Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 4 Jahren

Auf Kurs 01/2015

  • Text
  • Ausbildung
  • Kurs
  • Klaus
  • Menschen
  • Arbeit
  • Stiftung
  • Markus
  • Extern
  • Junge
  • Liebenau
  • Liebenau.de

Bildungsgeschichten

Bildungsgeschichten Konzentriert bei der Arbeit: Timo Fendt, der im BBW erfolgreich seine dreijährige Maurer- Ausbildung abgeschlossen hat. Foto: Kästle Mit viel Engagement zum Job durchgekämpft Timo Fendt hat seinen Weg gemacht Er hat Schicksalsschläge überwunden, sich durchgekämpft und geht jetzt seinen Weg: Maurergeselle Timo Fendt. Der 20-Jährige aus dem Bodenseekreis ist einer von 106 Absolventen des Abschluss-Jahrgangs 2014 im Ravensburger BBW. Dort wurde er drei Jahre lang individuell gefördert und erfolgreich auf seinen Job-Start vorbereitet. Heute wirkt Timo Fendt unbeschwert und lebensfroh, aber das war nicht immer so. Nachdem er seine Mutter schon im Alter von vier Jahren verloren hatte, brachte ihn der Tod seines Vaters vor vier Jahren an einen persönlichen Tiefpunkt. Die Schule wurde zur Nebensache, die Bürokratie komplizierter, die finanziellen Mittel knapper, und der gesetzliche Vormund war für ihn keine Bezugsperson. Mit der Volljährigkeit und dem Start seiner Ausbildung im BBW wurde vieles einfacher. Dort habe er auch einen besseren Abschluss geschafft, als es für ihn in seiner Situation auf dem freien Ausbildungsmarkt möglich gewesen wäre. „Dafür bin ich dankbar.“ Fendt selbst war im BBW eine Art Vorbildschüler, aber er bekam die Probleme der anderen Jugendlichen mit ihrem zum Teil großen Teilhabebedarf natürlich mit. „Der größte Unter- schied zwischen dem BBW und öffentlichen Bildungseinrichtungen ist, dass hier jeder individuell gefördert wird. Es wird auf die Stärken und Schwächen von jedem Einzelnen eingegangen“, erzählt der Ex-Azubi. Einen Teil seiner praktischen Ausbildung absolvierte er im Betrieb Alfons Stehle in Markdorf, wo er seit September 2014 als Geselle arbeitet. Neben dem Maurerjob interessiert sich der BBW- Absolvent auch für Zeichnen und „Airbrushing“, eine Maltechnik mit der Spritzpistole. „Ich wäre auch gerne Maler und Lackierer geworden.“ Auch der Sport spielt in Timo Fendts Freizeitgestaltung eine große Rolle: Fußball spielen, schwimmen, Fahrrad fahren – der 20-Jährige kann sich für alle möglichen Sportarten begeistern, erzählt er grinsend. „Meine Freunde sind meine Familie“ Der Kontakt zu seinem zwei Jahre älteren Bruder, seiner Patentante und seinem Opa ist Timo Fendt sehr wichtig, auch sein persönliches Umfeld zuhause in Friedrichshafen-Kluftern bedeutet ihm viel. „Meine Freunde sind meine Familie.“ Neben seinem mehrjährigen Engagement in der Teilnehmervertretung des BBW stand er 2014 bereits zum dritten Mal bei der Absolventenfeier auf der Bühne – diesmal nicht nur als Moderator, sondern auch als Absolvent. „Ruhig, ausgeglichen und engagiert“ so beschreibt ihn Oliver Schweizer, Abteilungsleiter Bildungsbegleitung im BBW. Er begleitete Timo Fendt durch die drei Ausbildungsjahre und war sein Ansprechpartner in Sachen Ausbildung und finanzieller Angelegenheiten, aber auch eine Vertrauensperson. „Timo kann sich gut ausdrücken und pflegt seine Freundschaften gut. Es ist bemerkenswert, wie er sich allein durchschlägt“, so Schweizer. Zukunftsträume Für die Zukunft wünscht sich Timo Fendt vor allem persönliche und finanzielle Freiheit. Außerdem träumt er von einem eigenen Haus und einer Familie mit zwei Kindern. „Ich bleib‘ auf jeden Fall am Bodensee.“ Das steht für ihn bereits fest. Auch, wenn er in seinem Leben mit einigen Problemen zu kämpfen gehabt hat, sieht Timo Fendt die Welt positiv. Er lebt nach dem Motto: „Der eine sieht nur Bäume, Probleme dicht an dicht, der andere Zwischenräume und das Licht.“ Lisa Brunner 6 | Auf Kurs 1-2015

