: Als erster Kammersieger wurde der BBW-Absolvent von der Handwerkskammer Ulm ausgezeichnet. Bolanlé absolvierte im BBW eine Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter Schwerpunkt Zimmerer und schloss seine Prüfung mit der Note 1,3 ab. Mit der Auszeichnung als erster Kammersieger hatte Matthew Bolanlé nicht gerechnet. „Ich war überrascht und habe mich sehr über den Preis gefreut“, erzählt der Ausbaufacharbeiter. Direkt nach seinem Abschluss erhielt der 21-Jährige einen Arbeitsvertrag bei der Firma Banzhaf Holzbau in Kirchheim unter Teck, wo er bereits ein Praktikum absolviert hatte. „Im Moment ist der Vertrag auf ein Jahr befristet, und es wäre schön, wenn er verlängert würde“, sagt Matthew Bolanlé zu seinen aktuellen Zielen. Während seiner Ausbildungszeit im BBW wurde Matthew Bolanlé von Bildungsbegleiterin Irina Naumov unterstützt. „Matthew ist sehr zuverlässig und motiviert. Er war während der gesamten Ausbildungszeit nur zwei oder drei Tage krank“, lobt sie die Schlüsselqualifikationen des BBW- Absolventen. „Er wird seinen Weg bestimmt machen.“ Geschafft! Rund 120 Absolventen haben im vergangenen Jahr im BBW den Abschluss ihrer Berufsausbildung gefeiert und damit ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg ins Berufsleben erreicht. Grund zum Feiern hatten auch weitere rund 70 Jugendliche: Sie haben in der Ravensburger Bildungseinrichtung ihre Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) beendet, um anschließend in eine Ausbildung oder eine andere Maßnahme zu starten. Ausbaufacharbeiter mit Auszeichnung: BBW-Absolvent Matthew Bolanlé. Foto: Benicke 10 | Auf Kurs 1-2016 Auf Kurs 1-2016 | 11

Stiftung Liebenau Österreich