Aktuelle Vermittlungsstatistik des BBW Absolventen 2014: Die meisten haben einen Job Von den BBW-Absolventen des Jahrganges 2014 haben die meisten schon kurz nach ihrem Abschluss den Sprung ins Berufsleben geschafft und eine Beschäftigung gefunden. So stehen mehr als 60 Prozent von ihnen in Lohn und Brot oder machen derzeit eine Weiterbildung. Das ist das Ergebnis der jüngsten Vermittlungsstatistik des BBW. Wenige Monate nach ihrer Abschlussfeier bekamen die rund 100 Absolventen des vergangenen Sommers Post vom BBW: Wie immer im Herbst wollte das Berufsbildungswerk von seinen Ex-Azubis wissen: Wie sieht ihre aktuelle berufliche Situation aus? Haben sie eine Arbeitsstelle oder einen Weiterbildungsplatz gefunden? Über 92 Prozent der verschickten Fragebögen kamen zur Auswertung zurück. Und das Ergebnis zeigt: Mit einer Ausbildung im BBW haben junge Menschen mit besonderem Teilhabebedarf nicht nur beste Aussichten auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss, sondern nach wie vor auch gute Chancen auf einen zeitnahen Einstieg in den Arbeitsmarkt. 60 Prozent haben Beschäftigung Denn jeder zweite – das ergab die Auswertung der Bögen – hatte bereits kurz nach dem Ausbildungsende einen Job gefunden. Ein Großteil davon arbeitet im erlernten Beruf, der Rest ist in einem anderen Bereich tätig. Und gut zehn Prozent der ehemaligen Auszubildenden absolvieren derzeit eine berufliche Weiterbildung. Unter Ausblendung der nicht beantworteten Bögen ergibt das für den Abschlussjahrgang 2014 eine Vermittlungsquote von insgesamt etwas über 60 Prozent. Zwei Prozent der antwortenden Absolventen gaben an, aus den verschiedensten Gründen nicht auf Jobsuche zu sein. Der restliche Anteil der jungen Menschen des Absolventenjahrgangs 2014 – rund 37 Prozent – hatte im Oktober 2010 noch keine Arbeitsstelle gefunden. Dass damit die Vermittlungszahlen nicht mehr ganz so hoch liegen wie in den Vorjahren, ist laut Oliver Schweizer, Leiter der Abteilung Bildungsbegleitung im BBW, vor allem dem Wandel der Klientel geschuldet. So seien die vermehrt ins BBW kommenden Jugendlichen mit schweren psychischen Störungen eben schwerer zu vermitteln als junge Menschen mit einfachen Lernschwächen. „Aber angesichts des immer stärkeren Förderbedarfs der Azubis ist es trotzdem noch ein sehr gutes Ergebnis“, betont Schweizer. So seien unter den erfolgreich vermittelten Fachkräften schließlich auch einige junge Leute mit ganz erheblichen Benachteiligungen. Diese hätten – ohne das entsprechende Umfeld im BBW – auf dem regulären Ausbildungsmarkt überhaupt keine Chance gehabt. „Sie sind mit extrem schlechten Startbedingungen hier her gekommen“, so Schweizer. „Und jetzt haben sie nicht nur eine abgeschlossene Lehre, sondern auch eine Arbeitsstelle und damit eine aktive Teilhabe.“ Nicht nur die Quote zählt Darüber hinaus lasse sich der Erfolg einer Maßnahme im BBW aber nicht nur an der Vermittlungsquote messen. Auch diejenigen, die kurz nach ihrem Abschluss noch keine Stelle gefunden haben, hätten von ihrer Zeit im BBW profitiert. Indem sie zum Beispiel gelernt haben, ein selbstständiges Leben zu führen. Und vielleicht – so hofft Schweizer – bringt das Jahr 2015 ja für den einen oder anderen doch noch den erhofften Arbeitsplatz. Von A wie Altenpflegehelfer bis Z wie Zerspanungsmechaniker: 106 junge Männer und Frauen haben im BBW im Sommer 2014 den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung in insgesamt 26 unterschiedlichen Berufen gefeiert. Die meisten von ihnen fanden auch rasch eine Beschäftigung. Ihre Lehre noch vor sich haben jene 72 Jugendlichen, die im abgelaufenen Jahr den Abschluss ihrer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) feiern konnten. Sie wurden im BBW fit gemacht für den Start in eine Ausbildung. Foto: Wörner Christof Klaus

Hier finden Sie Impulse für den Alltag

Anstifter

Stiftung Liebenau Österreich